Maybach Spezialrennwagen mit 23 Litern Hubraum

Die Marke Maybach war ja schon immer für Großes bekannt. Das gilt nicht erst seit den letzten, den meisten Menschen bekannten Limousinen, die unter der Führung von DaimlerChrsler entstanden und die nur noch bis 2013 angeboten wurden, bevor die Marke Maybach mal wieder nicht genutzt wurde. Auch früher schon baute die ursprüngliche Maybach-Motorenbau große Fahrzeuge mit noch größeren Motoren.

Maybach Spezialrennwagen FrontAuf den Fotos, die ich von diesem Riesen auf der Techno Classica Essen 2012 schießen konnte, wirkt das Fahrzeug gar nicht so groß, die Realität sah allerdings anders aus. Der Maybach Spezialrennwagen, den das Technik Museum Speyer dort ausgestellt hatte, stammt aus dem Jahr 1920 und alles war riesig: das Lenkrad, die Räder mit den Speichenfelgen, das Chassis mit dem langen Radstand und natürlich der unter den langen Hauben befindliche Motor.

Dieser wies einen Hubraum von 23.000 ccm auf. Dies könnte man in Anbetracht der Information, dass es sich bei dem Motor “nur” um einen Reihensechszylinder handelt, schnell für einen Tippfehler halten. Schließlich hören sich 2.300 ccm, also 2,3 Liter für einen Sechszylinder auch irgendwie normaler an. Doch das Aggregat dieses Wagens hat tatsächlich einen Hubraum von 23 Litern. Es handelte sich eigentlich um den Maybach-Motor eines Luftschiffs, den man bei Maybach einfach in den Rennwagen baute. Dort leistete dieser nach ein paar Modifikationen rund 300 PS. Interessanterweise lag die Höchstdrehzahl allerdings bei nur 1.050 U/min., was für uns eher eine Leerlaufdrehzahl zu sein scheint und wohl dem großen Hubraum geschuldet ist.

Maybach Spezialrennwagen SeitenansichtDie erreichbare Höchstgeschwindigkeit soll bei den magischen 200 km/h gelegen haben, mit dem Zusatz, dass diese in einem solchen Gefährt wohl nur mutige Fahrer erreichten. Andere Quellen sprechen von 160 km/h, was für die damalige Zeit sicherlich auch kein zu verachtender Wert eines so großen und schweren Fahrzeugs ist, das über Ketten die Kraft an die Hinterachse überträgt. Der Maybach Spezial-Rennwagen wurde allerdings nur für kurze Distanzen ausgelegt, war also eher eine Art Vorgänger heutiger Dragster.

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