Drag-on: 1962 Chrysler Imperial mal anders

Mein Bekannter importiert ja schon mal recht interessante Fahrzeuge aus Amerika. So zum Beispiel die neueren Fahrzeuge wie den Dodge RAM SRT-10 oder den Shelby Mustang, aber auch der ein oder andere Oldtimer hat schon den Weg über den großen Teich nach Deutschland gefunden. Die amerikanischen Klassiker befanden sich dabei meistens im Originalzustand. Doch es gab eine große Ausnahme: Drag-on.

Es war zirka 2009 als ich mal wieder das Internet nach schönen Oldtimern aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten durchforstete und meinen Bekannten mit diversen Links zu Angeboten und Auktionen eindeckte. Damit es nicht so langweilig wurde, streute ich schon mal die ein oder andere verrückte Karre ein. Die Amis haben ja eine rege Phantasie und keinen TÜV, der ihnen reinquatscht. Und so entdeckt man in den USA die wildesten Umbauten. Natürlich kaufte mein bekannter diese Fahrzeuge aus offensichtlichen Gründen nie. Fast nie. Denn als ich eines Tages ein total umgebautes Fahrzeug fand, war ich zwar überzeugt, dass es schon irgendwie cool, aber für Deutschland total unbrauchbar war. Den Humorgedanken im Hinterkopf sandte ich ihm also auch dieses Angebot. Doch diesmal kaufte er das verrückte Auto.

Bei dessen Grundlage handelte es sich um einen Imperial, der Luxusversion von Chrysler. Der Wagen Baujahr 1962 war allerdings nicht nur ein wenig getunt worden, sondern einem extremen Customizing unterzogen; er wurde zu einem Drachen umgebaut. Dabei meine ich jetzt nicht einen dieser lustigen Karnevalswagen. Das Auto als solches blieb schon erkennbar, aber die Umbaumaßnahmen waren schon weitreichend. Der Kühlergrill wurde beispielsweise mit Wurfmessern (!) zu einem großen Maul mit Zähnen umgebaut, auf der Haube wurde ein Drachenkopf montiert, der tatsächlich auf Knopfdruck Rauch und Feuer speien kann. Die Außenspiegel werden von Drachenklauen gehalten, an den Seiten sieht es so aus, als wäre die Karosse aufgerissen, um einen Blick auf die Drachenhaut freizugeben.

Dementsprechend wurde das Konzept dann im Innenraum fortgesetzt. Die Mittelkonsole wurde als Drachenkörper modelliert, in dem ein halbes Schwert steckt (echt! schweres Metall). Auch die Türöffner sind kleine Schwerter bzw. Dolche. Aus dem Kofferraum ragt dann der Drachenschwanz. Diesen wollte der Verkäufer eigentlich noch beweglich gestalten – der Antriebsmotor und die restliche dafür notwendige Technik existiert bereits, allerdings kam es nicht mehr zum Umbau. Diverse kleinere Arbeiten rundeten das martialische Design ab. Mit diesem Design konnte der Wagen in den Staaten diverse Preise abräumen und so war der Kauf besiegelt und der Drache trat seine größte Reise an. Natürlich nicht ohne Schwierigkeiten mit den Behörden.

In Deutschland angekommen, bewahrheitete sich mal wieder die alte Theorie, dass Bilder nicht unbedingt den wahren Zustand eines Fahrzeugs präsentieren und die Auffassung von Zuständen zwischen Amerikanern und Deutschen doch stark variieren. So war der Imperial doch schlechter erhalten als angenommen. Dennoch erregte der vom Verkäufer liebevoll Drag-on genannte Imperial auch hierzulande einiges an Aufsehen. Als mein Bekannter allerdings meinte, er würde dafür eine Straßenzulassung bekommen (sogar mit H-Kennzeichen), zweifelten wir ein wenig an seinem Verstand. Den TÜV-Prüfer will ich sehen, der das Ding für verkehrstauglich hält. Mittlerweile ist etwas Zeit vergangen, es wurden Dinge repariert, irgendwann hat es unter der Haube mal gebrannt, was weitere Reparaturen und eine Teillackierung nach sich zog. Mal sehen, wie es mit Drag-on weitergeht, den TÜV-Segen hat er bisher aber erwartungsgemäß noch nicht erlangen können.

Hier gibt es noch ein kurzes Video von Drag-on:

Für weitere Informationen (in englischer Sprache) und ein besseres Video schaut einfach mal hier vorbei:
http://www.imperialclub.com/Yr/1962/62Dragon/index.htm

Weitere Bilder von mir gibt es in der folgenden Galerie:

2 Gedanken zu „Drag-on: 1962 Chrysler Imperial mal anders

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