Ferrari 400 / Ferrari 412 – der eher untypische Italiener

Das Klischee, ein Ferrari sei rot, habe zwei Sitze und koste ein Vermögen trifft nicht immer zu. Denn in Maranello wurden durchaus auch andere Fahrzeuge konzipiert, die zumindest heute zu halbwegs erschwinglichen Preisen zu erstehen sind. Dazu gehören die viersitzigen Versionen (offiziell aber als 2+2-Sitzer bezeichnet), die sich natürlich nie so großer Beliebtheit wie die zweisitzigen Flitzer erfreuten. Ein Vertreter dieser Spezies ist der Ferrari 400 / Ferrari 412.

1986 Ferrari 412i SeitenansichtVon dieser Modellserie sind die ersten Baureihen bereits als Oldtimer zuzulassen, denn sie kamen bereits 1976 auf den Markt und sind somit über 30 Jahre alt und H-Kennzeichen-fähig, wie man hierzulande so gerne sagt. Der damals präsentierte Ferrari 400 GT stellte des Ferrari 365 GT4 2+2 und nutzte weitestgehend dessen Aussehen sowie die Technik. Im 400er kam jedoch ein größerer Motor zum Einsatz, dessen Hubraum auf 4,8 Liter angehoben wurde. Der letzte Zwölfzylinder, der noch mit Vergasern bestückt war, konnte nun auch erstmals mit einem Automatikgetriebe bestellt werden, was klar dem GT-Charakter entspricht.

1986 Ferrari 412i InnenraumBereits 1979 wurde er durch den Ferrari 400i abgelöst. Das “i” verrät dem Kenner, dass die 6 Weber-Doppelvergaser nun Geschichte waren und eine Einspritzanlage vom Typ Bosch K-Jetronic nun das Gemisch aufbereitete. Die Leistung wurde nun mit 310 PS angegeben. Bei der Modellpflege von 1982 wurde schon das neue Cockpitdesign des kommenden 412 vorgegriffen und die Leistung wurde durch kleinere Veränderungen auf 315 PS erhöht.

1986 Ferrari 412i Front Motorhaube aufDer erwähnte Ferrari 412 war dann von 1985 bis 1989 zu bekommen (der hier auf den Bildern zu sehende Ferrari 412i stammt aus dem Jahr 1986) und unterschied sich äußerlich durch viele Kleinigkeiten wie zum Beispiel weiße Blinker, vorne, einen höheren Kofferraum und Stoßstangen in Wagenfarbe. Der Zwölfzylindermotor brachte es im 412 auf erneut erhöhte 4,9 Liter und die Leistung wuchs ebenfalls an, 340 PS standen hier zu Buche. Das reichte in der Praxis, um den „Viersitzer“ in unter sieben Sekunden aus dem Stand die 100-km/h-Marke passieren zu lassen. Die Tachonadel stoppte erst bei rund 250 km/h, je nach gewähltem Getriebe, denn noch immer war neben der klassischen 5-Gang-Schaltung ein automatisches Getriebe mit drei Gängen erhältlich. Ein Novum war das nun erhältlich ABS, das für eine entsprechende Verzögerung des Wagens sorgte.

1986 Ferrari 412i MotorAuf dem Gebrauchtwagenmarkt sind diese Fahrzeuge verhältnismäßig günstig zu bekommen. Jedoch sollte man hier auch immer die Folgekosten im Auge haben, denn sonst platzt der Traum vom vermeintlich günstigen Einstieg in die Ferrariwelt ganz schnell wieder.

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