Präsentation bei Opel: die Astra-Familie — gefahren: Opel Astra OPC und Sports Tourer BiTurbo

Kurzfristig hatte Opel mich zu einer Opel Astra Fahrpräsentation eingeladen. Die Astra-Familie hat Zuwachs bekommen, vor wenigen Tagen wurde die neue 2012er Opel Astra Limousine in Moskau erstmalig in der Öffentlichkeit präsentiert. Nun waren Limousinen in dieser oder kleineren Fahrzeugklasse zumindest in Deutschland noch nie riesige Kassenschlager. Doch die Zeiten haben sich geändert und die neue Limousine hat mit alten, biederen Stufenheckfahrzeugen nichts mehr gemein, gefiel einigen Anwesenden sogar besser als der klassenübliche Opel Astra Fünftürer.

Zugegeben: für mich war die Limousine eher zweit-, wenn nicht sogar drittrangig, denn das leistungsmäßige Flaggschiff der Astra-Palette war ebenfalls mehrfach vor Ort und stand für Fahrten bereit. So teilte ich mir auf der ersten Tour eines der typisch blauen Geschosse mit Jens von Rad-ab.com, der auch auch gleich den ersten Streckenabschnitt bewältigte und aufgrund seiner Opel-Vorbelastung auch sichtlich vom Opel Astra OPC angetan war, wie er in diesem Beitrag zum OPC eindrucksvoll schildert. Es ging vom Frankfurter Flughafen über die Autobahn bis hin zum ersten Wechselpunkt auf einem Parkplatz an einer Landstraße.

Wir entschieden uns, nicht den Wagen, sondern nur den Platz zu tauschen und weiter ging die wilde Fahrt (natürlich im Rahmen der Straßenverkehrsordnung) über bergige Straßen, durch Weinanbaugebiete und am Rhein entlang bis zum Treffpunkt, an dem einerseits das Mittagessen gereicht wurde und andererseits auch noch mal alle Fahrzeuge bei schönstem Sonnenschein zu bestaunen waren. Dabei fiel mir besonders der erweiterte FlexFix-Fahrradträger auf, der nun bis zu vier Fahrräder aufnehmen kann und abklappbar ist, um weiterhin einen Zugang zum Kofferraum zu gewährleisten.

Doch zurück zum Opel Astra OPC. Kam mir die Mitfahrt auf dem Fahrersitz trotz des sportlichen Fahrstils des Kollegen Jens noch recht unspektakulär vor, änderte sich dies beim ersten Gasstoß auf dem Fahrerplatz sitzend. Die 400 Nm sorgten schon für ordentlichen Vortrieb, der mit einer passend aggressiven Geräuschkulisse untermalt wird – das macht definitiv süchtig. Und ich gebe zu, dass ich dies Opel gar nicht zugetraut hätte. Trotz der an den Vorderrädern auf die Straße übertragenen 280 PS zerrt der Opel nicht wie wild am Lenkrad, lässt sich gut kontrollieren. Im OPC-Modus liegt er dabei wie das sprichwörtliche Brett auf der Straße, gibt Rückmeldung über jede noch so kleine Bodenunebenheit – genau mein Ding bei einem Fahrzeug dieser Art.

6 Sekunden soll der Sprint auf 100 km/h im Astra OPC dauern. Wir haben es nicht gestoppt, aber noch bevor man in den dritten Gang schaltet, hat man die 100er-Marke geknackt und das geht sehr flott. Der große Schaltknüppel kommt meiner ebenfalls nicht zierlichen Hand zugute und auch das sportlich gestaltete Lenkrad liegt gut in der Hand, könnte für meine Verhältnisse sogar noch einen Ticken dicker sein. Letztendlich hat das Kurvenräubern trotz der vielfach in den Medien erwähnten A-Säule, die in engen Kurven die Sicht versperren kann, viel Spaß gemacht. Soviel Spaß mit einem Opel hatte ich zuletzt vor etlichen Jahren in einem der Vorgänger: einem Opel Kadett E mit 115 PS. Da diese in einem Kombi steckten, hieß das Ganze nicht GSI und war somit noch lustiger.

Apropos Kombi: für den Rückweg fiel meine Wahl auf einen Opel Astra Sports Tourer, unter dessen Motorhaube ebenfalls ein Aggregat mit 400 Nm maximalem Drehmoment schlummerte. Allerdings handelte es sich um den BiTurbo Diesel, der aus seinen zwei Litern Hubraum dank der doppelten Aufladung 195 PS schöpft. Das früh fast vollständig anliegende Drehmoment bietet Kraft auch aus unteren Drehzahlbereichen heraus und verhindert somit ein Turboloch. Im unteren Drehzahlbereich arbeitet erst ein kleinerer Turbolader, im oberen Bereich dann die größere Version. Allerdings ging es mir beim Astra Sports Tourer BiTurbo gar nicht so sehr um die Fahrleistungen, sondern eher um den Reisekomfort sowie die Fahrerassistenzsysteme, die hier alle auszuprobieren waren. Die neue Schildererkennung, die auch Zusatzschilder wie „bei Nässe“ erkennt und anzeigt, sowie die Kollisionswarnung oder auch den Spurhalteassistenten – ich habe alles ausprobiert und für gut befunden. Inwiefern der Käufer sich später Warnen oder gar ins Handwerk pfuschen lassen möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Opel bietet diese Systeme halt auch in dieser Klasse an und das ist auch gut so.

Letztendlich war ich positiv überrascht. Die Stimmung sowie die Fahrzeuge waren gut, Opel prescht ordentlich voran, von Stillstand keine Spur. Es wird entwickelt und auf den Markt gebracht und das am laufenden Band. Man ist auf dem Weg zum Vollsortimentler und muss nun mit diesem frischen Wind in der Modellpalette nur noch die Angst aus den Köpfen der Menschen vertreiben, die von der Presse so gerne geschürt wird. Ich würde es Opel wünschen. Auch wenn ich immer eher Fan der Wolfsburger Konkurrenz war.

Da bei einer Fahrveranstaltung nur ein kurzer Eindruck gewonnen werden kann, freue ich mich schon jetzt auf den Opel Astra GTC Testwagen, der Ende September kommen wird und über den ich dann natürlich ausführlich berichten werden. Wer sich bereits jetzt weitere Informationen beschaffen möchte, kann dies beispielsweise auf der Internetseite von Opel machen. Weitere Bilder gibt es auch hier:

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