Getestet: Citroën C3 Picasso VTi 95 Flüssiggas (LPG) Tendance

Auf dieses Auto habe ich mich wirklich gefreut. Das lag nicht mal an meiner neu entdeckten Liebe zur Marke Citroën, sondern vielmehr an der Tatsache, dass der Citroën C3 Picasso VTi 95 Tendance in der Flüssiggas-Version seinen Weg hierher fand. Gerade hier in Aachen, also im Dreiländereck Deutschland, Niederlande, Belgien ist ein Auto mit LPG (Liquefied Petroleum Gas) in Sachen Unterhaltskosten nicht zu unterschätzen. Auch der C3 Picasso an sich gefiel mir in Sachen Optik ganz gut und so war ich aufgrund der ebenfalls positiven Erfahrungen mit dem getesteten Citroën Berlingo doch sehr gespannt auf den kleineren Kollegen.

Citroën C3 Picasso LPG vorne linksEine erste Ernüchterung machte sich bereits bei der Abholung breit: der Testwagen war schwarz. Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes, lässt aber meines Erachtens die auch vor dem aktuellen Facelift schon vorhandenen Designmerkmale kaum zur Geltung kommen. Bis dato hatte ich den Wagen oft in hellen Farbtönen wie weiß und silber gesehen, was einen schönen Kontrast zum Beispiel zu den Rückleuchten darstellte. Beim schwarzen C3 Picasso geht dieses Merkmal leider unter. Ich hörte allerdings auch schon von Leuten, die dies begrüßen, dem C3 Picasso in Sachen Design keine klare Linie unterstellen. Letztendlich ist es, wie so oft im Leben, eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Der übersichtliche Innenraum wirft kaum Fragen auf. Alle Elemente der Mittelkonsole wie Heizung und Radio sind klassisch gestaltet und wie gewohnt zu bedienen. Das Radio ist zudem, typisch französisch, auch per Satellit hinter dem Lenkrad zu bedienen. Die Anzeige dafür befindet sich in einer mittig auf dem Armaturenbrett thronenden Einheit und wird eingerahmt von einem Bereich mit Kontrollleuchten zur Rechten und den üblichen Anzeigen wie Geschwindigkeit, Drehzahl und Tankinhalt zur Linken. Warum der letztgenannte Bereich nach hinten offen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Über Tag sorgt hier einfallendes Sonnenlicht für Einbußen in der Ablesbarkeit und in der Dunkelheit leuchtet der Wagen rot nach vorne. Da haben einige Bekannte schon verwundert geschaut.

Citroën C3 Picasso LPG Gas-ZapfpistoleDas Raumangebot war mir zu klein und das einzig Gute an der Sitzposition war die Höhe. Ansonsten brachte mir und meinen 1,92 m Körperlänge keinerlei Verstellung eine auf Dauer angenehme Sitzposition. Für Langstrecken ein KO-Kriterium. Und auch den Raum im Fond hatte ich wohl überschätzt, der jugendliche Sohn hatte hinter mir keine Chance. Wird der Platz benötigt, muss man wohl zum erwähnten Berlingo oder dem C4 Picasso als Zwischenlösung greifen müssen. Für eine Familie mit kleineren Kindern sollte der C3 Picasso aber durchaus ausreichend sein. Dies gilt auch für den Kofferraum, der im doppelten Boden noch zusätzlichen Raum bietet. Darunter befindet sich die Reserveradmulde, die aber gar kein Ersatztrad, sondern einen Radmuldentank für das Flüssiggas beherbergt.

