VW Golf IV – fast so gut wie der 2er Golf

Der von 1997 bis 2003 gebaute VW Golf IV war im Vergleich zu seinem Vorgänger äußerlich deutlich gewachsen und wartete im merkwürdigerweise kleineren Innenraum mit einer neuen, viel wertigeren Materialanmutung sowie Verarbeitungsqualität auf. In der vollverzinkten Karosserie fanden große Räder Platz, die für den richtigen Auftritt des Wagens sorgten.

VW Golf IVDreitürer Apropos Karosserie: anfänglich gab es die für die Kompaktklasse typischen Schrägheckversionen mit drei oder fünf Türen. Das von 1998 bis 2001 gebaute Cabriolet war eigentlich kein 4er Golf, sondern ein auf dessen Look getrimmter 3er Golf. Von 1999 bis 2006, also länger als das Schrägheck, war der VW Golf IV Variant im Angebot.

VW Golf IV FünftürerWährend der VW Golf 4 an sich noch recht übersichtlich war, konnte man das von seiner Motorenpalette nicht behaupten. Im Laufe der Bauzeit waren die verschiedensten Triebwerke zu bekommen. Bei den Benzinern reichte das Angebot vom kleinen Vierzylinder mit 1,4 Litern Hubraum und 75 PS bis hin zum 3,2 Liter-Sechszylinder, der im VW Golf IV R32 stolze 241 PS leistete. Die Dieselmotoren waren allesamt Reihenvierzylinder mit einem Hubraum von 1,9 Litern. Je nach Zeit und Technik betrug die Leistung zwischen 68 und 150 PS.

Vom anfänglichen Sorgenkind mauserte sich der Golf IV zum alltagstauglichen Langzeitauto, dass dem VW Golf II schon fast den Rang als Dauerläufer ablaufen könnte. Dennoch gab und gibt es Mängel und Probleme, die nicht weg zu diskutieren sind. Zu den Schwachstellen zählen unter anderem Luftmassenmesser und Zahnriemen der TDI-Modelle sowie der Ölverbrauch beim Benziner mit Zweilitermotor. Ebenfalls ärgerlich: defekte Fensterheber, Wasserverlust wegen loser Schlauchschellen und wackelnde Sitze.

VW Golf IV HeckDer TÜV bemängelt vor allen Dingen die Aufnahmebuchsen der Hinterachse, manchmal Spiel in der Lenkung. Im Bereich der Bremsen gibt es Probleme mit den Bremsscheiben, die gerne verschlissen oder rostig sind. Rostig und daher auch schon mal gebrochen sind die Auspuffanlagen des Wolfsburger Kassenschlagers. Immerhin sind Ersatzteile gut zu bekommen, so dass einem weiteren Betrieb des Golfs nichts im Wege steht. Und der ist mittlerweile wohl auch recht günstig zu bekommen. So erzählte ein Nachbar kürzlich, dass eine Bekannte gerade einmal 650 Euro für ihren „neuen“ Gebrauchten gezahlt hat. Natürlich mit Mängeln, deren Reparaturkosten sich aber in Grenzen hielten.

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