VW Golf II GTI Pikes Peak – der Twin-Golf

Eine vom Ladedruck und der Übersetzung abhängige Höchstgeschwindigkeit von 184 km/h locken heute niemanden mehr hinterm Ofen hervor, die schafft jeder aktuelle Kleinwagen. Auch für einen in die Jahre gekommen VW Golf II ist eine Spitzengeschwindigkeit von 184 km/h kein glänzender Wert – zumindest dann nicht, wenn es sich um eine Golf II GTI handelt, der auch damals schon in der ursprünglichen Version 191 km/h erreichte, mit Katalysator immerhin noch 187 km/h. Allerdings erreichte man dies immerhin mit 112 beziehungsweise sogar „nur“ 107 PS.

1987 VW Golf II Pikes Peak SeiteDer eingangs genannte Topspeed-Wert stammt von einem Golf, der maximal eine stolze Leistung von 652 PS an alle vier angetriebenen Räder abgeben konnte. Doch viel wichtiger als die Endgeschwindigkeit war bei diesem Wagen sein Spurtvermögen. Denn es handelt sich um den VW Golf 2 Pikes Peak, der 1987 beim gleichnamigen und vor allen Dingen legendären Bergrennen in den USA eingesetzt wurde.

1987 VW Golf II Pikes Peak Heck offenDie immense Leistung bezog er damals von zwei unabhängig von einander arbeitenden Vierzylindermotoren. Die wassergekühlten 16-Ventiler mit einem Hubraum von jeweils 1,8 Litern leisteten jeweils maximal 326 PS bei 7.200 U/min. und gaben diese Leistung an Reifen der Dimension 225 / 50 VR 16 ab. Dabei ermöglichte das Bi-Motor-Prinzip (ein Motor vorne, ein Motor hinten) je nach Passage den wahlweisen Einsatz von Front-, Heck- oder Allradantrieb.

1987 VW Golf II Pikes Peak FrontDer von Volkswagen Motorsport in Hannover gebaute Wagen wurde von Volkswagen unter dem Motto „Sportliche Eleganz“ auf der Techno Classica Essen 2012 ausgestellt. Wobei Eleganz hier jetzt wohl eher im Auge des Betrachters liegt, denn es handelt sich hier nicht einfach um einen etwas getunten Golf II mit ein paar breiteren Reifen und einer Tieferlegung. Hier wurden weitreichende Veränderungen am Golf vorgenommen, um daraus den Pikes-Peak-Golf zu machen.

1987 VW Golf II Pikes Peak InnenraumAm Heck klaffen zwei riesige kreisrunde Luftlöcher für die beiden Lüfter, das ganze Heck ist knapp hinter der B-Säule hochklappbar, um auch am hinteren Motor entsprechend gut arbeiten zu können. Ein Lufthutze auf dem Dach sowie eine andere Frontschürze sind weitere Auffälligkeiten und auch das gesamte Interieur hat mit der originalen Ausstattung nichts mehr gemein. Ob der eine Straßenzulassung bekäme? 😉

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