Wohnwagen oder Wohnmobil – was würdet ihr wählen?

Nach rund 9 Jahren haben meine Frau und ich uns erdreistet, mal wieder Urlaub zu machen, das erste Mal mit der ganzen Familie. Nur ein paar Tage, nur rund 51 km von zu Hause entfernt. Es war auch mehr ein Experiment, denn es ging zum Camping. Dazu haben wir von einem Freund einen Wohnwagen zur Verfügung gestellt bekommen. Einen Tandemachser mit ausreichend Platz für zwei Erwachsene und zwei Kinder. Gut, dass unser „neuer“ Volvo 850 eine Anhängerkupplung hat, so war die Frage des Zugfahrzeugs schnell geklärt.

Doch die Fahrt war beschwerlicher als gedacht. Nun sind Fahrten durch die bergige und kurvenreiche Eifel im Normalfall schon nicht ohne, hat man aber einen fast 1,5 Tonnen schweren „Bremsklotz“ am Wagen hängen, erinnert das schon stark ans Tractorpulling. Erstaunlicherweise hatte der Fünfzylinder des Volvos mit seinen 2,5 Litern Hubraum nämlich gut zu kämpfen, teilweise fuhr ich Berge im zweiten Gang hoch. Da uns als Familie die Campinggeschichte ganz gut gefiel, ich das Ganze bis dato aber nur mit einem Wohnmobil kannte, stellt sich nun die Frage, was wohl besser ist:

Wohnmobil oder Wohnwagen?

Klar, die Seite heißt Motor-inside.com, da dürfte die Wahl nicht schwer fallen. Doch beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Das Wohnmobil ist halt nur ein Fahrzeug, man bezahlt nur für ein Fahrzeug auf Campingplätzen, man kann mal am Straßenrand stehen bleiben und übernachten und man kann auch mal schneller als 80 km/h fahren. Dafür ist man vor Ort eventuell weniger flexibel, muss immer alles wieder zusammenpacken, wenn man beispielsweise einen Tagesausflug machen möchte und man keine „Beiboote“ in Form von Fahrrädern, Rollern oder Ähnlichem dabei hat. Der Wohnwagen steht halt auf dem Campingplatz, man kann mit dem Zugfahrzeug die Gegend erkunden. Allerdings kann (bzw. darf) man nicht mal eben am Wegesrand übernachten, zahlt im Normalfall für zwei Fahrzeuge und zieht mit 80 km/h einen eventuell schlingernden Wohnwagen hinter sich her.

Letztendlich bleibt es vermutlich eine Geschmackssache. Oder seht ihr weitere Vorteile / Nachteile bei Wohnmobil oder Wohnwagen? Was würdet ihr wählen bzw. wofür habt ihr euch sogar schon entschieden und warum?

5 Gedanken zu „Wohnwagen oder Wohnmobil – was würdet ihr wählen?

  • 11. August 2012 um 09:43
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    Die Frage bekomme ich oft gestellt und habe nach vielen Gesprächen mit anderen sowie eigenen Erfahrungen ein festes Meinungsbild davon. Die Antwort ist einfach: Es hängt 1. von deinem Geldbeutel ab, und 2. ganz klar von der Art, wie deine Familie und Du Urlaub machen (möchte).

    Zu 1. muss ich nix weiter sagen. Wohnmobile sind sauteuer, in der Anschaffung und im Unterhalt, Punkt.

    Zu 2 gibts schon mehr zu erzählen. Die Unterscheidung ist einfach.

    Mit dem Wohnmobil fährst Du von Stellplatz zu Stellplatz, machst Stadtbesichtigungen, stehst ggf. auch frei ohne externe Energiequelle und geniesst die Freiheit. Für Erwachsene toll, für Kinder totlangweilig.

    Mit dem Wohnwagen kannst Du nur auf Campingplätze fahren. Stellplätze sind tabu, frei stehen geht meist nicht weil ein Wohnwagen meist keine Batterie hat, man ist aufs Auto angewiesen, und die Batterie ist schnell leer. Klar kann man das umrüsten, aber ganz ehrlich, da ist man mit nem Womo deutlich besser beraten.

    Dafür ist ein Wohnwagen ein sehr günstiges und familienfreundliches Hobby. Die Kinder lieben es, den ganzen Tag auf dem Campingplatz rumzurennen, auch weil hier viele gleichaltrige dieselbe Freiheit geniessen können wie sie selbst. Morgens die Tür auf und die Kids preschen raus, zum Abendessen mal pfeifen und widerwillig kommen sie angetrabt. Das ist für die Eltern Entspannung pur. Das ganze Gelände ist ja meist eingezäunt 😉

    Noch ein Unterschied:
    Für die Eltern beginnt beim Wohnwagen der Urlaub leider erst nach dem Aufstellen des Wagens und dem Aufbau des Vorzeltes. Mit dem Wohnmobil beginnt er mit dem Einsteigen vor der Haustür. Kinder unterwegs zu bespassen ist mit dem Wohnmobil auch angenehmer. Mit dem Wohnwagen hältst Du Dich in der Regel länger an einem Ort auf.. Ausflüge sind dank PKW kein Problem, der Wohnwagen dient quasi als Basislager.

    So, ich hoffe damit habe ich alles gesagt, was mir dazu einfällt.

    Antwort
  • Pingback: Deutscher Auto Blogger Digest vom 11.08.2012 › "Auto .. geil"

  • 20. August 2012 um 08:31
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    Wer gerne im Urlaub von einem Ort zum anderen reist und immer mal wieder woanders übernachten möchte, der ist mit dem WoMo besser beraten.

    Wer irgendwohin fährt und eine Woche bleibt, der muss den Wohnwagen nehmen, weil günstiger und flexibler.

    Dem Wohnmobil sagt man nicht umsonst auch gerne Reisemobil, wenn man eben nur selten mehrere Tage am gleichen Ort bleibt.

    Wir haben im Sommer 2009 z.B. 3’000 km in zwei Wochen gemacht. Mit dem Wohnwagen ein Stress, mit dem WoMo haben wir das (inkl. Kinder) voll easy gefunden. Acht Übernachtungsorte in 14 Tagen, da sieht man was. Mit dem Wohnwagen machst du sowas nicht.

    Es ist daher schon so wie Martin sagt: Geschmacksache bzw. eine Frage danach, wie du Urlaub zu machen gedenkst.

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    • 20. August 2012 um 09:38
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      Darf man Fragen, wie alt der Nachwuchs ist?

      Antwort
  • 20. August 2012 um 11:53
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    Der Junge ist zwölf, die Tochter neun.

    Muss noch ergänzen, dass wir auch mit dem WoMo sehr wohl (fast nur) auf Campingplätzen sind und wir uns diese nach Möglichkeit u.a. nach dem Kriterium Spielangebot für Kinder aussuchen. Die Kleinen kommen also nicht zu kurz.

    Aber dass wir selbst dann, wenn wir nur eine Woche Zeit haben, sehr viele Orte sehen und ständig Abwechslung haben, lieben die Junioren genauso wie ich. 🙂

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