Die Marke Opel und ich

Die Marke aus Rüsselsheim habe ich in meinem bisherigen Leben auf vielfältigste Art und Weise erlebt. Angefangen von ersten eigenen Fahrversuchen, über coole Karren aus der Tuningszene bis hin zu den rostigen 90er Jahren, in denen man ständig gegen die Konkurrenz aus Wolfsburg verlor. Und aktuell bin ich wieder dran am Thema Opel, dass mich seit meinen ersten Tagen als Autofahrer begleitet. Den Anfang machte dabei der auf dem folgenden Bild zu sehende Opel Commodore B meines Vaters.

Den Wagen in dieser unsäglichen Farbe, die durch die schlechte Qualität des eingescannten Fotos sicherlich nochmals verfälscht wird, ist mir nur von diesem Bild bekannt. Weitere Informationen konnte mir auch mein Vater nicht geben. Scheint sich nicht sonderlich in die Erinnerung eingeprägt zu haben, der Commodore.

So richtig los ging es dann , als man im jugendlichen, fast führerscheinfähigen Alter mit Leuten abhing, die natürlich schon Autos hatten. Da war Ende der 80er Jahre echt alles dabei. Vom serienmäßigen Opel Kadett C City über das getunte C Coupé, Kadett D und Kadett E GSI bis hin zum Opel Manta B und Opel Ascona B. Letztgenannter war auch der erste Wagen, mit dem ich vor dem Führerscheierwerb übte und mit dem mich mein Kumpel damals morgens zum Straßenverkehrsamt fuhr, wo ich meinen „Lappen“ abholte, um dann anschließend meine erste offizielle Autofahrt mit Führerschein im besagten Opel Ascona B bestreiten zu können.

Der erste eigene Rüsselsheimer in unserer Familie war dann ein Opel Corsa A, den wir als Winterauto kauften, um unseren VW Golf zu schonen. Wäre es ein Kadett als Winterauto gewesen, es hätte nicht klischeehafter sein können. Vom A Corsa gibt es auch nur ein Bild, das mal lustig mit einer Bildbearbeitungssoftware verändert wurde – warum auch immer. Es zeigt aber schön die Wertigkeit des Wagens.

Irgendwann brauchten wir mal einen Kombi und kamen günstig an diesen blauen Opel Kadett E Club Caravan. Der Clou: er hatte den 115-PS-Motor, hieß aber nicht GSI und war somit in Sachen Versicherung wesentlich günstiger als die Sportmodelle. Dafür war er aber genauso schnell und wurde oftmals unterschätzt. Ein Motorschaden trennte unsere Wege.

Dann gab es einen weiteren Opel Kadett E Caravan. Leider war er das krasse Gegenteil. Er hatte 60 PS und zog mit vier Personen und Gepäck keinen Hering mehr vom Teller. Nicht mal eine Mini-Garnele. Nicht mal nur mit einer Person im Wagen. Zudem war er wenig haltbar und als er seinen Endtopf während der Fahrt durch eine 30-Zone verlor, schmissen wir gleich den ganzen Wagen weg.

Irgendwann in unserer automobilen Karriere kam uns dann dieser Opel Corsa B mit ebenfalls 60 PS in die Quere. Der war aber auf jeden Fall flotter als der E Kadett. Eigentlich ein schöner Wagen, dessen Geschichte so interessant ist, dass ich sie in einem separaten Beitrag erzählen werde – inklusive Gerichtsverfahren.

Zeitweise fuhr ich noch mit dem alten Opel Kadett B eines bekannten durch die Gegend, kümmerte mich erst um den Erhalt und später um den Verkauf des Oldtimers, der auch nach langen Standzeiten sofort ansprang, wenn man den Choke zog. Aufmerksame Leser werden den Wagen wiedererkennen, denn er spielte eine der beiden Hauptrollen im Werbefilm zum Nupsi, wo er gegen einen Mitsubishi Eclipse antrat.

Letztes Jahr konnte ich dann einer Vorabpremiere zum neuen Opel Astra GTC beiwohnen. Hierzu hatte man nach Rüsselsheim geladen und zeigte fast fertige Modelle des neuen sportlichen Ablegers der Astra-Familie. Eine schöne Veranstaltung, die viel Enthusiasmus seitens der beteiligten Opelaner spüren ließ.

In diesem Jahr starteten meine Erfahrungen mit Opel erst einmal im Bereich Nutzfahrzeuge, denn ich half einer bekannten beim Umzug und durfte dabei einen Opel Movano B beladen, fahren und entladen.

Weiter ging es dann kürzlich mit einer Fahrveranstaltung von Opel, bei der man alle Modelle der neuen Astra-Familie fahren konnte: die neue Opel Astra Limousine, den GTC, den Astra OPC, und den Sports Tourer als BiTurbo. Das war auf jeden Fall ein Erlebnis und schürte, wie bereits angekündigt, meine Vorfreude auf den Opel Astra GTC Testwagen, der in einer Woche vor der Türe stehen wird.

Ein Wandel ist festzustellen. Der Ruf des ewig rostenden Golf-Konkurrenten ist abgelegt, Opel versucht mit sportlichen Modellen wieder Fuß zu fassen, vom Biedermann-Image weg zu kommen. Ich bin gespannt, ob das gelingen wird. Schlecht wäre es sicherlich nicht.

4 Gedanken zu „Die Marke Opel und ich

  • 23. September 2012 um 01:58
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    Heute, zum 150. Geburtstag der Marke, muss ich sagen, habe ich ein hohes Maß an Anerkennung für Opel übrig. Obwohl ich in meiner Jugend in unmittelbarer Nachbarschaft zu Rüsselsheim wohnte, hatte ich nie einen Opel. Meine Freunde fuhren Opel und ich war haLT, naja, immer anders.

    Dennoch, man miss neidlos anerkennen, das Opel eine gewaltige Fanbase hat und ich würde behaupten, dass die gegenwärteige Generation an Fahrzeugen wahrscheinlich das Beste ist, was Opel je auf die Strasse stellte.

    Um so frustrierender, wie GM Opel in Deutschland mit Chevrolet auszuhöhlen gedenkt. Ich habe sogar einen Boykottaufruf gestartet. Näherss dazu hier: http://corvettisti.wordpress.com

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    • 23. September 2012 um 07:49
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      Ich halte mich zu diesem Thema bewusst zurück, beobachte aber mit Schrecken, wie sich die Sache entwickelt. Leider ist Vieles „Hörensagen“ und damit kaum zu verwerten. Auf der einen Seite brodelt die Gerüchteküche, auf der anderen wird eine weitläufigere Modellvielfalt propagiert, die es wohl kaum gäbe, wenn man morgen schließen würde.

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    • 25. September 2012 um 08:27
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      Was siehst DU denn da? Ich sehe einen grünen Opel mit schwarzem Vinyldach.

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