Opel Manta B 400 Trainingsauto von 1983

Während der Opel Manta B allgemein aufgrund seiner von 1975 bis 1988 währenden Bauzeit aktuell noch den Spagat zwischen Oldtimer und Youngtimer vollzieht, ist der hier vorgestellte Wagen zumindest seit letztem Jahr eindeutig ein Oldtimer. Es handelt sich nämlich um ein Trainingsauto aus dem Jahr 1983: einen Opel Manta B 400.

opel-manta-b-400-front-rechtsVorgestellt wurde der sportliche Ableger des Manta B 1981 auf dem Auto-Salon in Genf / Schweiz. Er galt als Nachfolger des Ascona 400 Rallyewagens, war als reines Wettbewerbsfahrzeug gedacht, musste aber aufgrund des Reglements der damaligen Gruppe B zwecks Homologation in geringer Stückzahl auf dem normalen Markt angeboten werden.

Unter der Haube des Rallye-Manta kam ein Reihenvierzylinder zum Einsatz, der einen Hubraum von 2,4 Litern aufwies. Betrug die serienmäßige Leistung noch fast schon bescheiden anmutende 144 PS, die mit dem knapp unter einer Tonne wiegenden Rallyewagen auch schon leichtes Spiel hatten, konnte er in den Rennversionen je nach Ausbaustufe bis zu 275 PS leisten, die für ordentlichen Vorschub sorgten.

opel-manta-b-400-boxengasse-neu-02Der hier gezeigte Wagen, der im Rahmen der Wiedereröffnung der alten Boxengasse an der Nürburgring Nordschleife 2011 ebenfalls die Strecke unsicher machte, bringt es auf ebenfalls beachtliche 240 PS. Er ist Teil der historischen Sammlung der Adam Opel GmbH und des Öfteren bei solchen Veranstaltungen anzutreffen, gerne auch mal von Prominenten pilotiert. Er erreicht, je nach Hinterachsübersetzung eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h. Diese ist aber nicht ganz so wichtig wie die Beschleunigung aus den Kurven heraus. Verzögert wird mittels vier Scheibenbremsen.

Bis 1984 wurden gerade einmal 245 Exemplare des Opel Manta B 400 gebaut. Die Kunden hatten dabei die Wahl zwischen dem schmalen Standardmodell oder einer Breitbauversion, wie sie hier auf dem Bild zu sehen ist. Vorne kamen dabei breitere GFK-Kotflügel zum Einsatz, hinten wurden die Kotflügel mittels GFK-Anbauteilen entsprechend verbreitert. Dementsprechend breiter waren natürlich auch die bei dieser Version verbauten Reifen, die vorne eine Dimension von 225 und und hinten sogar 285 aufwiesen.

opel-manta-b-400-seiteDie geringe produzierte Stückzahl und der Renneinsatz lässt vermuten, dass nicht wirklich viele Fahrzeuge überlebt haben. Eigentlich schade, denn bei obigen Veranstaltungen ist der Wagen immer ein Publikumsmagnet und hat so gar nichts mit dem Proll-Image des Mantas zu tun. Nachfolgend noch weitere Fotos des Wagens:

Gesichtet: Flottes VW Bulli Wohnmobil auf der Autobahn

Wir befinden uns auf der linken Spur einer dreispurigen Autobahn, überholen diverse Fahrzeuge. In einiger Entfernung entdecke ich auf der mittleren Spur einen schönen VW Bulli der T2 Baureihe – ob T2a oder T2b weiß ich nicht – ich kann das nur unterscheiden, wenn ich die Front sehe. Mein Beifahrer macht ein erstes Foto.

VW Bulli T2 - Bild 1In der Hoffnung, schnell dran zu sein, um weitere schöne Bilder machen zu können, bleibe ich links, doch es dauert ungewöhnlich lang, bis wir endlich näher kommen.

VW Bulli T2 - Bild 2Als wir endlich auf gleicher Höhe sind, blicke ich auf den Tacho, der rund 140 km/h anzeigt. Es fällt auf, das der Bus tiefer liegt und die großen Räder sehen irgendwie nach Audi aus, was bei der Umdrehungsgeschwindigkeit aber nur schwer zu sagen ist.

