Fremdgesichtet: Ford Taunus 17M P2 „Barocktaunus“

Ganz schön amerikanisch kommt der Ford P2 (Projekt 2) daher: Zweifarbenlackierung (beim deLuxe), reichhaltiger Chromzierrat mit einem entsprechenden Schwung auf der Fahrzeugseite. Er sieht dem US-Pendant Ford Fairlane aus dem Jahr 1957 schon sehr ähnlich. Und 1957 war auch das erste Jahr des hier gezeigten Ford Taunus 17M, wie er dann im Verkauf angeboten wurde. Im Volksmund hatte er wegen seines Designs schnell den Spitznamen „Barocktaunus“ erhalten.

Ford P2 Taunus 17M FrontDer bis 1960 so angebotene Wagen der oberen Mittelklasse war eine komplette Neuentwicklung. Es gab ihn als zwei- oder viertürige Limousine, als klassischen Kombi oder Kastenwagen (jeweils nur mit zwei Türen) und – wohl sehr selten – auch als Cabriolet aus dem Hause Deutsch Karosseriebau. Die knapp 4,38 m langen Fahrzeuge brachten es auf etwas über eine Tonne Leergewicht.

Das galt als verhältnismäßig schwer. Daher kam nicht – wie ursprünglich geplant – der kleine Anderthalblitermotor zum Einsatz, sondern ein Vierzylinder mit 1,7 Litern Hubraum, der 60 PS leistete und der Limousine zu einer Höchstgeschwindigkeit von 128 km/h verhalf. Der Kombi schaffte immerhin noch 120 km/h. Die Kraftübertragung erfolgte dabei per 3-Gang-Schaltgetriebe und Lenkradschaltung an die angetriebenen Hinterräder. Auf Wunsch war (später) ein Viergangschaltgetriebe oder eine Technik namens Saxomat erhältlich. Für die Verzögerung waren Trommelbremsen an allen Rädern zuständig.

Ford P2 Taunus 17M DetailFast 240.000 Barocktaunus wurden gebaut und teilweise sogar in die Staaten exportiert. Bei einer Stichprobe im Internet konnte ich in einer bekannten Onlinebörse gerade einmal 3 Fahrzeuge finden – allesamt Kombis (rund 45.500 wurden hergestellt) mit Preisen von 4.900 Euro für ein Restaurationsobjekt bis 12.900 Euro für ein schönes Exemplar. Es scheinen nicht so viele Fahrzeuge überlebt zu haben.

Weitere Bilder vom Ford Taunus 17M P2 findet ihr in der nachfolgenden Galerie:

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