Jaguar XJ220 – der noble Supersportwagen

Fällt der Begriff Supersportwagen, ist Jaguar garantiert nicht die erste Marke, die mir dabei in den Sinn kommt. Klar haben die auch schon immer sportliche Coupés gebaut und auch an verschiedenen Rennserien teilgenommen, aber Supersportler bringe ich mit den eher noblen Briten nicht in Verbindung.

Jaguar XJ220 Front und SeiteDabei unternahm Jaguar vor rund 20 Jahren tatsächlich den Versuch, mit einem Supersportwagen den damals schnellsten Wagen mit Straßenzulassung auf den Markt zu bringen. Es ist eine dieser Geschichten, die sich nach Feierabend und am Wochenende abspielten und bei der ein paar Ingenieure sich in ihrer Freizeit an die Erschaffung eines Konkurrenzproduktes für den Porsche 959 oder den Ferrari F40 machten.

Der Jaguar sollte eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h erreichen, was in England umgerechneten 220 mph entspricht und somit auch die Modellbezeichnung erklärt. Dazu wurde in der noch wesentlich größeren Studie ein Zwölfzylindermotor eingesetzt, der im Serienfahrzeug, das wesentlich kleiner und leichter war, allerdings durch einen V6-Motor ersetzt wurde. Dieser schöpfte dank Biturbo-Technik immerhin 542 PS aus 3,5 Litern Hubraum. Obwohl der Jaguar XJ220 wegen der für einen Supersportwagen doch recht reichhaltigen Ausstattung einige Kilos mehr auf die Waage brachte, gab man bei Jaguar die Zeit für den Sprint von 0 auf 100 km/h mit 3,7 Sekunden an. Im ersten Testlauf verfehlte er die angestrebten 220 mph um zirka 8 Meilen, im zweiten Versuch nur noch um nicht ganz 2 Meilen, was den Verantwortlichen nah genug dran war.

Jaguar XJ220 HeckNatürlich wurde der Jaguar XJ220 nur in limitierter Stückzahl gebaut. 350 Stück hatte Jaguar angekündigt. Dem gegenüber standen rund 1.200 Bestellungen. Letztendlich wurden nur 284 Stück gebaut. Auf der Techno Classica 2012 in Essen konnte ich zwei dieser heute sehr seltenen Fahrzeuge entdecken: den hier auf den Bildern gezeigten blauen XJ220 und noch einen häufiger zu sehenden silbernen Wagen. Zumindest der Letztgenannte war damals mit einem Preisschild versehen, das stolze 225.000 Euro auswies. Damit war er bei einer Stichprobe im Internet aber immerhin einer der günstigsten Wagen, die Preise reichten 2012 bis zu 315.000 Euro für den erwähnten blauen Wagen. Insgesamt war das Angebot im Netz mit gerade einmal 6 Treffern europaweit auch eher gering. Heute sind es auch nicht mehr und das Preisgefüge reicht von rund 240.000 bis 350.000 Euro. Weniger wird es auch nicht mehr werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.