Carglass – Gratwanderung zwischen Top-Service und nervender Werbung

„Sind das in der Fernsehwerbung wirklich Mitarbeiter oder bezahlte Schauspieler?“ frage ich noch, obwohl ich mir die Frage hätte selbst beantworten können. Denn kurz zuvor hatte mich Thorsten Bohms noch in die zweite Etage des Carglass Service Centers am Nördlichen Zubringer in Düsseldorf geleitet. Erkannt hatte ich trotz seiner medialen Präsenz nicht. Der Grund meiner Anwesenheit war eine Einladung seitens Carglass, bei der ein paar Blogger einen Blick hinter die Kulissen und auf die tägliche Arbeit bei dem vermutlich bekanntesten Unternehmen in Sachen Scheibenreparatur und -austausch werfen konnten.

Es war ein Erstversuch und mit entsprechend wenig Erwartungen (beiderseits) ging man recht unvoreingenommen an das Thema heran. Im klimatisierten Besprechungsraum wurde das Unternehmen präsentiert und auch Zwischenfragen der neugierigen Gäste wurden prompt beantwortet. So konnte man, wenn es denn nicht schon im Vorfeld wusste, in Erfahrungen bringen, dass Carglass eine Tochtergesellschaft von Belron ist. Und das es also gar keine weltweit eingesetzte Marke ist wie beispielsweise McDonalds. Carglass ist in Europa ein Begriff, auf anderen Kontinenten kommen andere Firmenketten mit ihren Namen zum Einsatz.

Interessant fand ich persönlich, dass die Werbung laut Umfragen gar nicht als so sonderlich nervend aufgenommen wird. Ich weiß nicht, wen man da repräsentativ befragt hat, kann aber bestätigen, dass das Ergebnis in meinem Bekanntenkreis anders ausgesehen hätte und auch eine spontane Umfrage beim Carglass Bloggerday brachte ein eindeutiges Ergebnis. Seitens Carglass nahm man es mit Humor. Klar, schließlich hat die Werbung damit ja auch ihren Zweck erfüllt, sie hat sich in den Köpfen der Menschen eingenistet.

Nach der Theorie und einer kleinen Stärkung schlüpften wir in die vorgeschriebenen Sicherheitsschuhe und bekamen zum einen die Reparatur und zum anderen den Austausch einer Frontscheibe demonstriert. Ich könnte hier jetzt detailliert auf die einzelnen Schritte eingehen, aber das hilft ja keinem. Interessant ist sicherlich, dass hier alles genauen Ablaufplänen folgt und peinlichst genau darauf geachtet wird, dass die Fahrzeuge der Kunden unversehrt bleiben. So gibt es Plastiküberzieher für die Sitze, Papierfußmatten und auch im direkten Arbeitsbereich rund um die Scheibe wird geschützt und abgeklebt, so dass es keine Kratzer oder ähnliche Spuren gibt. Die Mitarbeiter sind immer freundlich und die Kunden können auch neben dem Fahrzeug stehe und zusehen und / oder einen Kaffee genießen, während sie auf ihr Fahrzeug warten.

Es ist schon beeindruckend, wie reibungslos das alles läuft. Jeder Mitarbeiter durchläuft ein Basistraining. Bemerkenswert ist, dass dies auch Mitarbeiter mitmachen müssen, die später in der Zentrale im Büro sitzen. Damit weiß dann auch der Manager, womit an der Front das Geld verdient wird. Natürlich geht es für die Monteure dann noch in weitere Schulungen, bis sie das erste Mal an einem echten Kundenfahrzeug arbeiten dürfen. Zur Motivation wird alle zwei Jahre ein weltweiter Wettbewerb ausgeführt, bei dem nach diversen Kriterien und auf Zeit unterschiedliche Aufgaben zu bewältigen sind. Der Weltmeister 2006, Thomas Heuser, war auch vor Ort in Düsseldorf und nahm für uns den Scheibenaustausch vor.

Das Unternehmen Carglass präsentierte sich als junges Unternehmen mit klaren Zielen, dass sich seines Erfolges auch durchaus bewusst ist. Man ist stolz auf seine Arbeit, den Service und die Kundenzufriedenheit. Diese zeigt sich vor allen Dingen auf der Facebookseite von Carglass, denn man hat nicht nur eine normale Carglass Webseite, sondern ist auch im Bereich Social Media unterwegs. Neben Facebook ist Carglass mittlerweile auch bei Twitter vertreten und schaut, was man dort erreichen kann.

Mit mir vor Ort waren übrigens Robert Basic, der das Ganze angeleiert hatte und in seinem Beitrag Carglass: Glasbruch und Blogger auch schon darüber geschrieben hat. Er war zusammen mit Bjoern Habegger aus dem Süden angereist. Auch dieser hat schon einen Beitrag zum Thema online gestellt. Der Titel ganz schlicht: Carglass. Und ich hatte noch Jens Wilde vom Bahnhof in Düsseldorf abgeholt. Dieser Beitrag ist nicht gekauft, auch wenn die derzeit aktuelle Diskussion um das Sichtfeld und angeblich nicht notwendige Austauscharbeiten dies vermuten lassen. Leider muss man in der heutigen Zeit ja explizit darauf hinweisen. Nachfolgend noch ein paar Bilder, die ich bei Carglass gemacht habe.

4 Gedanken zu „Carglass – Gratwanderung zwischen Top-Service und nervender Werbung

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