Getestet: Honda Civic 2.2 i-DTEC

Wie im Beitrag „Honda Civic alt gegen neu“ schon erklärt, wollte ich die sechste Generation mit der aktuellen, neunten Generation vergleichen. Doch durch den Unfall meiner Frau war dies nun leider nicht mehr möglich, denn auch wenn der alte Civic erstaunlich gut gehalten hat und beide Insassen trotz des zweifachen Überschlags fast unverletzt aussteigen konnte, war der Civic nicht mehr zu retten. Somit bleibt mir zum rein optischen Vergleich nur die Zusammenlegung von Bildern in ähnlicher Position.

Und hier wird gleich deutlich, wie sehr sich der Wagen im Laufe der Zeit verändert hat. Auch wenn die Bilder es nicht unbedingt direkt vermitteln möchten, hat der Civic doch einiges an Größe gewinnen können. Rein zufällig konnte ich kürzlich noch die beiden Generationen in freier Wildbahn nebeneinander stehen sehen und war überrascht, wie sehr sich der neue Civic in den Abmessungen verändert hat. Aber das ist ja ein Wandel, der bei allen Herstellern zu beobachten ist. Da haben Kleinwagen heute Kompaktklassenformat und so weiter und so fort.

Auch sonst wäre der Vergleich eher ungerecht gewesen, da unser alter Civic nur einen kleinen Benzinmotor mit 1,4 Litern Hubraum und 75 PS hatte. Der Testwagen hingegen kam mit modernster Dieseltechnologie und schöpfte aus 2,2 Litern Hubraum mit 150 PS immerhin die doppelte Leistung. Vom wesentlich höheren Drehmoment, aber zeitgleich auch viel geringeren Verbrauch fangen wir besser gar nicht erst an. Der Motor ist in seiner Klasse wohl die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau und hat schon diverse Vergleichstests gewonnen. Auch ich bin mit dem Motor gut klar gekommen, es gab keine Situation, in der ich das Gefühl hatte, nicht ausreichend motorisiert zu sein.

Die nicht so direkte Gasannahme ist dabei vermutlich der Elektronik geschuldet, tritt nur bei sehr sportlicher Fahrweise auf und wird dem normalen Autofahrer kaum auffallen. Für die ökologisch bewussten Verkehrsteilnehmer gibt es links am Armaturenbrett eine ECON-Taste, die unter anderem farblich anzeigt, wann man sich mit welcher Drehzahl in einem guten Bereich befindet. Die Start-Stopp-Automatik hilft zudem, den Verbrauch zu senken. Dabei braucht man an der Ampel nur den Leerlauf des 6-Gang-Schaltgetriebes einzulegen und den Fuß von der Kupplung zu nehmen und der Motor schaltet sich ab. Berührt der Fuß das Kupplungspedal wieder startet der Wagen direkt und die Fahrt kann weitergehen.

Die Bedienung des Wagens wirft dabei trotz des eindeutigen Designereinflusses kaum Fragen auf. In der Tür finden sich unter anderem die Schalter für die Fensterheber und Außenspiegel, in der Mittelkonsole die Regelung für die Klimaanlage und der Monitor für Radio, Navigation und die im Testwagen vorhandene Rückfahrkamera, die aufgrund der geteilten Sicht nach hinten durchaus empfehlenswert ist. Die Rückleuchten-Heckspoiler-Einheit sorgt hier nämlich für eine Teilung des Hecks in zwei Bereiche und sorgt bei verschiedenen Betrachtern durchaus für unterschiedliche Meinungen. Das trifft dann auch auf den Rest des Wagens zu. Zwar ist das Design nicht mehr so extrem wie noch beim direkten Vorgänger, spiet aber auch beim aktuellen Civic noch eine zentrale, wenn auch entschärfte Rolle. Nicht so ganz verstanden hab ich die auf der Seitenwand befindlichen „Mini-Spoiler“ (haben die tatsächlich einen aerodynamischen Nutzen?) und die Radläufe im VW-Golf-II-Gedächtnis-Kunststoff-Look. Aber es gibt bestimmt den ein oder anderen Leser, dem genau das wieder gefällt. Zum Glück sind die Geschmäcker verschieden.

Gut gefallen hat mir das Blau in Sachen Beleuchtung – sei der Modellschriftzug in der Einstiegsleiste oder aber der Rest der Armaturen. Ebenfalls ein nettes Gimmick ist der zu öffnenden Dachhimmel, der ein wenig Helligkeit ins Auto bringt und ja nach Gebiet einen schönen Ausblick für die Fondpassagiere bietet. Öffnen lässt sich das große Glasdach zwar nicht, aber das ist Dank der Klimaanlage ja auch nicht vonnöten. Weitere Aha-Effekte lösten der frei zugängliche Raum unter der Rücksitzbank sowie der Subwoofer im Kofferraum aus.

Ich halte den Honda Civic 2.2 i-DTEC für eine durchaus gelungene Alternative zu den ewigen Klassenbesten, die zumindest in Sachen Motor nun schon das ein oder andere Mal ins Hintertreffen geraten sind. Durch das entschärfte Design sollte sich der neue Civic wesentlich besser verkaufen lassen und ich persönlich bin der Meinung, dass man damit auch keine  Fehler macht. Der Rest ist wie erwähnt mal wieder eine Frage des eigenen (guten) Geschmacks, über den sich ja bekanntlich nicht streiten lässt.

Wer sich über den Honda Civic, weitere Ausstattungen und Motorisierungen und zu guter Letzt auch Preise informieren möchte, kann dies direkt auf der Modellseite des japanischen Herstellers tun: Honda Civic. Weitere Bilder zum Fahrzeug gibt es dort, aber auch in der nun folgenden Galerie:

4 Gedanken zu „Getestet: Honda Civic 2.2 i-DTEC

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