Porsche 924 – beinahe wäre es ein Audi geworden

Was haben wir damals gelacht, als ein merkwürdiger Vogel im Dunstkreis der Clique mit stolzgeschwellter Brust seinen Porscheschlüssel auf den Tisch legte. Wir fuhren als Anfangszwanziger alle die üblichen Karren und er kam sich nun ganz toll vor. Warum wir gelacht haben? Weil wir natürlich voller Neugier nach draußen gingen, um dort dann anstelle eines coolen Neunelfers nur einen Porsche 924 entdeckten. Das galt damals irgendwie nicht als richtiger Porsche und war mit seinem 125-PS-Motor auch noch langsamer als einige der getunten Kisten aus dem Freundeskreis. Die Geschichte zu besagtem Porsche-Modell ist schnell erzählt:

Eigentlich wollten die Händler endlich einen würdigen Nachfolger für den (VW-) Porsche 914 und so gab Volkswagen einen Auftrag an Porsche, der die Entwicklung des eines günstigen Sportwagens nach sich zog, bei dessen Produktion möglichst viele Teile aus den Regalen von VW / Audi verwendet werden sollten. Dieser Sportwagen sollte ursprünglich in das Programm von Audi aufgenommen werden. Doch zu Zeiten der Ölkrise Anfang der 70er Jahre bekam VW kalte Füße und entschied sich gegen die Produktion. Porsche kaufte die Konstruktion zurück und brachte den Wagen selbst auf den Markt: der Porsche 924 war geboren.

Porsche 924Wegen der bei der Produktion der ersten Baureihe von 1976 bis 1985 verwendeten Teile von Audi und VW und den ausschließlich als Vierzylinder verwandten Motoren wurde der 924 von den Fans der Marke nie als echter Porsche angesehen. Die Verkaufszahlen widerlegten dies aber, der Porsche 924 war anfänglich ein Verkaufsschlager.

Ab 1985 gab es den neuen Porsche 924 S – ein optisch unverändert Wagen, der aber nun fast die komplette Technik des Porsche 944 bekam. Dieser wurde dann auch bis 1988 gebaut, dann war Schluss mit dem 924. Außerdem gab es auch noch einen Porsche 924 Turbo, der äußerlich an diversen Merkmalen wie zum Beispiel den Lufteinlässen zwischen den Scheinwerfern zu erkennen war. Und der letzte im Bunde war der Porsche 924 Carrera GT / GTS. Von allen Modellen gab es dann auch noch diverse Sondermodelle.

Die Antriebskonstellation war immer gleich: Motor vorne, Getriebe an der angetriebenen Hinterachse. Diese Transaxle-Bauweise sorgte für eine gute Gewichtsverteilung. Selbst der kleine Motor mit gerade einmal 125 PS war für einen Höchstgeschwindikeit von 200 km/h gut, die anderen Motoren mit bis zu 210 PS waren entsprechend flotter unterwegs.

Das Angebot ist heute trotz der ab 1978 serienmäßig erfolgten Vollverzinkung eher gering und die Preise scheinbar niedrig. Schon für rund 1.000 Euro kann man einen Porsche 924 sein Eigen nennen. Die Qualität des Oldtimers / Youngtimers ist dann aber auch entsprechend. Soll es ein 924 S mit Rest-TÜV sein, werden auch schnell 2.500 Euro fällig. Einen Turbo bekommt man ab 4.000 Euro, einen Carrera GT nur für 5-stellige Summen. Hierbei sollten aber die Folgekosten beachtet werden, denn Porsche 924 Ersatzteile stammen zwar teilweise von VW und Audi, aber halt auch von Porsche – mit entsprechenden Preisen.

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