Gefahren: 2008 Renault Koleos 2.0 dCi Dynamique 4×4

In meinem Beitrag „Die Marke Renault und ich“ habe ich doch tatsächlich ein Fahrzeug des französischen Autoherstellers unterschlagen, wenn auch ohne Absicht, sondern aufgrund meines schlechten Gedächtnisses. 2008 hatte ich nämlich die Gelegenheit, einen damals fast neuen (rund 1.600 km zeigte der Kilometerzähler) Renault Koleos zu fahren. Genauer gesagt handelte es sich um einen im Beitragstitel erwähnten Renault Koleos 2.0 dCi Dynamique 4×4 in onyx-schwarz. Der Allradler beherbergte unter seiner Haube also einen 1.995 ccm Hubraum umfassenden Vierzylinder-Diesel, der 150 PS leistete. Diese wurden mittels 6-Gang-Schaltgetriebe an die Antriebsräder übertragen. Damals schrieb ich zum kurzen Fahrerlebnis folgenden Bericht:

Ich habe in meinem Autofahrerleben schon einige Renault gefahren – vom kleinen Renault Twingo bis zum großen Renault Espace waren schon einige Fahrzeuge diverser Klassen dabei. Das Image war auch immer eindeutig: Komfort (meist zu sehr) und eine gute Ausstattung gepaart mit extravagantem Design. Leider auch mit hohem Wertverlust und teils horrenden Folgekosten. So bezahlten wir für die Erneuerung der Bremse an unserem Twingo fast das Dreifache vom Preis für die gleichen Verschleißteile an unserem VW Golf III. Aber egal, weiter im Text.

Da stand er nun. Renaults Versuch ebenfalls in der immer beliebter werdenden SUV-Klasse mitzuspielen. Der Renault Koleos. Warum auch immer war der Wagen an diesem Testtag nicht sonderlich beliebt, man hatte Probleme jemanden zu finden, der ihn als nächstes fahren wollte. Vielleicht lag es am Design. Der Wagen wirkt nicht wie ein typischer SUV, eher wie ein höher gelegtes Ei. Er ist überall abgerundet, die Heckpartie ist rundlich schräg, was einem nicht so ganz das Gefühl verleiht, hier sonderlich viel transportieren zu können. Die Heckklappe lässt sich zweigeteilt öffnen. Insgesamt ist das Design nicht griffig, aber – wie so oft im Leben – letztendlich Geschmackssache.

Der Schlüssel im gewöhnungsbedürftigen Scheckkartenformat gewährt den Zutritt zum ebenfalls merkwürdig gestalteten Innenraum. Doch bevor das Auge diesen so richtig erfassen kann, wird erst einmal die Nase strapaziert. Ein merkwürdiger Gestank schlägt einem entgegen, der sich nach dem Einstieg und dem Schließen der Türe noch verstärkt. Das hat mit dem so genannten „Neuwagengeruch“ wenig gemein, insgesamt zwingt es einen zum Öffnen der Seitenscheibe, wenn man Kopfschmerzen vermeiden möchte.

Nun zum Auge, dem zuerst auffällt, das Renault auf konventionelle Analoginstrumente setzt, die sich in gewohnter Position vor dem Fahrer befinden. Ich hatte schon das „Knight-Rider“-ähnliche LED-bestückte Mäusekino in der Mitte des Armaturenträgers erwartet. Allerdings fällt auch auf, dass genau dieser sehr stark abfällt. Dies führt dazu, dass die Bedienelemente für Radio und Heizung meines Erachtens zu tief angeordnet sind. Immerhin lässt sich das Radio über einen aus den 90ern bereits bekannten Satelliten hinter dem Lenkrad steuern. Die Tasten im Lenkrad selbst dienen lediglich der Bedienung des Tempomats. Ärgerlich: die Position, in welcher der Schacht für den „Schlüssel“ angebracht ist: ganz unten vor dem Schaltknüppel. Der Schlüsselanhänger war so beim Schalten regelmäßig im Weg. Wenn ich mir vorstelle, dass da mein gesamter Schlüsselbund dranhängt …

Nachdem 2 Sinnesorgane schon gelitten haben, folgen nun die Ohren, denn nach dem Starten des Dieselaggregats verrichtet dies doch recht geräuschvoll seinen Dienst. An die recht spät kommende Kupplung muss man sich gewöhnen, doch wenn er einmal rollt, lässt sich der Wagen in puncto Motor und Getriebe ganz angenehm bewegen. Wäre da nicht dieses schwammige Fahrwerk. Ebenfalls bedingt durch die hohe Sitzposition kommt es einem vor, als wäre man auf Stelzen unterwegs. Ein Gefühl der Sicherheit möchte anhand dieses Fahrverhaltens nicht aufkommen. Ich will nicht wissen, wie sich der Koleos in Bereichen der angegebenen Höchstgeschwindigkeit von rund 180 km/h verhält. Ich kann mir vorstellen, dass dann jede Windböe zum Abenteuer ausartet.

Fazit: Eigentlich den Franzosen nicht abgeneigt, konnte mich der Renault Koleos somit nicht wirklich überzeugen. Der SUV-Markt ist hart umkämpft und es gibt reichlich Alternativen. Ob sich der Franzose da nur durch das Preis-Leistungs-Verhältnis behaupten kann, wage ich zu bezweifeln.

So schrieb ich es damals und seit dieser Zeit sind mir nicht viele Renault Koleos im Straßenverkehr begegnet, was mich in meiner damaligen Annahme natürlich bestärkt. Auch die Modellpflege 2011 scheint daran wenig geändert zu haben. Da sich der Wagen aber noch im aktuellen Sortiment befindet, scheint es andernorts Abnehmer zu geben.

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