Renault 16 (kurz R 16) – den fand sogar Sir Stirling Moss gut

Wenn selbst ein erfolgreicher Rennfahrer einen Wagen beziehungsweise dessen Entwicklung und Bauart lobt, dann will das schon etwas heißen. Und genau so soll es beim Renault 16, der auch in Kurzform R16 genannt wird, gewesen sein. Kein Geringerer als der britische Ex-Formel-1-Pilot Sir Stirling Moss hielt den Wagen seiner Aussage nach für den am intelligentesten entwickelten Wagen, den sich jeder britische Autobauer besorgen sollte, um zu sehen, wie dieser gebaut wurde. Und das war 1970. Da gab es den Renault 16, der immerhin von 1965 bis 1980 gebaut wurde, ja auch schon ein paar Jahre.

Renault R 16 TL Front SeiteDas Design erscheint erst einmal eher ungewöhnlich für diese Fahrzeugklasse. Man wollte bei Renault ein neu gestaltetes Familienauto und heraus kam ein Fahrzeug, das während seiner gesamten Bauzeit nur in einer einzigen Karosserievariante erhältlich war: als Schrägheck mit 5 Türen. Es war demnach eine Art Mischung oder ein Kompromiss aus einer klassischen Stufenhecklimousine und einem Kombi, also eine Kombilimousine. In der (oberen) Mittelklasse war dies wie gesagt ein Novum, später in der Kompaktklasse bei vielen Herstellern eine gängige Sache. Der Innenraum war dabei in höchstem Maße flexibel, denn um mehr Stauraum zu schaffen, ließ sich die Rücksitzbank mit nur wenigen Handgriffen und vor allen Dingen ohne Werkzeug demontieren.

Die Motoren waren hinter der angetriebenen Vorderachse längs eingebaut, wahlweise mit einem manuellen oder automatischen Getriebe gekoppelt. Bei beiden Versionen befand sich der Schalt- bzw. Wählhebel an der Lenksäule, was auch bis zum Produktionsende so beibehalten wurde, was wiederum ungewöhnlich war. Fast so ungewöhnlich wie das Fahrwerk mit den sehr langen Stoßdämpfern und Torsionsstäben, das hohe Geschwindigkeit auch auf unebener Fahrbahn ermöglichte.

Aber noch ein paar Infos zu den Motoren. Im Einsteiger – R16 kam ein Aggregat mit 1,5 Litern Hubraum und 55 PS zum Einsatz. Die zu erreichende Höchstgeschwindigkeit lag damit bei 140 km/h. In den Ausstattungsvarianten L, TL und TA wurde ein 1,6 Liter mit 65 bzw. 67 PS verbaut. Im Renault 16 TS erreichte dieser Motor sogar 83 bzw. 85 PS. Der ab Herbst 1973 angebotene R16 TX (erkennbar an den Doppelscheinwerfern) hatte einen größeren Motor mit einem Hubraum von 1.647 ccm und leistete 90 bzw. 93 PS. Er verhalf dem Wagen zu einer Spitzengeschwindigkeit von 170 km/h. Der R16 Motor fand auch im Lotus Europa und im Renault Alpine sowie deren Rennsportvarianten Verwendung.

Obwohl vom Renault 16 immerhin rund 1,85 Millionen Stück gebaut wurden, ist der Franzose zumindest hier in Deutschland eher selten vertreten. Eine Suche im Netz förderte gerade einmal 6 Treffer zu Tage, die mit ihrer Preisspanne von zirka 2.000 bis fast 9.000 Euro je nach Zustand für jeden Geschmack etwas boten.

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