VW Golf II Country – der höhergelegte Golf syncro

Als die Studie des VW Montana genannten VW Golf mit Offroad-Optik bei den Händlern für reichlich Kundenanfragen sorgte, entschloss man sich seitens Volkswagen, das außergewöhnliche Gefährt tatsächlich bis zur Serienreife zu bringen. Ab April 1990 war der Wagen, der nun allerdings VW Golf II Country hieß, zu bekommen. Er basierte auf einem VW Golf II syncro, war aber dank des verwendeten Leiterrahmens rund 12 cm höher, was ihm eine Bodenfreiheit von rund 20 cm bescherte. Es gab ihn nur als Viertürer und mit einem 1,8 Liter Benzinmotor, der 98 PS leistete, die im rund 1,55 Meter hohen Golf auf alle vier angetriebenen Räder übermittelt wurden.

Weitere Unterscheidungsmerkmale zum normalen Golf II syncro waren typische Offroad-Accessoires wie zum Beispiel der Rammschutz an der Front mit integrierten Motorunterschutz sowie das bei einem Geländewagen üblicherweise an einem Bügel am Heck montierte Reserverad, das zum Öffnen des Kofferraums weggeklappt werden konnte. Die Allradtechnik, für die leider keinerlei Sperren oder gar eine Geländeuntersetzung gab, sorgte für ein geringeres Platzangebot im Kofferraum.

Bereits im Juli 1990 erschien eine Sonderserie namens „Allround“, die mit eher funktionaler Ausstattung wie beispielsweise einer strapazierfähigeren Innenausstattung mit Kunstledersitzen und Standardfelgen in Wagenfarbe aufwartete. Diese war in diesem Fall übrigens Waldgrün. Warum auch immer verkauft sich diese Version gerade 160 mal. Im Januar 1991 kam dann noch die noble „Chrom Edition“ auf den Markt, die, wie es der Name schon verrät, als Kontrast zum nun tiefschwarzen Lack diverse Chromteile zu bieten hatte. Dazu gehörten unter anderem der Frontbügel und die Felgen. Innen erwartete die Passagiere feinstes Leder. Immerhin 558 Stück dieses Golf II Country Sondermodells wurden verkauft.

50 weitere Sonderausführungen wurden gebaut: die „Wolfsburg Edition“, die aber nur an Werksangehörige abgegeben wurde und die über einen GTI-Motor mit 107 PS verfügte. Im Dezember wurde die Produktion nach einer Gesamtstückzahl von gerade einmal 7.735 Golf Country eingestellt – rund das Doppelte war ursprünglich geplant.

Heute ist das Angebot an gebrauchten VW Golf II Country eher gering, die Preise beginnen bei rund 1.000 Euro für nicht ganz so tolle Exemplare und enden bei rund 10.000 Euro für eines der erwähnten Sondermodelle im Topzustand. Egal in welcher Version: man erhält ein recht exklusives Fahrzeug mit geländetauglichen Fahreigenschaften und dem gewohnten Golf-Ambiente. Was will man mehr?

3 Gedanken zu „VW Golf II Country – der höhergelegte Golf syncro

  • 10. Januar 2013 um 18:54
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    also irgendwie hab ich den Eindruck das der Golf da hinten etwas runterhängt und die Federn vll nicht mehr ganz die jüngsten sind 😉 ok sind sie eh nicht aber du weisst ja durchaus wie ichs meine

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  • Pingback: Deutscher Auto Blogger Digest vom 10.01.2013 › "Auto .. geil"

  • 11. Januar 2013 um 11:05
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    Sehr schöner Bericht! Ich seh solche Geländegölfe noch hin und wieder und hab ich immer gefragt wieviel es wohl gegeben hat.
    Was mir nicht gefällt ist die fehlende Sperre – was macht da der Allrad für einen Sinn? Schmerzlich bleibt mir in erinnerung, wie ich einst mit einem nagelneuen Volvo XC90 im Sand „spielen“ war und mich mangels Sperren total festgefahren habe.
    Also wenn ich doch einen Allrad habe, dann doch nicht nur für meine Kiesauffahrt…

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