Ferrari 328 – Nein, es ist nicht der “Magnum”-Ferrari

Ich glaube, dass der als Antwort formulierte Satz “Nein, das ist nicht der “Magnum”-Ferrari!” jedem Besitzer eines Ferrari 328 schon auf der Stirn tätowiert sein müsste. Oder es sollte ihn als Autoaufkleber geben. Und ich gebe zu, dass auch ich als bekennender Autofreund, aber in der Ferrari-Szene eher unbewanderter Mensch vor einiger Zeit erneut in dieses Fettnäpfchen trat.

Ferrari 328 GTS hinten rechtsAuf der Techno Classica Essen 2012 sah ich schon aus der Ferne den hier auf den Bildern zu sehenden Ferrari 328 GTS, der in seiner typisch roten Lackierung in Verbindung mit den hellen Ledersitzen einfach die Erinnerungen an die amerikanische Fernsehserie rund um den Privatdetektiv mit dem Schnauzbart aufkommen ließ. Und so schlich ich um den Wagen, der als GTS mit einem Targadach ausgerüstet ist und überlegte, ob man da wirklich Platz drin hat, denn auch Tom Selleck schaute ja fast schon über den Scheibenrahmen.

Als dann einer verantwortlichen Aussteller meine Frage vernahm, verdrehte er schon bei “Ist das der berühmte …” die Augen, klärte mich dann aber bereitwillig darüber auf, dass in der Serie der Vorgänger zum Einsatz kam, auch wenn sich Gerüchte hartnäckig hielten, dass in den letzten Folgen der 328 zum Einsatz käme, was aber nicht stimmt. Der Ferrari 328 debütierte 1985 (ist also ab dem nächsten Jahr mit dem ersten Baujahr schon ein Oldtimer) und war in zwei Versionen erhältlich: als Ferrari 328 GTB (Gran Turismo Berlinetta) mit geschlossenem Dach, klassisch als Coupé bezeichnet und als Ferrari 328 GTS (Gran Turismo Spider), als Cabriolet bezeichnet, wobei es sich nur um ein Fahrzeug mit dem bekannten einteiligen Targadach handelte, dass sich hinter den Sitzen des Zweisitzers (siehe Foto) verstauen ließ.

Ferrari 328 GTS FrontDer V8 war als Mittelmotor ausgelegt und leistete 271 PS aus 3,2 Litern Hubraum (was auch die Modellbezeichnung erklärt). Die reichten aus, um den leer unter 1,3 Tonnen wiegenden Ferrari aus dem Stand in guten 5,8 Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen. Die Tachonadel hörte erst bei 263 km/h mit dem Klettern auf. Die Kraftübertragung erfolgte dabei mittels klassischer Fünfgangschaltung an die angetriebenen Hinterräder der Dimension 225/50 VR 16 (vorne waren schmalere 205er Reifen verbaut). Immerhin 302 Nm Drehmoment konnten die Räder bei Bedarf durchdrehen lassen.

Von den rund 6.000 gebauten Fahrzeugen sind auf dem Gebrauchtwagenmarkt übrigens immer einige im Angebot. Laut einer aktuellen Stichprobe geht es bei knapp unter 40.000,- Euro los. Man sollte allerdings die Folgekosten bedenken, denn gerade mit dem Mittelmotor verschlingen Reparaturen und Ersatzteile sicherlich stattliche Summen. Und man muss halt immer diese eine Frage beantworten.

Ein Gedanke zu „Ferrari 328 – Nein, es ist nicht der “Magnum”-Ferrari

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.