Gefahren: 2007 Ford Mustang Shelby GT

In dem Container, in dem auch der 2008er Ford Mustang GT Bullitt stand, befand sich noch ein weiteres Pony, dass aber etwas auffälliger daherkam: ein 2007er Ford Mustang Shelby GT. Hier mein damaliger Beitrag zum Fahrzeug.

Schick sieht er aus mit seiner Kriegsbemalung – der Shelby. Doch schon da scheiden sich die Geister. Denn eigentlich ist es kein richtiger Shelby, sondern nur ein Ford Mustang GT mit Shelby-Package. Dennoch ist und bleibt es ein Hingucker. Der obligatorische Doppelstreifen, der Streifen an der Seite, die überall am und im Auto verteilen Shelby-Schriftzüge und -Logos. Die Haubenhalter und Lufteinlässe und – hutzen sorgen für eine sportliche Optik.

Doch genau an diesen Dingen werden die Kritiker direkt rumnörgeln. So ist der sportliche Grill nur vor den originalen gesetzt worden, die Hutze auf der Haube ist trotz Nietenoptik hauptsächlich geklebt, sämtliche Lufteinlässe sind eh ohne Funktion und demnach mehr Schein als Sein. Die Haubenhalter (beim deutschen TÜV eigentlich ein No-go) sind dagegen funktional – allerdings mehr zur optischen Unterstützung, da der normale Verriegelungsmechanismus noch vorhanden ist. Schlecht: für die Haubenhalter wurden recht lieblos zwei Löcher in die Haube gebohrt, der Rost wird bald kommen, da es keine weitere Bearbeitung gab – typisch Amis. Über die Platzierung der Antenne auf dem vorderen Kotflügeln sowie die unlackierten Außenspiegel kann man streiten,  muss man aber nicht. Die Räder im alten Design gefallen und sind im Gegensatz zum Bullitt-Mustang bei dieser Shelby-Version in Wagenfarbe lackiert.

Genug Äußerlichkeiten, es geht ins Innere. Man öffnet die Fahrertür und schaut auf die Türverkleidung: viel Plastik! Ebenfalls typisch Amis. Die Einstiegsleiste erinnert, in was für ein Fahrzeug man einsteigt. Das Armaturenbrett entspricht weitestgehend dem aus dem Bullitt-Mustang, allerdings ist die Aluverblendung gebürstet und nicht geriffelt, auf ihr prangert zwischen den Lüftungsdüsen eine Plakette mit Shelby-Seriennummer. Der Schaltknauf ist weiß. Für die Sitze gilt das gleiche wie beim Bullitt: elektrisch verstellbar, gut kontuiert, aber durch das Leder bei flotter Gangart zu rutschig. Hinten kaum Platz. Auf dem Lenkrad gibt es das Standard-Mustang-Pony anstelle einer Shelby-Cobra, die Ziffern auf den Instrumenten sehen etwas anders aus, als im Bullitt. Ansonsten wurde allenortens billig wirkender Kunststoff verbaut.

Dieser Shelby hatte kein Navi. Dafür aber das große Soundsystem, welches mit dem kleinen Innenraum keine Mühe hatte. Der Woofer im Kofferraum sorgte für ein Kribbeln in der Magengegend. Diese Leistung der Anlage braucht man aber auch, möchte man während der Fahrt wirklich Musik hören. Eher eingeschränkt ist damit aber logischerweise auch die Nutzung des Kofferraums. Also werfen wir lieber einen Blick in den Motorraum, der noch voller ist, denn unter der Haube werkelt der Standard-V8 mit 4,6 Litern Hubraum, der im Shelby allerdings ein paar PS mehr haben soll. 325 sollen es sein. Dies sorgt für vergleichbare Fahrleistungen wie beim Bullitt, gefühlt ist der Shelby schneller, was sicherlich auch an der Geräuschkulisse liegt, die seitens der X-Pipe-Auspuffanlage produziert wird.

Insgesamt kann der Shelby alles etwas besser. Das Fahrwerk ist knackiger, die Lenkung präziser. Letztendlich ist er aber mehr ein Show- als ein Rennfahrzeug. Ich habe unseren Sohn damals damit von der Schule abgeholt: so viele herunterfallende Kinnladen habe ich selten gesehen.

Hier noch ein kurzer Videozusammenschnitt in gewohnt mieser Qualität, der das Grummeln und Röhren aber nicht so schön wiedergibt:

Leider hat mein Bekannter den Wagen damals recht flott verkauft. Aber es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, damit durch die Gegend zu (p)rollen. Hier noch ein paar Bilder vom Ford Mustang Shelby GT:

3 Gedanken zu „Gefahren: 2007 Ford Mustang Shelby GT

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