VW Bulli T2 - Bild 3Mit Serie hatte der Volkswagen also nur von der Gesamtoptik her etwas zu tun, die Technik schien dagegen nicht mehr original zu sein. Ich muss zugeben, dass ich den auch gern fahren würde. Gerade als Wohnmobil, wie hier auf den Bildern zu sehen.

Porsche 959 – DER deutsche Supersportwagen der 80er Jahre

Den Sprint von 0 auf 100 km/h in unter 4 Sekunden zu schaffen, ist schon lange kein Unterfangen mehr, dass nur Zweirädern gelingt. Auch der Porsche 959 brauchte gerade einmal 3,7 Sekunden für den Sprint und nicht ganz 10 weitere Sekunden später hatte die Tachonadel die 200 km/h-Marke erreicht. Schluss war erst 117 km/h später bei einer Höchstgeschwindigkeit von erstaunlichen 317 km/h. Erstaunlich, weil wir vom Jahr 1986 sprechen, in dem der 959 das schnellste Serienfahrzeug der Welt mit Straßenzulassung war.

Porsche 959Um diese Fahrleistungen zu ermöglichen, standen dem Supersportwagen aus Zuffenhausen immerhin 450 PS zur Verfügung, die er dank Biturbo-Aufladung aus einem klassischen Boxermotor mit sechs Zylindern und 2,85 Litern Hubraum schöpfte. Das maximale Drehmoment lag bei 500 Nm. Die Kraftübertragung erfolgte dabei mittels 6-Gang-Schaltgetriebe auf alle vier angetriebenen Räder. Interessanterweise galt der Wagen in der komfortabel ausgestatteten Version im Vergleich zum direkten Konkurrenten Ferrari F40 als viel zu schwer und zu behäbig zu fahren. Ich halte das angesichts der Werte aber eher für Jammern auf hohem Niveau.

Die Tatsache, dass der Porsche 959 seinen Ursprung im Rallye-Sport findet und eigentlich nur zur Homologation gedacht war, erklärt vielleicht die niedrige überhaupt gebaute Stückzahl, die je nach Quelle variiert. Laut Porsche waren es 113 Stück 1987 und 1988 auch noch mal 179 Stück, was insgesamt also 292 Fahrzeuge bedeuten würde. Man konnte den Porsche 959 aber nicht einfach so bestellen, er wurde damals erst einem ausgewählten Kreis an Kunden zum Kauf angeboten. Die Neuwagenkäufer wurden aufgrund der Seltenheit und der hohen Nachfrage in die Pflicht genommen, den Wagen innerhalb der ersten 6 Monate nicht zu veräußern, um Spekulationsgeschäften vorzubeugen. Denn der ohnehin schon nicht niedrige Neuwagenpreis von 420.000 DM (umgerechnet also rund 210.000 Euro) war Ende der 80er Jahre nichts, es sollen sogar Preise von über 1 Millionen Mark aufgerufen worden sein.

Die acht nachproduzierten Fahrzeuge, die Porsche 1992 auf den Markt brachte, kosteten neu sogar fast 750.000 DM und sind heute sehr gesucht. Der heutige Wert dieser acht Porsche 959 lässt sich in Ermangelung von Marktbewegung nicht beziffern, die Preise für die “normalen” 959 lagen 2008 / 2009 so in etwa zwischen 150.000 bis 250.000 Euro, für gut gepflegte Exemplare eventuell auch mehr. Eine aktuelle Stichprobe im Internet brachte keinen einzigen Treffer, so dass ich zum aktuellen Preisgefüge keine Aussage treffen kann. Laut einer bekannten Oldtimerzeitschrift soll der Wert je nach Zustand aber bis zu 445.000 Euro betragen. Viel Spaß beim Sparen oder Lottospielen!

Gesichtet: Mercedes-Benz 220 Cabriolet B (W187)

Vor geraumer Zeit, noch in Simmerath lebend, kam mir auch mal der ein oder andere Oldie vor die Linse. So staunte ich einmal nicht schlecht, als ich auf dem Weg zum örtlichen Lebensmitteldiscounter an einem anderen Parkplatz vorbeikam, wo ich diesen alten Mercedes erblickte, der den weiten Weg aus Bayern in die Nordeifel angetreten hatte. Das wird sicherlich mit einer damaligen Oldtimerveranstaltung in der Gegend zu tun gehabt haben.

