VW-Porsche 914 – kein Volks-Porsche

Wenn man einem Oldtimerfreund die Zahl 914 an den Kopf wirft, antwortet dieser ganz schnell „VoPo!“, was aber von Volkswagen und Porsche aufgrund der begrifflichen Nutzung für die Benennung der Polizei der damals noch existierenden DDR so niemals gewollt war. Gemeint ist natürlich der VW-Porsche 914 mit all seinen Varianten. Denn die sind vielfältiger als der Laie vermuten könnte.

VW Porsche 914 vorne und hintenDie Kooperation zwischen VW und Porsche brachte zwar grundsätzlich nur ein Fahrzeug hervor, jedoch sind es die „Kleinigkeiten“, die den feinen Unterschied ausmachen. So wurde der Wagen als VW-Porsche mit Vierzylindermotor (demnach 914/4 genannt) bei Karmann in Osnabrück gebaut, die selteneren Porsche 914 mit Sechszylinderaggregaten (demnach 914/6 genannt) aber bei Porsche in Stuttgart.

VW Porsche 914 RennwagenDie Motoren der 914/4 von VW schöpften aus dem 1,7-Liter-Boxermotor immerhin 80 PS, der von Porsche gebaute 2 Liter aus dem Porsche 911 kam auf stolze 110 PS, die dem eigentlich zweisitzigen Targa mit Mittelmotor ordentlich Beine machten. Eigentlich, weil es zwischen den Sitzen eine Art Notsitz gab, der den 914 im Ernstfall zum Dreisitzer werden lässt.

Zwischen 1969 und 1976 wurden knapp 120.000 Fahrzeuge gebaut und in dieser Zeit gab es einige Veränderungen in puncto Motorisierung, die sich aber alle in der genannten Größenordnung bewegten. Der Wegfall des 914/6 aufgrund stark rückläufiger Verkaufszahlen brachte einen 2 Liter Vierzylinder von VW auf den Plan, der nur 10 PS weniger als der Porsche-Motor leistete.Es gab weitere wesentlich potentere Versionen, die aber nur in geringen Stückzahlen gebaut wurden oder gar nicht über das Prototypenstadium hinauskamen.

VW Porsche 914 HeckLeider hatte der 914 ein großes Problem, dass viele Einstiegsmodelle haben: sie werden gefahren, getunt, aber kaum gepflegt. Dementsprechend gibt es bedingt durch die anfänglichen Mängel in der Verarbeitung sowie die Anfälligkeit für Rost viele schlechte Exemplare auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Die Originalität lässt sich sehr gut von der Fahrgestellnummer ableiten, denn nicht jeder vermeintliche Porsche 914/6 ist auch wirklich einer. Dafür sind VW-Porsche 914 Ersatzteile ganz gut zu bekommen und einer Rückrüstung in den Originalzustand oder einer Restaurierung eines zerfallenen Scheunenfunds steht außer dem benötigten „Kleingeld“ nichts mehr im Wege.

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