OSI-Ford 20 M TS Coupé – der italienische Ford

Denkt man an sportliche Coupés aus dem Hause Ford, so denkt man zwangsläufig an den lange und häufig gebauten Ford Capri. Es gab aber auch ein wesentlich selteneres Fahrzeug: das OSI-Ford 20 M / TS Coupé, dass 1966 in auf dem Genfer Autosalon präsentiert wurde. OSI war ein italienischer Karosseriebauer mit Sitz in Turin und Ford beauftragt ihn, eine Art europäischen Ford Mustang zu bauen: aufregendes Design kombiniert mit Großserientechnik aus dem Hause Ford. Die technische Grundlage bildeten dabei die 20M-Modelle.

Osi Ford 20 M TS Coupé SeiteEigentlich produzierte OSI Sonderkarossen und Prototypen, das viersitzige 20 M TS Coupé bildet hier die Ausnahme und wurde mit knapp 2.200 Stück für OSI-Verhältnisse dennoch recht häufig gebaut. Die Bauzeit ging dabei nur von 1967 bis 1968, bereits 1969 stellte OSI den Karosseriebetrieb ein. Das Design des OSI-Ford Coupés stammte übrigens vom gleichen Mann, der auch den großen VW Karmann-Ghia entworfen hatte: Sergio Sartorelli.

Während das Design – außen sowie auch im zum Vergleich zum Prototypen sehr schön und mit viel Holz gestalteten Innenraums – für Aufsehen sorgte, ernüchterte einen die Technik schnell wieder. Da diese vom Ford 20 M / TS stammte, kamen natürlich auch dessen Motoren zum Einsatz. Der OSI-Ford sah im Stand recht flott aus, unter der Haube werkelten aber letztendlich nur ein Sechszylinder, der aus gut 2 Litern Hubraum gerade einmal 90 PS schöpfte. Da half auch die geänderte Hinterachse mit kürzerer Übersetzung für eine bessere Beschleunigung wenig. Immerhin war er flotter als der Taunus 20M, sonst wäre es auch sicherlich peinlich geworden. Ein stärkerer V6 mit 2,3 Litern Hubraum stellte 107 PS zur Verfügung.

Osi Ford 20 M TS Coupé FrontEin Cabrio wurde auf dem Pariser Salon 1967 präsentiert. Leider blieb es bei diesem Einzelstück. Seit 1987 hält die OSI-Owners-Association das Erbe des OSI am Leben. Laut Informationen im Internet sollen nur noch rund 200 OSI-Ford 20 M TS Coupés existieren. Eine Stichprobe in diversen Online-Gebrauchtwagenmärkten brachte keinerlei Ergebnis, was die Seltenheit dieser Oldtimer unterstreicht. Das hier gezeigte Exemplar war auf der Techno Classica 2011 zu sehen und gehörte zu den wenigen Fahrzeugen, die nicht zu verkaufen waren – der Besitzer wird wissen warum.

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