Ein Audi A8 beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring

Audi ist derzeit ganz groß in Sachen Motorsport. Sei es mit vom Werk oder aber privaten Rennteams eingesetzten Fahrzeugen – aktuell führt kaum ein Weg vorbei an den Ingolstädtern mit den vier Ringen. Eine Fülle von Fahrzeugen unterschiedlichster Art in in verschiedenen Rennserien und -klassen unterwegs und ärgert die Konkurrenz. Meist handelt es sich dabei um aktuelle Sportcoupés wie zum Beispiel den Audi TT, Sportwagen wie den Audi R8 oder die reinen Rennwagen wie die Audi R18, die in Le Mans zum Einsatz kamen.

Doch manche Teilnehmer gingen einen anderen Weg. Wie zum Beispiel das Team Derichs Rennwagen (im Internet zu finden unter www.derichs-rennwagen.com), das beim legendären 24-Stunden-Rennen am Nürburgring antrat. Über den vom Team eingesetzten Wagen stolperte ich als Neuling beim 24h-Rennen erst in der Startaufstellung. Wobei ein „Stolpern“ hier aufgrund der schieren Größe des eingesetzten Fahrzeugs kaum möglich war, handelte es sich doch nicht um eines der erwähnten Coupés, sondern um eine ausgewachsene Limousine der Oberklasse. Genauer gesagt um einen Audi A8 Typ D2 / 4D, also einen A8 der ersten Generation.

Als Fan der Marke Audi und ehemaliger Fahrer eines Audi 100 Typ C4 war ich natürlich entsprechend begeistert von „meiner“ Entdeckung. Nachdem der erste Ansturm vorbei war, wagte auch ich einen Blick ins Wageninnere. Vom Luxus der Oberklasse war hier erwartungsgemäß nicht mehr viel übrig geblieben. Immerhin hatte die schöne Schaltkulisse der Tiptronic überlebt und reflektierte das einfallende Sonnenlicht. Auch ein paar noch immer vorhandene Holzzierteile erinnerten an den Ursprung des Wagens mit einem Neupreis, der sicherlich im sechsstelligen Bereich lag. Außer dem Armaturenbrett war sonst aber nicht mehr viel von der Ausstattung übrig. Immerhin konnte das Gewicht des einstigen Luxusdampfers mit diesen drastischen Maßnahmen um entscheidende 900 kg gesenkt werden.

Für passenden Vorschub sorgte die Tatsache, dass man sich bei Derichs Rennwagen direkt für die stärkste Motorisierung entschied. Der Audi A8 W12 bringt es mit seinen zwölf Zylinder auf einen Hubraum von 6 Litern und eine Leistung von über 400 PS. Und das ohne Turbolader. Dafür aber mit Allradantrieb, was bei dem meist herrschenden Wetter in der Eifel sicherlich ein Vorteil ist. Der quattro sollte auch bei Regen für eine brauchbare Traktion sorgen. Die Bremse an der Vorderachse wurde vergrößert und natürlich bekam auch der Audi A8 ein KW-Fahrwerk, dass den Anforderungen der Strecke gerecht wurde.

Mit diesen Rahmendaten startete der Audi A8 mit der Startnummer 89 als eines von 6 Fahrzeugen in der Klasse SP 8 und vor allen Dingen als eines von 169 insgesamt gestarteten Fahrzeugen beim 24h-Rennen am Nürburgring und damit auch auf der berüchtigten Nordschleife. Und als ich morgens aus meinem Zelt kletterte, hielt ich natürlich direkt Ausschau nach dem Ingolstädter Luxusrennwagen, der mich nicht enttäuschte und nach kurzer Zeit an mir vorbeirauschte.

Auch wenn ich das Rennende leider nicht mehr live an der Strecke mitbekam, so weiß ich doch, dass der Audi A8 des Derichs Rennwagen Teams durchgehalten und das Ende des Rennens erreicht hat, was ich natürlich super finde. Seitens Derichs Rennwagen ist man nicht ganz so euphorisch, aber dennoch zufrieden. Ein vierter Platz in der eigenen Klasse und ein 90er Platz im Gesamtklassement trotz mit vor Ort nicht zu behebenden Problemen an der Hinterachse, die nach 11 Stunden mit immer stärker werdenden Vibrationen negativ auffiel und einer Kollision im vorletzten Turn, die zum Glück nur Schäden optischer Natur hinterließ, sind doch gar nicht zu verachten. Und jeder der beim 24-Stunden-Rennen ankommt, gilt doch als Sieger, oder?

Ein Gedanke zu „Ein Audi A8 beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.