Getestet: Kia Soul 1.6 CRDi 128

Schlendert man durch die Stadt, läuft man zwangsläufig an Reihen geparkter Autos vorbei. Und die meisten davon nimmt man nicht wahr, da sie nicht auffallen, im automobilen Einheitsbrei untergehen. Ein runder Kleinwagen reiht sich an den nächsten, ein Kombi sieht aus wie jeder andere. Doch manchmal gibt es Autos, die hervorstechen, sich abheben vom Standarddesign. Der Kia Soul ist so ein Wagen, der mir bei einem Spaziergang durch Aachen direkt ins Auge sprang und so mein Interesse weckte. Dabei muss ich zugeben, dass ich anfänglich nicht mal wusste, was ich da sehe, denn so häufig bekommt man den Wagen nicht zu Gesicht. Und auch die Einordnung in eine bestimmte Fahrzeugklasse scheint nicht einfach zu sein.

Kompaktwagen, SUV, Minivan? Alle drei Varianten der Einteilung habe ich schon gehört beziehungsweise gelesen. Da passt der Begriff Crossover, den auch Kia selbst nutzt, ganz gut, denn der Kia Soul ist eine Mischung aus allen Varianten. In der Praxis bedeutet dies: bequemer Einstieg mit hoher Sitzposition, passables Raumangebot im Innenraum, leider zu Lasten des Kofferraums. Weiterhin bedeutet Crossover in diesem Fall ein neutrales Fahrverhalten. Und somit ist der Kia Soul bis auf die Aspekte des preisgekrönten Designs eher unauffällig, was mir zwar das Schreiben erschwert, mir aber persönlich gut gefällt. Denn es bedeutet, dass man mit dem Kia Soul einfach und verlässlich von A nach B kommt und das ohne besonderen Schnick-Schnack, dafür aber auch ohne meist damit einhergehende Probleme.

Von daher fallen mir auch kaum Kritikpunkte außer dem erwähnten Kofferraum ein. Als es um den Transport eines alten Röhrenfernsehers ging, erwies sich die mangelnde Tiefe des Kofferraums als Manko und so mussten wir leider zu einem anderen Fahrzeug  greifen. Wer wirklich mehr transportieren will und dabei nicht mit 5 Personen unterwegs ist, kann natürlich die Lehne der Rücksitzbank wie gewohnt (1/3 und 2/3) umklappen und erhält so zusätzlichen Stauraum. Apropos Stauraum: auch der Kleinkram findet Platz. Die Ablagen in den Türen sind ausreichend dimensioniert, zwischen den Vordersitzen gibt es die üblichen Getränkehalter und noch eine Ablage dahinter. Und vor dem Schaltknüppel gibt es ebenfalls noch eine Ablage, die sich aufgrund der darüber befindlichen Anschlüsse für Endgeräte wie iPod und Co. nahezu aufdrängt. Und auch das Handschuhfach bietet Platz für die Namensgeber und weiteres Zeug.

Raus aus dem Kia und vorne unter die Haube des Soul geschaut. Hier verbirgt sich der 1,6 Liter Diesel, der mit seinen 128 PS keine Rakete, aber für die meisten Alltagssituationen gewappnet ist. Relativ unauffällig verrichtet der Reihenvierzylinder seinen Dienst und hier in der bergigen Nordeifel mit hohem Landstraßenanteil lag der Verbrauch des Fronttrieblers laut Anzeige bei 7,3 Litern. Das entspricht wie üblich nicht der Werksangabe, die mit rund 5 Litern gute 2 Liter darunter liegt. Allerdings sind die Testbedingungen sicherlich unterschiedlich und so traue ich dem Wagen in einem längeren Alltagseinsatz nicht zuletzt aufgrund des verbauten 6-Gang-Schaltgetriebes durchaus einen unter 7 Litern liegenden Wert zu.

Wo wir gerade schon mal draußen sind: meine Frau und ich mögen dieses kubische Design ja. Ein Vorteil, den wir bei erstem Frost schon feststellen konnten, die geraden und ansatzweise rechteckigen Scheiben lassen sich ratz-fatz mit dem Eiskratzer bearbeiten und so sitzt man zügig wieder im Wagen. Leider brauchte die Heizung unseres Erachtens zu lang, um das Wageninnere auf eine angenehme Temperatur zu bringen. Und weil ich gerade so schön nörgle: die relativ schlichte Anzeige in der Mittelkonsole wäre zu verkraften, wenn man in das eben etwas weiter oben im Text glatt vergessene Ablagefach oben einen Navidisplay packen könnte. Doch ein Navigationssystem gibt es anscheinend nicht einmal für Geld und gute Worte. Aber anscheinend bin ich da zu verwöhnt, die meisten Tester haben halt eins.

Das war es dann aber auch schon mit der Kritik, denn auch dieser Testwagen war natürlich sonst mit allen erdenklichen, teilweise aufpreispflichtigen Annehmlichkeiten ausgestattet und verwöhnte uns so mit einer Sitzheizung, Smartkey und Startknopf sowie vielem mehr. Wäre der Kofferraum größer, wäre es uns für uns der perfekte Familienwagen. Wobei die aufgerufenen 23.535 Euro für den entsprechend ausgestatteten Testwagen sicherlich nicht ohne sind. Doch das muss jeder für sich selbst entscheiden. Eventuell reicht ja auch eine kleinere Ausstattungsvariante und schon ist die vorderste Ziffer im Kaufpreis wieder eine 1.

Wer es einmal ausprobieren möchte, der kann der Konfigurator auf der Internetseite zum Kia Soul nutzen, die Preise beginnen hier bei 15.900 Euro. Weitere Bilder zum getesteten Kia Soul findet ihr auch in der folgenden Galerie:

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