Mercedes-Benz 220 Cabriolet W187 FrontZum Benz: Es handelt sich, wie im Titel bereits erwähnt, um ein 220 Cabriolet B der Baureihe W187, die 1951 als erster Nachkriegssechszylinder aus dem Hause Mercedes vorgestellt wurde. 80 PS wurden aus 2,2 Litern Hubraum geschöpft, die dem Cabrio eine Höchstgeschwindigkeit von rund 145 km/h erlaubten.

Mercedes-Benz 220 Cabriolet W187 HeckAllerdings bin ich felsenfest davon überzeugt, dass der Besitzer dieses Klassikers selbigem diese Höchstgeschwindigkeit trotz des weiten Heimwegs nicht mehr abverlangte. Vermutliche wurde er auf einem Trailer überführt.

Jaguar C-Type – die Rennversion des Jaguar XK 120

Liest man Jaguar C-Type, könnte man auf die Idee kommen, der Autor habe sich vertan und wollte über den klassischen und vor allen Dingen allseits bekannten Jaguar E-Type schreiben. Doch es handelt sich tatsächlich nicht um einen Schreibfehler, sondern um eine eigentlich falsche Modellbezeichnung. Richtig heißt der C-Type nämlich Jaguar XK 120 C, wobei das “C” in diesem Fall für Competition, also auf deutsch Wettbewerb, steht.

Jaguar C-Type XK 120 C Seite und HeckDas zeigt auch gleich, von wem die Rennversion abstammt: vom Jaguar XK 120, über den ich hier im Blog kürzlich auch schon geschrieben hatte. Obwohl der C-Type, wie er dann meistens genannt wurde, für den Rennbetrieb konzipiert war, was an der kleineren Windschutzscheibe oder den alternativ verwendeten kleinen Einzelscheiben vor den beiden Sitzplätzen und weiterer Details wie zum Beispiel dem Fehlen der Stoßstangen zu erkennen ist, waren viele davon mit einer Straßenzulassung versehen. Das war notwendig, da viele Fahrzeuge auf eigener Achse zu den Rennveranstaltungen anreisten.

Jaguar C-Type XK 120 C Fahrersitz1951 wurde der Jaguar C-Type das erste Mal auf der Rennstrecke eingesetzt und konnte beim 24-Stunden Rennen in Le Mans sofort einen Sieg einfahren. Der verbesserte Motor aus dem XK 120 schöpfte im C-Type 200 bhp aus 3.442 ccm. Die verhalfen dem Wagen zu Spitzengeschwindigkeit von rund 230 km/h. Zur Verzögerung kamen vier Trommelbremsen zum Einsatz. Im Laufe der Jahre stieg die Leistung des C-Type an. Veränderungen an der Karosserie wurden vorgenommen, um weiterhin mit der Konkurrenz mithalten zu können. Um der jährlich steigenden Leistung gerecht zu werden, kamen 1953 schon vereinzelt Scheibenbremsen zum Einsatz, da die erwähnten Trommelbremsen mit der Leistung überfordert waren.

Jaguar C-Type XK 120 C Cockpit1954 wurde der C-Type dann konsequenterweise durch den D-Type abgelöst. Bis dahin waren 53 Jaguar C-Type, sowie ein Übergangsprototyp auf einem C-Type-Gitterrohrrahmen entstanden. Heute ist es nicht ganz so leicht einen dieser Wagen zu erstehen, denn es gibt auch Repliken der Originalfahrzeuge, was dann aber am Preisunterschied doch recht leicht zu erkennen ist. Der hier gezeigte Wagen aus dem Jahr 1953 ist wohl echt und schöpft nach Angaben des Besitzers 270 PS aus dem 3,5 Liter Sechszylinder.

Anzeige: Volvo Art Session 2014 – Final Timelapse

Bereits zum vierten Mal veranstaltete der Schweizer Ableger des schwedischen Autobauers die Volvo Art Session. Hierbei handelt es sich um ein Kunstprojekt, bei dem jedes Jahr ausgewählte Künstler ein Kunstwerk rund um ein Fahrzeug aus dem Hause Volvo kreieren. Dies findet an prominenter Stelle in der Schweiz statt, nämlich am Züricher Hauptbahnhof.

