Gefahren: 1994 Ford Crown Victoria „State Trooper“

Vor etlichen Jahren hatte ich mal die Möglichkeit, einige Zeit lang mit einem auf hiesigen Straßen eher selten zu sehenden Fahrzeug durch die Gegend zu rollen: einem zum Polizeifahrzeug umgebauten Ford Crown Victoria aus dem Baujahr 1994. Interessanterweise fiel er während der Fahrt kaum auf, wirke im Stand wesentlich spektakulärer. Dies lag sicherlich auch am fast schon unauffälligen Äußerem.

Nun wird der ein oder andere Leser die Unauffälligkeit bestreiten, doch während der Fahrt war der Lichtbalken beispielsweise in eine schwarze Hülle gepackt, da man mit sichtbarem Balken in Deutschland nicht durch die Gegend fahren darf. Hinzu kommt die eher unauffällige Grundfarbe. Irgend so ein unsäglicher Metallic-Ton, der mit der aus Film und Fernsehen bekannten schwarz-weißen Farbkombination so gar nichts gemein hatte. Und auch die Kriegsbemalung war mit wenigen „State Trooper“-Schriftzügen und „Iowa State Patrol“-Badges eher schlicht. Erschwerend kam sicherlich hinzu, dass der kleine Achtzylinder sich kaum bemerkbar machte, man mit den 4,6 Litern Hubraum fast lautlos an den Leuten vorbeirollte.

Der laut deutschen Papieren nicht mal 200 PS leistende Motor verdeutlicht dabei nur zu gut, dass es sich bei dem Policecar natürlich um eine Replik handelte, denn originale Copcars sind meist in Sachen Motorisierung und Fahrwerk besser ausgerüstet als ihre zivilen Kollegen für den Privatmann. Und so taugte dieser Crown Vic also eher zum Cruisen, was zumindest geradeaus dank Automatikgetriebe auch reichlich Spaß machte. Vor Kurven sollte man aufgrund des schwammigen Fahrwerks frühzeitig den Anker werfen, die Kurve selbst ist dann mit der gewohnt leichtgängigen Servolenkung fast schon mit einem Finger zu nehmen.

Ebenfalls mit einem Finger zu bedienen waren die ganzen elektrischen Hilfsmittel zur Verstellung von Sitzen, Spiegeln und Fenstern. All dies funktionierte – ebenso wie die Klimaanlage – tadellos. Was nicht funktionierte, war der Motorola-„Bordcomputer“. Zwar ließ er sich einschalten, die Verbindung nach Amerika zwecks Datenabgleich war aber irgendwie gestört. Komisch. Der Rest des nachträglich installierten Polizeiequipments hingegen machte genau das, was es sollte: blinken, leuchten, hupen, jaulen. Und damit war das US-Car im Stand natürlich ein absoluter Blickfang.

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