Die Marke Citroën und ich

Die französischen Fahrzeuge mit dem Doppelwinkel haben mich einige Zeit begleitet und schon immer fasziniert. Während ich an viele Fahrzeuge (anderer Hersteller) meiner Eltern und weiterer Verwandte keine eigene Erinnerung habe und sie nur von Fotos kenne, ist dies bei Citroën etwas anders. Wobei dies beim ersten Fahrzeug auch noch nicht zutrifft.

Es handelte sich um eine weiße Göttin. Ob es tatsächlich ein Citroën DS oder „nur“ ein ID 19 oder 20 war, konnte mein Vater nicht mehr mit Gewissheit sagen. Auf dem Bild bin ich noch klein, es muss Mitte der 70er Jahre entstanden sein.

In Sachen Citroën folgten bei meinem Vater noch weitere Modelle. Nach der Göttin waren es verschiedene Versionen des Nachfolgers, dem Citroën CX. Ich erinnere mich vage an einen dunkelbraunen Pallas, der meines Wissens nach auf der Autobahn liegen blieb – Überhitzung. Von einem nahegelegenen See holten wir Wasser in Trinkflaschen, kippten dies in den Kühler und kamen so wenigstens bis nach Hause. Von diesem Wagen gibt es kein Bild. Erst wieder vom äußerst eindrucksvollen Citroën CX Prestige, der durch sein schier unendlich wirkendes Raumangebot überzeugte.

Auf dem zweiten Bild liegen mein Cousin (rechts im Bild) und ich ganz bequem nebeneinander im Kofferraum. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie begeistert ich immer war, wenn mein Vater den Wagen startete und dieser dann erst einmal „abhob“ wie ein Raumschiff, bevor man losfahren konnte. Ein super Schutz gegen das Abgeschlepptwerden, wie ich mir sagen ließ. Vorne kamen Abschlepper nicht mit der „Brille“ drunter, da der CX zu tief lag. Eine weitere Geschichte war die Tatsache, dass mein Vater irgendwann das Vinyldach nicht mehr mochte, aber das Abziehen eine echte Tortur war.

Irgendwann später nach anderen Fahrzeugen gab es dann mal wieder einen CX, den ich als Jugendlicher auch total gut fand: einen Citroën CX 25 GTI Turbo 2. Ein toller Name für ein tolles Auto. Komfortabel und schnell habe ich ihn in Erinnerung. Leider gibt es auch von diesem Wagen keine Bilder, so dass ich direkt zum nächsten Wagen übergehen kann. Denn 1992 / 1993 hatte sich mein Vater in Kaufabsicht einen Citroën XM 3.0i V6 24V übers Wochenende zur Probefahrt beim örtlichen Citroën-Händler ausgeliehen. Den konnte ich dann auch mal fahren und es war einfach ein irres Geschoss mit einer Wahnsinnsausstattung. Leider entschied sich mein Vater gegen den Wagen, was aus heutiger Sicht vielleicht gar nicht so verkehrt war, wenn man sieht, wie schnell die Fahrzeuge im Wert fielen. Von dem Probefahrts-XM gibt es auch kein Bild, dafür einen Zeitungssauschnitt aus dem Kölner Stadtanzeiger aus dem Jahr 1989. Es zeigt ein Bild zur damaligen Premiere des neuen Citroën XM,zu der mein Vater eingeladen war und er mich mitnahm.

Dann wurde es etwas ruhig um die Marke. Händler verschwanden, Citroën baute teils langweilige Autos, die im alltäglichen Straßenverkehr kaum auffielen, wenn man dann mal welche sah. Eine Bekannte fuhr einen AX, ein Bekannter einen ZX. Einzig alte Gangsterlimousinen (Citroën Traction Avant) sorgten bei Oldtimerveranstaltungen für Interesse. Oder auch der ein oder andere Citroën SM. In meiner Bundeswehrzeit durfte ich mal hinten in einem Citroën 2 CV, also einer Ente, mitfahren. Ein irres Ding, von dem sein Besitzer total überzeugt war.

Erst in diesem Jahr ging es mit Citroën und mir wieder vorwärts. Entdeckte ich auf einmal wieder interessante Fahrzeuge mit Doppelwinkel im Straßenverkehr, so kam mir die Einladung zu den Citroën Neuheiten-Tagen gerade recht. Hier konnte man auf Tuchfühlung mit verschiedenen neuen Modellen gehen. Und es waren einige Fahrzeuge dabei, die ich wieder richtig gut fand. Citroën scheint auf dem richtigen Weg zu sein, baut markante, aber nicht zu gewagte Fahrzeuge, die Anklang finden.

Durch den neuen Kontakt zu Citroën kam ich dann auch an meinen ersten Testwagen der Franzosen: einen Citroën Berlingo XTR 115 HDi, der mich vom Gesamtpaket her sehr überzeugt hat. Und so rückt die Marke Citroën trotz fehlender Hydraulikfederung wieder zurück in meinen Fokus. Und auch Andere scheinen auf den Geschmack gekommen zu sein, wie der jüngste Blogger Road-Trip gezeigt hat, bei dem die Blogger mit drei neuen Modellen in drei Tagen über 3.000 Kilometer zurückgelegt haben.

Als kleinen Ausblick kann ich schon jetzt mitteilen, dass ich Mitte Dezember einen weiteren Wagen zum testen bekomme: einen Citroën C3 Picasso. Ich bin gespannt, ob mich auch dieser überzeugen kann. In einer Hinsicht bestimmt, aber die wird noch nicht verraten.

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