Und schon sind wir beim Hauptunterschied zum normalen C3 Picasso angekommen, der gar nicht mal so offensichtlich ist. Denn der C3 Picasso gehört zu den wenigen Modellen des französischen Automobilherstellers, das man ab Werk mit einer Flüssiggasanlage bestellen kann. Dafür zahlt man glatt 2.000 Euro mehr, als für das nur benzinbetriebene Modell. Der Umbau umfasst die gesamte Technik, die u.a. im Motorraum ersichtlich ist. Rein äußerlich ist die LPG-Version nicht zu erkennen. Der erwähnte Radmuldentank ist gut versteckt, die Tanköffnung befindet sich wie die fürs Benzin unter dem Tankdeckel und nicht wie bei manchen Nachrüstern irgendwo sichtbar an der Karosserie. Und die Anzeige mit Umschalter befindet sich links von der Lenksäule neben der Höhenverstellung für die Scheinwerfer.

Citroën C3 Picasso LPG VordersitzeTrotz der Tatsache, dass ich hier aufgewachsen bin, hatte ich keinerlei Erfahrungen mit Gasanlagen, die gerade in Holland weit verbreitet sind. Und da ich im Zeitdruck war, fuhr ich in Köln los Richtung Aachen und wunderte mich, dass die normale Tankanzeige fiel und der C3 Picasso fröhlich Super bleifrei in die Brennkammern laufen ließ. Bis Aachen hatte den den erwähnten Schalter noch gar nicht entdeckt. Nach einiger Zeit und der Nutzung des halben Tankinhaltes drückte ich den Knopf und der Citroën schaltete um auf das günstige Gas. Und hier reden wir von einer ordentlich Ersparnis.

Zum Vergleich betrachte man einfach das im Testzeitraum gemachte Foto der Preistafel einer Tankstelle in der Gegend. Für das normalerweise benötigte Super bleifrei wurde ein Literpreis von 1,569 Euro aufgerufen, für LPG gerade einmal 0,759 Euro, also nicht einmal die Hälfte. Nun verhält es sich angeblich so, dass der Verbrauch des heißer verbrennenden Gases etwas höher sein soll. Doch die Ersparnis ist immer noch extrem. Vor allen Dingen, wenn man im benachbarten Ausland tankt, wo der Literpreis im Testzeitraum bei gerade einmal bei 0,629 Euro lag. Ich tankte den Wagen in Deutschland mit LPG für nicht ganz 27 Euro voll (35 Liter) und kam damit knapp 420 km weit. Und das bei verhältnismäßig sportlicher Fahrweise, wobei sich der 95 PS Benziner für mich zwar nicht als Quell der Freude erwies, aber für die meisten Alltagsanforderungen der Zielgruppe vollkommen ausreichend sein sollte.

Citroën C3 Picasso LPG neben Traction AvantDank meiner Umschaltung, befand sich der Wagen nun automatisch im Gasbetrieb. Das bedeutet allerdings nicht, dass er den konventionellen Tank nicht benötigt. Im Kaltzustand startet der Wagen erst einmal mit Benzin und ist damit auch die ersten 5 Minuten bzw. gut 2 Kilometer unterwegs. Hat der Motor eine ausreichende Temperatur erreicht, schaltet das System automatisch auf das günstigere Gas um. Dies geschieht unmerklich, es gibt keine spürbaren Aussetzer, wie das früher durchaus der Fall war. Im Betrieb ist jederzeit ein manueller Wechsel möglich und letztendlich schaltet das System zurück auf den Sprit, wenn der Gastank leer ist.

Mir hat es sehr gut gefallen, dass das System sich so unauffällig verhielt. An den Umgang mit Adaptern und Gaszapfsäulen gewöhnt man sich schnell und die geringeren Folgekosten sprechen für sich. Ab wann man die Mehrkosten in Höhe von 2.000 Euro wieder raus hat, kann sich jeder mit seiner persönlichen Jahresfahrleistung selbst errechnen. Und da das System schon im Neuwagen verbaut ist, fährt man bei Problemen einfach wie gewohnt zu seiner Citroën-Werkstatt. Einfacher geht es kaum.

Weitere Informationen zum Fahrzeug findet ihr auf der offiziellen Internetseite von Citroën, weiter Bilder vom C3 Picasso Flüssiggas gibt es in der nachfolgenden Galerie:

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