Land Rover Lightweight – beliebte Mogelpackung

Mogelpackung hört sich zugegebenermaßen etwas hart an, doch wenn man die ebenfalls harten Fakten betrachtet, dann suggeriert der Name hier ganz klar eine falsche Vorstellung, die vom äußeren Erscheinungsbild dieses fürs Militär gebauten Wagens noch unterstrichen wird. Denn der Military Land Rover, wie der Geländewagen des britischen Herstellers eigentlich bezeichnet wird, hat eine schmalere Motorhaube und entsprechend kleinere Kotflügel vorne, die den Briten in Verbindung mit der Plane im Heck eher leicht wirken lassen. Dabei war er sogar 140 kg schwerer als die zivilen Versionen des Land Rovers.

Military Land Rover LightweightDas lag vor allen Dingen daran, dass die Militärversion relativ einfach zu zerlegen und somit den jeweiligen Einsatzanforderungen anzupassen war. Die schnelle Demontage von Türen, Plane und Spriegel sowie der Frontscheibe und Stoßstangen ermöglichte zwar die genannte Anpassung, sorgte aber unter Umständen auch für eine gewisse Instabilität. Da der Wagen aber auch in diesem teilzerlegten Zustand immer einsatzbereit sein sollte, wurde er entsprechend verstärkt, was das oben erwähnte Mehrgewicht zur Folge hatte.

Die Bezeichnung Lightweight beruht auf einer Vorgabe des Militärs, da der geforderte Wagen leicht genug für einen Transport unter einem Hubschrauber oder in einem Frachtflugzeug sein musste. Weltweit ist der Wagen nun unter diesem Namen bekannt, obwohl er offiziell nie Teil der Bezeichnung war. Bei Sammlern sind diese Fahrzeuge, die immerhin von 1965 (eigentlich erst in der ersten Serie ab 1967) bis 1985 in zwei Serien gebaut wurden, heute sehr beliebt. Ein großer Vorteil ist, dass Land Rover trotz militärischer Anforderungen viele Teile aus den zivilen Versionen genutzt hat, was heute in Sachen Ersatzteilversorgung ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist.

Noch ein paar Worte zur Motorisierung. Es gab Versionen mit Benzinmotoren für das britische Militär sowie Dieselversionen für andere Länder (zum Beispiel die Niederlande und Dänemark). Beide verfügten über einen Hubraum von 2,25 Litern und brachten mit 69 bzw. 62 PS auch fast die gleiche Leistung. Der hier gezeigte auf der Techno Classica in Essen 2012 fotografierte Wagen ist ein Lightweight der zweiten ab 1972 gebauten Serie und hatte den Dieselmotor verbaut.

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