Getestet: Nissan Juke 1.6 Shiro Sondermodell

Seit seinem Erscheinen vor zwei Jahren scheidet der Nissan Juke die Geister. Einerseits liegt das an seiner Fahrzeugklasse. Die meisten Menschen wissen nicht so recht, wie sie ihn einordnen sollen. Im sehr knappen wikipedia-Eintrag zum Nissan Juke wird er als Sport Utility Vehicle, also SUV eingestuft, Nissan selbst bezeichnet ihn als Crossover. Für Kritiker ist er nicht Fleisch, nicht Fisch, Befürworter haben in ihm endlich gefunden, wonach sie so lange gesucht haben.

Das aber sicherlich am meisten die Nation spaltende Merkmal ist das Design. Der Juke polarisiert wie kaum ein anderes aktuelles Fahrzeug. Dabei steht natürlich die Anordnung der unterschiedlichen Scheinwerfer im Vordergrund. Das man sich mit merkwürdig erscheinenden Scheinwerfern schnell ins designtechnische Nirwana katapultierten kann, hat beispielsweise der Fiat Multipla in der Vergangenheit mehr als deutlich bewiesen, noch heute steht er bei vielen Menschen auf Platz 1 der hässlichsten Autos aller Zeiten – egal wie praktisch er eigentlich ist. Dies wird dem Juke vermutlich nicht passieren, denn zwar waren die Meinungen der Leute, mit denen ich gesprochen habe, auch geteilter Natur, aber der überwiegende Teil fand den Juke cool (Kerle) oder gar hübsch (Mädels).

Und wem das Design bisher schon gefallen hat, der wird sich über das von uns gefahrene Sondermodell Nissan Juke Shiro sehr freuen. Der fällt äußerlich neben den erhältlichen Standardfarben durch seine exklusive Night-shade-Lackierung auf. Die Farbe ist schwer zu beschrieben, sehr dunkel und wird in der Dämmerung und bei Dunkelheit gerne für schwarz gehalten. Scheint die Sonne, erkennt man den Stich Aubergine / lila / oder Ähnliches. Hinzu kommt die schwarz glänzende B-Säule, die sonst matt-schwarzes Kunststoff vorweist. Als Hingucker sind silber satinierte Türgriffe und Außenspiegel vorhanden.

Auch innen wird das Design fortgesetzt. So ist die einem Motorradtank nachempfundene Mittelkonsole ebenso wie weitere Teile im Innenraum in weiß gehalten. Weiße Nähte finden sich am Lederlenkrad und dem Schaltknauf sowie den grauen Ledersitzen mit perforierten Mittelbahnen zu finden. Auf denen sitzt man recht gut, insgesamt rund 1.700 km bin ich damit gut gefahren und dabei durchaus auch längere Strecken am Stück. Meine Sitzposition konnte ich bei 1,92 m Körperlänge auch leicht finden: ganz hinten. Das lässt natürlich hinter mir nur wenig Platz. Da es sich beim Juke aber auch um eine Art Kompakt-SUV handelt, wird wohl niemand ein Raumwunder erwarten.

Der Eindruck des kleinen Kofferraums täuscht dabei ein wenig. Nach dem Hochschwingen der Heckklappe mag man über den hohen Boden und das dadurch kleine Gepäckabteil erstaunt sein, doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn
a) reicht der Kofferraum für die meisten Dinge auch so und man muss sich nicht so sehr bücken,
b) lässt sich so mit dem klappen der Rücksitze eine große ebene Fläche mit entsprechendem Stauraum schaffen und
c) befindet sich unterhalb des Bodens weiterer Stauraum, beispielsweise für Dinge, die man nicht so häufig benötigt.

Weiter zur Ausstattung des Nissan Juke Shiro. Dieser verfügt neben der Basisausstattung zusätzlich noch über Nissan Connect mit Rückfahrkamera in Farbe. Dahinter verbirgt sich der mir etwas zu kleine 5-Zoll-Touchscreen mit Navigation und Bluetooth sowie der erwähnten Kamera, die ein farbiges Bild vom treiben hinter dem Fahrzeug liefert – inkl. der mir aus dem Nissan Leaf bekannten Hilfslinien, wenn auch ohne die sich bewegenden, wenn man das Lenkrad einschlägt. Hinzu kommen das Nissan Dynamic Control System, ein Regensensor sowie Fahrlichtautomatik, ein Start-Stopp-Knopf sowie eine Geschwindigkeitsregelanlage. Preislich startet das Sondermodell Shiro aktuell bei 21.490,- Euro. Der Preis steigt je nach gewählter Motorisierung.

Wir hatten den Benziner ohne Turbolader, dass heißt „nur“ 117 PS aus den 1,6 Litern Hubraum, anstelle von 190 PS, die man auch bekommen kann. Der kleine Motor reicht aber sicherlich für den normalen Alltag und die frontgetriebene Version locker aus und hält sich auch beim Verbrauch entsprechend zurück. Störend war für mich nur, dass es den die Version mit 117 PS nur mit dem 5-Gang-Schaltgetriebe (optional auch mit Automatik) gibt. Das sorgt dafür, dass der Wagen im letzten Gang sehr laut ist, in der Praxis bei der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h schon mit 4.000 U/min. dreht. Hier würde sich ein sechster Gang zur Absenkung von Drehzahl und Geräuschpegel sehr anbieten. Vorhanden ist das 6-Gang-Getriebe aber nur bei der stärkeren Motorisierung.

Ansonsten bringt einen der Nissan Juke 1.6 gut von A nach B, wenn auch nicht so schnell wie der Nissan JUKE-R. Dafür verbraucht er auch nicht so viel. Wer sich für den stärkeren Benziner mit 190 PS in Verbindung mit dem CVT-Getriebe interessiert, kann dazu bei Can nachlesen, wie er den Wagen einschätzt. Wer sich allgemein über die Angebote und Versionen informieren möchte, kann dies auf der Internetseite von Nissan zum Juke machen. Weitere Bilder zum Nissan Juke Shiro Sondermodell findet ihr auch in der nachfolgenden Galerie:

2 Gedanken zu „Getestet: Nissan Juke 1.6 Shiro Sondermodell

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