Gefahren: 2008 Lancia Delta 1.4 T-Jet 16V

In meinem Beitrag zum (mittlerweile scheinbar dementierten) Ende von Lancia hatte ich es schon angedeutet, dass ich 2008 im damals neuen Lancia Delta der dritten Generation ein paar Fahreindrücke sammeln konnte. Die relativ geringe Zeit und Fahrstrecke erlaubte allerdings wirklich nur einen ersten Eindruck.

Beim ersten Anblick fiel natürlich zuerst das Lancia-typisch gewagte Design auf, dass mit den aus dem Motorsport berühmten Delta der 80er und 90er Jahre nichts mehr gemein hatte. Eine eigenwillige Formensprache, gepaart mit Chrom und neumodischen LEDs an Front und Heck – entweder man liebt es oder man hasst es, dazwischen gibt es meines Erachtens nichts. Auch im Innenraum wurde auf Design gesetzt, was leider zu Gunsten der Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit ging. Mit gebürsteten Alueinlagen wurde hier versucht, Sportlichkeit zu suggerieren – meines Erachtens ohne Erfolg.

Des Weiteren fielen zu viele Dinge negativ auf. Sei es der kaum Feedback vermittelnde Blinkerhebel oder das Plastikteil am Schaltknüppel, das – wie von Opel bekannt – hochgezogen werden möchte, um in den Rückwärtsgang zu gelangen. Es war so dünn, dass ich den Eindruck hatte, es bei zu forscher Bedienung zu zerbrechen. Die leichte Wölbung der Instrumente irritierte mich mehr, sorgte für Unruhe. Da ich den Wagen im Dunkeln fuhr, konnten kaum weitere Eindrücke gesammelt werden.

Nach dem Start des Wagens ging es los, quer durch die Stadt und über diverse Landstraßen. Der Lancia Delta verhielt sich bis auf die laute Geräuschkulisse weitestgehend unauffällig. Die Leuchte der Traktionskontrolle blinkte auf der feuchten Landstraße von Zeit zu Zeit kurz auf. Allerdings bin ich der Meinung, dass der Delta für 150 PS nicht sonderlich flott war. Der Benziner verlangte aufgrund des niedrigen Hubraums ständig nach hohen Drehzahlen, um sich halbwegs agil bewegen zu lassen. Lancia war damals der Meinung, dass der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h in 8,7 Sekunden zu bewältigen sei, was ich bezweifelte.

Letztendlich konnte mich der Lancia Delta 1.4 T-Jet 16V nicht überzeugen. Eventuell wäre es ratsam gewesen, den kompakten Italiener in einer kräftigen Dieselversion zu fahren. Am für gewöhnungsbedürftigen Design hätte dies freilich nichts geändert. Vielleicht bietet sich ja noch eine Möglichkeit zu einem längere Test, wenn die Marke Lancia ja nun, wenn auch in der Stückzahl reduziert, weiterlebt.

3 Gedanken zu „Gefahren: 2008 Lancia Delta 1.4 T-Jet 16V

  • Pingback: Deutscher Auto Blogger Digest vom 05.11.2012 › "Auto .. geil"

  • 10. Februar 2013 um 23:56
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    Einen Italiener muss man mit Diesel fahren!

    Der Delta ist mit dem Twinturbo-Diesel mE eine „Wucht“.
    Wer sonst (2008, gleiche Preisklasse) schafft diese Fahrleistungen bei 5.5 ltr Alltagsverbrauch? Zumindest keines der Autos, die ich bisher längere Zeit hatte…

    Design/ Interieur: Man kauft grundsätzlich keinen Lancia, um langweilige Mainstream zu haben. Lancia hat eine sehr lange Tradition mit Poltrona-Frau, daher ist dieses Interieur mE ein MUSS. Wirklich sehr schön, bequem und eben anders!
    Die punkte bezüglich Blinker, Schalthebelring etc. kann ich nicht feststellen.

    Das Design liebt man oder hasst man, das ist absolut richtig – und gewollt. Man will ja keinen Massen-Golf, sondern Charakter und eine Nische belegen!

    Fazit: Als Ingenieur wird für mich auch der Delta III, zumindest in der 1.9TT-Variante, der früheren Marke der Ingenieure absolut gerecht! 😉
    Die Benziner kenne ich allerdings zu wenig, interessieren mich aber auch nicht…

    Beste Grüsse aus der Schweiz.

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  • 20. Oktober 2015 um 09:48
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    Italiener + Diesel … oh Gott oh Gott, das ist wie Pasta mit Dosenmilch!

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