Nissan JUKE-R – ein Buchstabe macht den Unterschied

Als Nissan 2010 den JUKE auf den Markt brachte, war ich schockiert. Dieses extravagante Aussehen an einem Fahrzeug, das schwierig in eine der bestehenden Fahrzeugklassen einzuordnen war. Als Crossover bezeichnet Nissan den Wagen, als SUV wird er offiziell eingestuft. Aber eines war direkt klar: entweder man liebt oder hasst ihn – dazwischen bleibt wenig Raum.

Der Nissan JUKE-R und seine zivilen Kollegen

Als würde der JUKE an sich nicht schon genug polarisieren, setzte Nissan noch einen oben drauf und hing ein „-R“ an die Modellbezeichnung dran. Dieser unscheinbare Buchstabe steht für ein alles andere als unscheinbares Monster auf vier Rädern. Der Nissan JUKE-R wirkt in seiner mattschwarzen Lackierung bereits im Stand bedrohlich, riesige Kühlöffnungen, Spoiler und Verbreiterung lassen auf viel Leistung hoffen.

Verfügt der normale JUKE über maximal 190 PS, bringt es der JUKE-R auf stolze 485 PS. Man hat nämlich einfach den Antriebsstrang des „damals“ aktuellen Nissan GT-R verbaut. Und das ist wirklich ein Wahnsinn. Der V6-Motor ist nach dem öffnen der verhältnismäßig kleinen Motorhaube nur in Teilen zu sehen, Anbauteile wie die Klimaanlage fanden im Motorraum gar keinen Platz und wurden kurzerhand in den Kofferraum verbannt. Das 3,8-Liter-Aggregat sorgt auch im JUKE-R für ordentlichen Vorschub. Und das Beste daran: ich durfte ihn fahren!

Hört sich noch nicht spektakulär genug an? Kein Problem: es gibt nur zwei Prototypen weltweit, ein rechts- und eine linksgelenkte Version. Bestellen kann man den Nissan JUKE-R für rund 450.000 Euro (er wird nur auf Bestellung gebaut, vier sollen bisher bei Nissan eingegangen sein). Die Prototypen werden sicherlich noch teurer gewesen sein. Exklusiv genug? Ich vermute einfach mal, dass nicht viele Menschen das Vergnügen haben werden, einen Nissan JUKE-R zu fahren.

Ich hatte die Möglichkeit bei einem exklusiven Event, zu dem Nissan diverse Blogger eingeladen hatte. Über die von mir gefahrenen Fahrzeuge hatte ich in diesem Beitrag auf Rad-ab.com schon zusammenfassend berichtet, hier stelle ich nun die Fahrzeuge im Einzelnen vor. Auf dem Gelände der alten Tuchfabrik in Euskirchen stand der JUKE-R in einer Halle, umgeben von einem Serviceteam, dass sich um den Wagen wie um ein Baby kümmerte. Kaum war einer der teilnehmenden Blogger gefahren, wurde der potente Crossover wieder in Halle gefahren und akribisch kontrolliert. Nicht, dass man uns nicht getraut hätte. Aber bei einem Performancefahrzeug dieser Art gibt es immer wieder mal etwas einzustellen.

Damit wir keinen allzu großen Blödsinn anstellen konnten, stellte man uns Frank Eickholt als Beifahrer zur Seite. Der erfahrene Rennfahrer gab Tipps und und achtete darauf, dass wir es nicht übertrieben. In fast jedem Beitrag zum Event ist zu lesen, dass als erstes der Hinweis auf die beiden eng zueinanderstehenden Pedale erfolgte – so auch bei mir. Und das auch zurecht, denn mit Schuhen der Größe 46 tritt man schnell mal zwei Pedale gleichzeitig. Im Kleinwagen zu verkraften, im 485-PS-Geschoß mit entsprechender Bremsanlage eher fatal.

Eng ging es auch in den Schalensitzen mit 5-Punkt-Gurten zu, was aber eindeutig meiner Statur nachteilig anzukreiden ist. Interessant ist, dass man gar nicht so hoch sitzt, wie man erst vermutet. Der Sitz ist tief montiert und so hat man zu keiner Zeit das Gefühl, der Schwerpunkt läge zu hoch. Für den weiteren sportlichen Eindruck sorgen das Lenkrad und Cockpit sowie die Schaltung aus dem GT-R. Und letztendlich auch das Fahrwerk, dass einen direkt aus der SUV-Welt in die der Sportwagen abholt. Das Kopfsteinpflaster der Zufahrtsstraße zur Tuchfabrik erscheint mörderisch.

Ganz langsam bewegte ich also den JUKE-R erst in Richtung Landstraße und dann auf die Autobahn. Der Wagen geht gut vorwärts und die Blicke der Passanten und weiterer Verkehrsteilnehmer, die schauen, als ob sie ein Ding aus einer anderen Welt gesehen hätten, sind mit keinem Geld der Welt zu bezahlen. Leider werde ich vom typischen Wetter der Eifel eingebremst. Frank ermahnt im plötzlich stark auftretenden Regen nur noch langsam zu rollen, da die auf dem JUKE-R aufgezogenen Semi-Slicks sich mit der nassen Fahrbahn nicht so recht vertragen.

So kehrten wir nach einer kurzen, aber dennoch beeindruckenden Fahrt zum Basislager zurück. Direkt liefen zwei Mitarbeiter mit einem Maßband um den Wagen. Ich beteuerte, den Wagen nicht durch rüppelhaftes Fahrverhalten verkürzt zu haben, bekam dann aber die entwarnende Info, dass man die genauen Maße für einen zukünftig stattfindenden Transport benötige.

Einige Bilder habe ich dann gemacht, als andere fuhren, weshalb man zum Beispiel Jan Gleitsmann von auto-geil.de hier auf dem ein oder anderen Foto entdecken kann. Leider mag meine Kamera keine mattschwarzen Autos in schlecht beleuchteten Hallen. Aber vielleicht bietet sich bei einer anderen Gelegenheit die Chance, noch ein paar Bilder zu machen.

7 Gedanken zu „Nissan JUKE-R – ein Buchstabe macht den Unterschied

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