VW Golf I – die erste Ausgabe des deutschen Verkaufsschlagers

Wenn ein Automodell dafür sorgt, dass im zumindest deutschen Sprachgebrauch eine ganze Fahrzeugklasse nach ihm benannt wird – wenn auch nur inoffiziell – dann sagt dies viel über das Modell aus. So ist es beim VW Golf, der eine mittlerweile fast 40-jährige Geschichte vorzuweisen hat. Der Dauerbrenner aus dem Hause Volkswagen trat in der Kompaktklasse an, die hierzulande aufgrund des hohen Marktanteils des Golf in dieser Klasse auch gerne Golfklasse genannt wird. Neue Fahrzeuge der Mitbewerber mussten sich in diversen Autotest immer gegen den VW Golf beweisen und meistens unterlagen sie.

VW Golf I LX vorne rechtsFälschlicherweise denken übrigens viele Menschen, der Name “Golf” hätte etwas mit der Sportart zu tun hat, was auch durch die zeitweise Verwendung eines Schaltknaufs in Golfballoptik naheliegend erscheint. Eigentlich stammt der Name aber vom Golfstrom ab. Erst später wurde das Ganze häufiger mit der Sportart assoziiert. Der VW Golf wird mittlerweile in der 7. Generation angeboten, die durchgehenden Bezeichnungen der Generationen erfolgt in römischen Ziffern (Golf I, Golf II, Golf II, Golf IV, Golf V und Golf VI). Das Grundprinzip war dabei immer gleich: ein kompaktes Schrägheck mit möglichst konservativem Design, um möglichst viele Schichten verschiedener Käufer anzusprechen. Neben den Drei- und Fünftürern gab es in verschiedenen Generationen ein Cabriolet und ab dem Golf III auch einen Kombi. Standard war dabei der Frontantrieb, es gab aber auch allradgetriebene Versionen.

VW Golf I LX hinten rechtsDen Anfang machte natürlich der VW Golf I. Er stellt den legitimen Nachfolger des VW Käfer dar. Angeboten wurde er von 1974 bis 1983 – als von Karmann produziertes Golf Cabrio sogar von 1979 bis 1993. Diese erste Generation des Golf wurde unter dramatischen Bedingungen entwickelt und rettete den angeschlagenen Volkswagenkonzern, in dem zu lange am Käfer und dessen veralteter Technik festgehalten wurde, in der sprichwörtlich letzten Minute vor dem Untergang. Der Einser Golf war grundlegend anders als der Käfer, der wassergekühlte Motor saß vorne über den angetriebenen Vorderrädern. Der kompakte Wagen galt damals selbst mit kleinen Motorisierungen als sportliches Fahrzeug. Die Motorenpalette der Benziner reichte dabei vom kleinen 1,1 Liter mit 50 PS bis zum späten 1,8 Liter des VW Golf I GTI mit 112 PS. Für die Freunde des Selbstzünders gab es ab 1976 auch VW Golf I Diesel mit 1,5 und 1,6 Litern Hubraum und einer Leistungsspanne von 50 bis 70 PS.

Im Laufe der Bauzeit wurden diverse Veränderungen vorgenommen. 1978 ersetzten Kunststoffstoßstangen die bisherigen Chrommodelle. Die 81er Modelle bekamen wesentlich größere Rückleuchten sowie ein neues Armaturenbrett. Beim als Drei- und Fünftürer erhältlichen Golf I wurden außerdem zeitgleich mit der vorgenannten Modellpflege die Ausstattungsvarianten neu sortiert. Zur Vorbeugung gegen Rost gab es ab 1982 Innenkotflügel vorne.

VW Golf I ViertürerHeute ist ein VW Golf 1 auf den Straßen eher selten anzutreffen, es haben trotz der hohen Produktionszahlen nur verhältnismäßig wenig Fahrzeuge überlebt. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt erhältliche Golf I unterteilen sich in ranzige Originale (billig), gute Originale (teuer) und Tuningfahrzeuge in ebenfalls zwei Arten: gut und schlecht. Gerade letztere Wagen sind meist vollkommen verheizt und taugen eigentlich nur noch als Ersatzteilspender. Die Preise beginnen bei rund 300 bis 400 Euro für alte Klapperkisten und enden bei Fantasiepreisen für irgendwelche Tuningschüsseln mit dicken Motoren aus aktuelleren Nachfolgern. Für gute Originalfahrzeuge wie einen Golf I GTI werden bis zu 20.000 Euro aufgerufen. Ob die allerdings jemand zahlt, steht auf einem anderen Blatt. Und das Thema VW Golf I Ersatzteile ist eigentlich ein leichtes, denn die Szene ist groß, Teile gibt es ohne Probleme. Und mittlerweile sind alle Golf I offiziell Oldtimer und können das begehrte H-Kennzeichen erhalten. Vorausgesetzt, der Zustand gibt es her und die Umbauten sind zeitgenössisch.

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