Der Winterreifen und das Reifenlabel

Es ist Oktober und das bedeutet für viele Verkehrsteilnehmer, die noch nach der alten Weisheit „Von O bis O“ (Oktober bis Ostern) leben, einen Wechsel von Sommer- auf Winterreifen. Hat man noch brauchbare Exemplare in der Garage oder in der Werkstatt bzw. beim Händler eingelagert, ist alles in Butter, man wechselt selbst oder lässt wechseln und ist für die meisten Wetterkapriolen gerüstet. Sind aber keine Winterreifen mehr vorhanden, beginnt die Suche. Um den „passenden“ Reifen zu finden gab es bisher zwei große Entscheidungshilfen: Testergebnisse in den großen Printmedien des Automobilbereichs und letztendlich den Preis.

Nun ist ab November 2012 ein weiteres Kriterium zum Vergleich von Reifen im Allgemeinen vorgeschrieben, dass Reifenhersteller wie Goodyear / Dunlop aber auch schon seit geraumer Zeit nutzen: das EU-Reifenlabel. Rein optisch kommt dies den meisten Menschen sicherlich bekannt vor, denn es gleicht dem Label, dass schon geraume Zeit auf weißer Ware wie Kühlschränken und ähnlichen Geräten zu finden ist und etwas über deren Energieverbrauch aussagt.

Beim Reifenlabel werden drei Positionen berücksichtigt: der Rollwiderstand, der sich auf den Verbrauch auswirkt, die Nasshaftung, die eine entsprechende Traktion bei Nässe bewertet und das Abrollgeräusch, dass sich auf die Umgebung wie auch die Insassen auswirkt. Diese drei Bereiche decken sicherlich nur einen Teil der Punkte ab, die bei Reifen zu berücksichtigen sind, stellen aber immerhin schon einmal einen Anfang dar.

Sympathischer Aufkleber auf dem Notebook beim Goodyear Dunlop Winterreifen-Workshop 2012

Doch leider sind genau diese drei Punkte bei Sommerreifen super, für Winterreifen aber nur eingeschränkt brauchbar, wie uns beim Goodyear Dunlop Winterreifen-Workshop 2012 erklärt wurde. Denn an Winterreifen werden in der Praxis natürlich andere Anforderungen gestellt, als sie vom EU-Reifenlabel erfasst werden. Hier kommt es auf die Traktion bei Schnee und Eis an, was durch anderes Profil erreicht wird und dann aber mit einem höheren Rollwiderstand und entsprechend lauterem Abrollgeräusch „bezahlt“ wird. Somit wird ein für den Winter sehr brauchbarer Reifen mit einem scheinbar schlechteren Wert beim EU-Reifenlabel „bestraft“. Dies gilt dann aber immerhin für Winterreifen aller Hersteller. Eventuell sollte man sich also doch wieder auf Testergebnisse in den Medien und Empfehlungen des Händlers verlassen. Oder auf die eigenen Erfahrungen. Und in Sachen EU-Reifenlabel bleibt abzuwarten, inwiefern dies in den nächsten angepasst wird, um auch für Winterreifen geltende Faktoren zu berücksichtigen.

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