Er sollte den 911 ersetzen: der Porsche 928

Der von 1977 bis 1995 gebaute Porsche 928 war nach dem gleichen Prinzip wie der Porsche 924 und 944 gebaut: Motor vorne, Getriebe und Antriebsachse hinten (sie sogenannte Transaxle-Bauweise). Sein Vorteil gegenüber den beiden anderen erwähnten Modellen: er hatte Leistung satt, war also eigentlich ein ehrwürdiger Nachfolger des altgedienten Porsche 911. Aber die (Porsche-) Welt war noch nicht bereit für ein solches Fahrzeug. Der Elfer wurde weitergebaut, der 928 parallel angeboten. Und er verkaufte sich so gut, das er immerhin fast 20 Jahre lang angeboten wurde. Und das Dank des zeitlosen Designs fast unverändert, da selbiges beim Erscheinen topmodern war.

porsche-928s-anfahrtUnter der langen Haube des Sportwagens mit den liegenden Klappscheinwerfern werkelten ausschließlich V8-Motoren. Der Hubraum der Achtzylinder reichte je nach Variante von 4,5 bis 5,4 Liter, aus denen die verschiedenen Varianten Leistungen von 240 PS im „normalen“ Porsche 928 bis hin zu 350 PS im Spitzenmodell Porsche 928 GTS mobilisierten. Die Kraftübertragung erfolgte meist über das serienmäßige 5-Gang-Schaltgetriebe, optional war eine 4-Gang-Automatik erhältlich, die im 928 GT sogar serienmäßig war. Die Beschleunigung des durchschnittlich rund 1.500 kg schweren Coupés lag bei unter 7 Sekunden in allen Varianten, die Höchstgeschwindigkeit immer über 230 km/h, der GTS schaffte sogar 275 km/h.

Trotz dieser tollen Fahrleistungen wurde der Porsche 928 im Gegensatz zum 911 nur wenig im Rennsport eingesetzt. Er galt immer mehr als Luxussportwagen und konnte während seiner Bauzeit diverse Preise und Auszeichnungen einheimsen. Eine geplante viertürige Version wurde (zum Glück?) nie in Serie gebaut.

porsche-928s-seiteHeute sind viele 928 zwar günstig zu bekommen, befinden sich aber bei genauem Hinsehen in einem eher schlechten Zustand. Hier gilt der Grundsatz „Wer billig kauft, kauft zweimal.“ mehr denn je, denn Porsche 928 Ersatzteile sind natürlich nicht günstig und manche Reparaturen für Amateure nur schwer selbständig durchzuführen. Daher sind einige Fahrzeuge auch buchstäblich zu Tode repariert.

Aktuell ist auf dem Gebrauchtwagenmarkt eine annehmbar große Auswahl vertreten. Bei den meisten günstigen Modellen handelt es sich um den weitverbreiteten Porsche 928 S und auch ein paar S4 sind dabei. Los geht es preislich bei rund 5.000 Euro – Zustand fragwürdig. Die Preisspirale endet bei rund 70.000 Euro für einen GTS aus dem letzten Baujahr mit einer geringen Laufleistung. Einige wenige Ausreißer kancken die 100.000-Euro-Marke, was ich aber eher für blühende Phatasie halte. Ob jemand so viel Geld für einen 928 bezahlt, weiß ich nicht, aber der Porsche 928 ist zu vernünftigen Preisen sicherlich ein künftiger Klassiker, in den es sich zu investieren lohnt.

Weitere Bilder zum Porsche 928:

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