Die Marke Mercedes-Benz und ich – ein zwiespältiges Verhältnis

Ich kann es nicht erklären, aber die Marke Mercedes-Benz als Teil der Daimler AG ist eine der wenigen Automarken, die bei mir eine Art gespaltene Persönlichkeit hervorruft. Ein Teil von mir kämpft mit den Klischees, will den Mercedes in die Ecke der Hutträger und Häkelüberzüge für Klorollen schieben. Der andere Teil weiß, dass es auch recht interessante Fahrzeuge mit Stern gab und gibt. Ein Dilemma.

Und dabei hatte alles so gut angefangen. Mein Opa fuhr einen Mercedes /8 (Strich 8, für die, die mit der merkwürdig anmutenden Bezeichnung zu Recht nichts anfangen können) in der Ausführung als Krankenwagen. Gut, an das Fahrzeug habe ich keine Erinnerung, kenne den Wagen nur von Fotos. Ebenso wie den Mercedes 280 S der Baureihe W 108, den mein Vater mal fuhr. Dieser lenkte auch einige Zeit lang einen S-Klasse Coupé der 126er Baureihe durch Aachen – ich glaube, es war ein Mercedes-Benz 420 SEC, bin mir aber nicht sicher. Da hatte ich es als Kind schon besser, spielte mit einem Auto der Matchbox-Klasse, einem weißen SEC auf dessen Seiten AMG stand. Und auf meinem Schrank stand natürlich ein schwarzer 300 SL Flügeltürer im Maßstab 1:18 von bburago.

Ich war jung und brauchte den fahrbaren Untersatz: Mercedes-Benz 200 D

Als ich dann später selbst im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis der Klasse 3 (Klasse B-Inhaber mögen selber googeln) war, fuhr ich sogar selbst mal einen Benz. Es war mein zweiter eigener Wagen. Während die Klassenkameraden mit Polo und Co. durch die Gegend fuhren, kam ich mit einem Mercedes-Benz 200 D der Baureihe W 123 um die Ecke. Die Limousine war weiß Gott keine Rakete, bot aber einen immensen Sitzkomfort und war im Winter ein wahrer Spaßgarant auf verschneiten Supermarktparkplätzen. Als ich den Wagen abgeben musste, war allerdings lange Zeit Funkstille in Sachen Mercedes-Benz.

Das lag zum einen daran, dass ich kaum Mercedes-Fahrer kannte und zum anderen daran, dass ich die meisten Modelle aus Stuttgart eher unattraktiv fand. Die Doppelstoßstangen-S-Klasse (W 116) meines Cousins fand ich schön, den Mercedes-Benz 500 SEL (W 126), den er mal hatte und den ich auch mal fahren durfte, fand ich auch toll. Etwas erschrocken war ich, als mit einem silberfarbenen SLK der ersten Generation auftauchte – in meinen Augen das Frauenauto schlechthin. Als ich mitbekam, dass es sich um einen SLK 32 AMG handelte, war zumindest mein Weltbild wieder in geordnete Bahnen gelenkt.

Außer dem Mercedes-Benz CLS 350 eines Bekannten, sowie der A-Klasse (A 150 Autronic) seiner Frau und einer Probefahrt im Jahr 2008, bei der ich einen neuen GLK fahren konnte, ist mein Kontakt zu Mercedes-Modellen eher eingeschlafen. Und dabei muss ich zugeben, dass mir die neuen Kreationen zumindest optisch sehr gut gefallen. Man verschwindet vom biederen Design hin zu sportlichen teilweise schon aggressiv „guckenden“ Fahrzeugen – für Mercedes sicherlich ein gewagter Schritt, aber in meinen Augen auch kein falscher. Ich bin gespannt, wie meine Mercedes-Geschichte weitergeht. Das Bloglight im Monat Juli 2012 habe ich ja leider verpasst, es wäre passenderweise Mercedes-Benz gewesen. Hier ein Link zur Übersicht der einzelnen Beiträge auf der Blogger Auto Award-Seite.

4 Gedanken zu „Die Marke Mercedes-Benz und ich – ein zwiespältiges Verhältnis

  • 10. August 2012 um 10:35
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    Kann ich voll und ganz nachempfinden. In den Siebzigern gab es den wunderschönen SEC und… naja den Rest der unsäglichen Modellpalette, aus der bestenfalls noch der SEL 6,9 hervorstach. Der 200D mit 55 PS bei anderthalb Tonnen Leergewicht war ja für die Hutträger so etwas wie der heilige Gral.

    Das wurde auch viele Jahre nicht besser. Ich testete mitte der Neunziger einmal einen SL und hatte nachher eine mittellange Liste an Unzulänglichkeiten. Von der ersten A-Klasse reden wir erst gar nicht. Ich sage nur: Elchtest! Der AMG C36 war dagegen eine Granate!

    Klar, Das MB-Image ist durch den Motorsport heute ein deutlich besseres. Aber mit ein paar Modellen kann ich mich – rein optisch – noch immer nicht anfreunden. Das mag der Grätsche geschuldet sein, die die Marke zwischen Generationen von Stammkunden und „Überläufern“ anderer Marken nun einmla machen muss.

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    • 10. August 2012 um 11:29
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      Ich trug im 200D keinen Hut. Stilbruch?

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