Kurz gefahren: 2009 Audi A6 3.0 TDI Quattro

Als im Jahr 2009 der damalige Firmenwagen des Chefs – ein VW Phaeton Zehnzylinder Diesel – wie schon fast üblich mal wieder in der Werkstatt war, musste diesmal Ersatz her, da ein wichtiger Termin anstand. Der Mitarbeiter des Autohauses meldete sich kurz vor dem Termin, um mir mitzuteilen, dass nur noch zwei Wagen verfügbar seien: ein VW Lupo und ein Audi A6. Er habe sich für den Audi entschieden. Keine schlechte Wahl, denn immerhin hatten wir einen Phaeton abgegeben und ich hätte eher einen A8 erwartet. Der war aber leider schon verliehen. Ein weiteres Plus für den A6 war der Umstand, dass auch einige Personen samt Gepäck befördert werden mussten, und somit fiel der Lupo erneut durchs Raster.

2009-audi-a6-tdi-vorne-linksPünktlich zum Termin parkte ich vor der Werkstatt und ging zur Annahme. Nachdem die Formalitäten für den Phaeton erledigt waren, ging es zum Empfangschalter, wo eigentlich der Schlüssel für den Audi liegen sollte. Dem war natürlich nicht so. Nach einer kurzen Suche wurde er dann aber doch gefunden. Der Wagen stand direkt im Eingangsbereich und ich war etwas überrascht, als ich sah, dass es sich “nur” um eine Limousine handelt. Die meisten A6, die ich kenne, sind Avant, also Kombi-Modelle. Mit ein wenig Sorge, ob alles reinpassen würde, bestieg ich den A6.

Da ich auch schon einen 2007er Audi A6 gefahren hatte, gab erst einmal keinerlei Überraschungen. Also den Diesel angeworfen und los gings. Ich mochte das Interieur des A6 schon immer. Schnell findet man sich zurecht und kann nach kürzester Zeit alles blind bedienen. Es ging quer durch die Stadt zum vereinbarten Treffpunkt. Dabei fiel eigentlich nur auf, das dieser 3-Liter etwas langsamer zu Werke ging, da der 2007er, den ich kenne, wohl dank Chip-Tuning, etwas besser vorwärts ging. Vielleicht war es aber auch nur der “Abstieg” vom Zehnzylinder-Diesel, der diesen Eindruck vermittelte.

2009-audi-a6-tdi-hinten-rechtsAm Treffpunkt suchte ich mir eine ausreichend komfortable Sitzposition, die dem hinter mir Sitzenden trotzdem genug Beinfreiheit ließ. Die elektrische Sitzverstellung ließ hierbei keine Wünsche offen. Dann öffnete ich den Kofferraum, um zu sehen, ob wir das ganze Gepäck auch dort unterbringen können. Dieser machte einen für eine Limousine brauchbaren Eindruck. Dank tiefer Ladekante brachten wir die Koffer und Taschen mit Leichtigkeit unter, auch wenn der Laderaum dabei komplett ausgenutzt werden musste. Der Deckel ging zu – das war die Hauptsache.

Dann ging es auf die Autobahn in Richtung Flughafen. Ich nutzte die mir aus dem älteren A6 und dem Phaeton bekannte “Adaptive cruise control”, das heißt, den allseits bekannten Tempomat zur Regelung der Geschwindigkeit in Verbindung mit der Abstandsmessung nach vorn. Beim Spurwechsel fiel dann auf, dass ich in einem recht neuen Modell mit reichhaltiger Ausstattung saß. Denn bei Betätigung des Blinkers gab es ein Lichtsignal im Außenspiegel, dass mir ein Fahrzeug im toten Winkel meldete. “Side assist” nennt Audi das System. Für mich eher unnütz, da ich es gewohnt bin, mich vor dem Rüberziehen durch Nutzung des Außenspiegels und Drehung des Kopfes persönlich davon zu überzeugen, dass die Nebenspur frei ist.

2009-audi-a6-tdi-innenraumIm ersten Moment verwirrte mich dann noch ein weiteres Ausstattungsmerkmal. In einer Kurve bevorzuge ich normalerweise die Ideallinie, was im Audi zu einer Vibration führte. Vollkommen ab von der Welt griff ich instinktiv zum Handy und war umso erstaunter, weil dort gar kein Anruf einging. In der nächsten Kurve vibrierte es erneut. Also nicht das Mobiltelefon, sondern das Lenkrad des A6. Dank “Audi lane assist” warnt der Wagen beim Überfahren einer durchgezogenen Linie durch eine Vibration des Volants. Da muss man erst mal drauf kommen. Also schnell das Handy wieder in die Tasche befördert und weiter ging es.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Fahrt sehr angenehm war und auch der Verbrauch hielt sich bei durchaus akzeptablen Fahrleistungen in Grenzen. Aber auf die ganzen Elektronikspielereien könnte ich ganz gut verzichten, denn einerseits kann ich den Verkehr noch ganz gut selbst beobachten und andererseits war ich es vom Phaeton leider auch gewohnt, dass die Technik gerne mal den Dienst versagt. Und die Reparaturkosten sind aufgrund der Tatsache, dass man heutzutage kaum noch etwas selbst reparieren kann, meist horrend.

 

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