Lamborghini Espada – Sportwagen für 4 Personen

In den 60er und 70er Jahren dachten Sportwagenhersteller anscheinend, dass ein Sportwagen dringend auch für Familienausflüge oder ähnliche Veranstaltungen taugen sollte, was diverse so genannte 2+2-Sitzer nach sich zog. Und leider war es auch so, dass maximal eine Fahrt mit Kindern möglich war, denn viel mehr Platz bot das Gestühl im Heckabteil meist nicht.

Lamborghini Espada Serie 2 SeitenansichtNatürlich war auch Lamborghini auf den Zug aufgesprungen, brachte aber rund um die spannende Entstehungsgeschichte, die ich hier in Ermangelung von Zeit leider nicht wiedergeben kann, letztendlich den Lamborghini Espada auf den Markt, der über vier Sitze und den nötigen Raum verfügte, um vier Erwachsenen Platz zu bieten. Somit galt er für viele als Inbegriff des vollwertigen Sportviersitzers.

In der Gesamtbauzeit des Espada von 1968 bis 1978 wurde er knapp über 1.200 mal gebaut. Diese augenscheinlich kleine Zahl ist für ein Unternehmen der Größe Lamborghinis allerdings ein Indiz für den Verkaufserfolg des Lamborghini Espada, der in drei Serien angeboten wurde. Äußerlich unterschieden sich diese Serien kaum. Bestes Unterscheidungsmerkmal sind die Armaturenbretter, die in jeder Serie anders aussehen.

Außerdem erfuhr der bärige 12-Zylinder-Motor immer leichte Überarbeitungen. Leistete er anfänglich noch 325 PS, so schöpfte er im von 1970 bis 1972 gebauten Espada der Serie 2 schon 340 PS aus den knapp 4 Litern Hubraum. Im zweiten Schritt wurde die Leistung auf 350 PS erhöht, die dann auch in der Serie 3 zur Verfügung standen. Die Kraftübertragung erfolgte mittels 5-Gang-Schaltgetriebe, ab Serie 3 gab es auf Wunsch eine merkwürdige, aber das Drehmoment des Zwölfzylinders aushaltende Automatik, die aber kaum geordert wurde.

Die Fahrleistungen des Lamborghini Espada erscheinen mit 240 bis 250 km/h Höchstgeschwindigkeit erst einmal nicht so hoch, aber einerseits muss man die Zeit berücksichtigen, andererseits auch die Tatsache, dass es sich um einen rund 1.700 kg schweren Viersitzer handelt, der definitiv mehr auf Komfort, denn auf Sportbetrieb ausgelegt war, was zum Beispiel die Ausstattung mit luxuriösem Ledergestühl und elektrischen Fensterhebern verdeutlicht.

Aufgrund der geringen Stückzahl, sind heute kaum Espada auf dem Markt. Bei einer aktuellen Suche gab es fünf Treffer: eine Rohkarosse für rund 30.000 Euro und noch vier vollständige Fahrzeuge mit Preisen von 135.000 bis 150.000 Euro. Das ist ein guter Sprung, denn vor wenigen Jahren lagen die Preise noch bei gut der Hälfte.

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