Gesichtet: Jaguar Mark X / 420 G

Klassische Fahrzeuge aus Großbritannien haben hier in Deutschland oft den Ruf, aufgrund mangelnder Qualität als anfällig zu gelten. Und so verwundert es kaum, dass der hier auf den Bildern gezeigte ab 1961 gebaute Jaguar Mark X (Mk 10 geschrieben), der ab 1966 bis zu seinem Produktionsende im Jahr 1970 Jaguar 420 G hieß, keine Ausnahme darstellt. Denn in der Tat haben die britischen Oberklasselimousinen dieser Zeit ein gewaltiges Problem: die braune Pest nagt wegen mangelnder Konservierung einfach alles Metallische an. Das betrifft beispielsweise die vorderen Längsträger, welche die Vorderachse und den Motor halten, aber auch ganz klassisch die Schweller der noblen Raubkatze.

Jaguar Mark X / Mk 10 vorne rechtsMotor ist dabei übrigens ein gutes Stichwort. Unter der langen Motorhaube des Briten verrichtete zu Beginn der Produktion der aus dem Jaguar E-Type bekannte 3,8 Liter – Reihensechszylinder seinen Dienst. Er leistete 265 PS, die per 4-Gang-Schaltgetriebe mit Mittelschaltung oder auf Wunsch auch mittels Overdrive oder Dreistufenautomatik an die angetriebenen Hinterräder übertragen wurden. Im Jahr 1964 folgte dann wie beim E-Type die Vergrößerung des Hubraums auf nun 4,2 Liter, wobei die Leistung gleich blieb und sich somit nur die Charakteristik veränderte.

Doch zurück zum eingangs erwähnten Rost, der auch die Radläufe und Endspitzen der 5,13 Meter messenden Karosserie mit der Zeit pulverisiert. Das auch der Boden im Kofferraum löchrig werden kann, versteht sich fast von selbst. Da Teile für die Karosse kaum noch bzw. gar nicht mehr zu bekommen sind, stellt eine Restauration ein nicht ganz einfaches Unterfangen dar. Das gilt übrigens auch für Teile der Ausstattung, die nur noch gebraucht bei diversen Teilebörsen oder im Internet zu bekommen sind. Die Elektrik gehörte scheinbar noch nie zu den stärken der Engländer und macht auch im ansonsten als zuverlässig (entsprechende Wartung vorausgesetzt) geltenden Jaguar Mark X / 420 G häufig Ärger. Das mit der Wartung ist aber nicht immer so einfach, denn möchte man zum Beispiel die Bremsscheiben an der Hinterachse tauschen, muss man diese erst einmal komplett ausbauen. Noch extremer wird es beim Tausch der Kupplung, für die der ganze Motor ausgebaut werden muss.

Der Rest ist Geschmackssache. Mir persönlich gefällt der Wagen von außen gar nicht, von innen schon eher. Eine Probefahrt würde ich nicht ablehnen, damals, als ich den Wagen in einem Hinterhof entdeckte und fotografierte, war aber leider kein Verantwortlicher vor Ort. Und das Angebot an gebrauchten Fahrzeugen ist hierzulande eher gering. Aber vielleicht bietet sich in Zukunft ja noch eine Möglichkeit.

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