Fiat X1/9 – Mittelmotor und Targadach

In meiner Jugend kursierte im Freundeskreis immer die Geschichte von einem kleinen zweisitzigen Wagen mit Targadach. Dieses soll aufgrund des schönen Wetters geöffnet gewesen sein, was den Wagen angeblich so instabil werden ließ, dass er bei einer zu schnellen Anfahrt auf einen dieser Geschwindigkeitsbegrenzungshügel, wie sie gerne auf den Parkplätzen von amerikanischen Burgerbratbuden zu finden waren, doch tatsächlich in der Mitte eingeknickt sein soll. Hauptdarsteller dieser unbestätigten Geschichte war der Fiat X1/9.

Fiat X1/9 TuningDaher erscheint es aus heutiger Sicht fast schon unwahrscheinlich, dass an dieser Geschichte etwas dran sein könnte, denn der kleine Sportwagen mit Mittelmotor war so stabil und schwer, dass er neben der Mercedes-Benz S-Klasse der Baureihe W 116 der einzige Wagen war, der die strengen Anforderungen für die Crashtests erfüllte. Das Gewicht war dann in Sachen Fahrleistungen auch sein größtes Manko, denn es galt stolze 900 bis 1.000 kg zu bewegen – nicht gerade wenig für ein Fahrzeug dieser Größe.

Dennoch sorgten die Motoren für in der damaligen Zeit passable Fahrleistungen. Der anfänglich verbaute Motor schöpfte je nach Version aus den 1,3 Litern Hubraum ca. 73 bis 75 PS. Ab 1978 hatte der Vierzylinder dann 1,5 Liter Hubraum und leistete ohne Kat 86 PS und mit Katalysator dann immerhin noch 76 PS. Die Kraftübertragung erfolgte beim 1,3 Liter mittels Schaltgetriebe mit vier Gängen, beim 1,5 Liter waren es dann fünf Gänge, weshalb dieser auch gerne als Fiat X1/9 5-Speed bezeichnet wird.

Fiat X1/9Wer sich übrigens über den merkwürdigen Modellnamen wundert: tatsächlich wurde hier einfach die interne Arbeitsbezeichnung übernommen, weshalb der Fiat keine normale Ziffer wie sein Vorgänger, der Fiat 850 Spider hatte. In seiner Bauzeit von 1972 bis 1988 gab es Höhen und Tiefen und nun ist das Angebot an Gebrauchtfahrzeugen auf dem hiesigen Markt eher gering. Die Verteilung zwischen Old- und Youngtimern hält sich hierbei die Waage.

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