Maserati Mistral – der letzte Maserati mit Reihensechszylinder

Der legendäre Reihensechszylinder, der in abgewandelter Form auch schon Juan Manuel Fangio im Maserati Typ 250 F zum Weltmeistertitel in der Formel 1 verhalf, kam im hier vorgestellten Maserati Mistral das letzte Mal zum Einsatz. Alle nachfolgenden Modelle aus dem Hause Maserati kamen mit Sechs- oder Achtzylindermotoren daher, deren Zylinder in V-Form angeordnet waren.

Maserati Mistral Spider Front und SeiteDer Maserati Mistral debütierte 1963 auf dem Turiner Salon und stellte den Nachfolger des Maserati 3500 GT dar, von dem er weitestgehend die verbaute Technik erbte. Das dreitürige Coupé war aber kürzer als sein Vorgänger, so dass es sich beim Mistral um einen reinen Zweisitzer handelte. Das galt auch für die zweite Karosserievariante, die ab 1965 erhältlich war: ein Cabriolet, dass bei Maserati als Spider bezeichnet wurde. Beide Karosserien, die auf einem Rohrrahmen aus Stahl saßen, wurden dabei von Frua designt, aber in anderen Werken der Serienfertigung unterzogen.

Anfänglich war der Sechszylinder des Maserati Mistral nur mit den bekannten 3,5 Litern Hubraum zu bekommen, die dank Benzineinspritzung 235 PS leisteten. Ab 1965 schob Maserati dann zwei größere Motoren hinterher. Der 2,7 Liter leistete 245 PS, der 4 Liter sogar 255 PS. Die Kraftübertragung erfolgte über ein Schaltgetriebe mit fünf Gängen aus dem Hause ZF an die angetriebenen Hinterräder. Die Leistung reichte, um den rund 1,2 Tonnen schweren Wagen zu Höchstgeschwindigkeiten von 230 bis 245 km/h zu verhelfen. Verzögert wurde der Maserati Mistral mittels Scheibenbremsen rundherum. Das Fahrwerk bestand dabei aus Dreieckslenkern und Schraubenfedern vorne und einer Starrachse mit Längslenkern und Blattfedern hinten.

Bis zum Ende seiner Produktionszeit im Jahr 1970 wurden insgesamt 948 Mistral gebaut, von denen nur rund 120 Stück als Spider das Werk verließen. Die Preise für diese seltenen Fahrzeuge sind entsprechend hoch. Während der hier gezeigte auf der Techno Classica Essen 2012 fotografierte Mistral Spider nur mit dem Hinweis “Preis: auf Anfrage” versehen war, fand ich bei einer Suche im Internet immerhin zwei Coupés, die 135.000 oder 169.000 Euro kosten sollen. Ein Spider wird entsprechend teurer sein.

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