Die Volvo Art Session 2014 fand vom 15. bis 18. Mai statt und startete mit einer Eröffnung am Abend des 15. vor einer großen 3D-Installation, in der ein Volvo XC60 die Hauptrolle spielte. Am 16.05.2014 setzte der österreichische Künstler Nychos sein Projekt um und demontierte einen Volvo Xc90 auf interessante Art und Weise, um ihn und sein Interieur dann nach seinen Vorstellungen in Szene zu setzen.

Am 17. Mai 2014 war der Tag des Berliner Künstlers Bartek Elsner, der seine Installation des “menschlichen Fahrzeugs” vor den Augen der interessierten Passanten und Reisenden schuf. Am letzten Tag kam dann das Künstlerduo Apocalypse Mon Amour zum Zuge, bei denen das Thema Mikrokosmos zum Tragen kam.

In dem Timelapse-Video Video kann man nun alle Kunstwerke und deren Entstehung bestaunen. Weitere Informationen zu der ganzen Aktion (auch der vergangenen Jahre) kann man auch unter www.volvoartsession.com finden. Der Besuch lohnt sich!

Der Ferrari F40 – Enzo Ferraris letztes Projekt

Ich war etwa 13 oder 14 Jahre alt und autoverrückt, als ich damals in einer Autozeitschrift vom neuen Ferrari F40 las, den Enzo Ferrari anlässlich des 40-jährigen Firmenjubiläums bauen ließ. Es war das letzte Projekt, das unter seiner Regie entstand. Und es war ein tolles Projekt, denn die Daten des Supersportwagens waren nicht nur für einen Jugendlichen wie mich beeindruckend.

Ferrari F40 tiefUnd während ich nun in Sachen Alter mit der Modellbezeichnung gleichgezogen habe, hat der F40 bereits den Status als Youngtimer erlangt, dabei aber kaum etwas von seiner Faszination verloren. Die technischen Daten sind noch immer beeindruckend: 479 PS aus nur 3 Litern Hubraum, der V8 war mit zwei Turboladern versehen. Dies verhalf dem nur rund 1.100 kg leichten Wagen in unter 5 Sekunden auf 100 km/h, wobei es hier sehr auf den Gasfuß des Fahrers ankam. Verschiedene Tests mit dem 1987 präsentierten Wagen brachten unterschiedliche Werte zu Tage, da der Ferrari F40 trotz 335er Hinterreifen doch arge Probleme mit der Traktion hatte und daher Zeit liegen ließ. Gute Fahrer sollen den Sprint in 4 Sekunden geschafft haben. Die Elastizität ist seine Stärke, denn von 100 auf 200 km/h vergingen auch nur geringe 6,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit lag laut Ferrari bei 324 km/h. Damit zählte er damals zu den wenigen Supersportwagen dieser Welt.

Ich hatte Modellautos in allen Maßstäben, Poster des F40 zierten meine Wände. Leisten können werde ich mir aber auch heute keinen echten F40. Denn während man einen Porsche 911 gebraucht vergleichsweise günstig bekommt, ist ein Ferrari F40 heute teurer als in seiner damaligen bis 1992 andauernden Produktionszeit. Und das, obwohl mehr als ursprünglich angedacht gebaut wurden. 450 Stück sollte es geben, 1.315 sollen gebaut worden sein. Der Neupreis lag bei rund 444.000 DM, also rund 230.000 Euro. Nach Enzo Ferraris Tod schnellten die Preise in die Höhe, ein F40 wechselte sogar für umgerechnet fast 1,4 Millionen Euro bei einer Auktion den Besitzer.

Ferrari F40 OriginalMittlerweile waren die Preise mal wieder runtergekommen, aber unter 300.000 Euro war dennoch kein Wagen zu bekommen. Eine Stichprobe im Internet vor einigen Jahren ergab gerade einmal 10 Treffer, davon nur 4 in Deutschland. Die Preise begannen bei rund 330.000 Euro und endeten bei knapp 570.000 Euro für einen angeblich noch nie zugelassen F40 mit Neuwagencharakter und gerade einmal 30 km auf dem Tacho. Eine aktuelle Suche förderte 13 Ergebnisse zu Tage, allerdings mit einer Preisspanne von rund 700.00 Euro bis gut, 1,5 Millionen Euro. Das nenne ich mal eine Wertsteigerung. Und leider lässt es die Wahrscheinlichkeit, mal solch einen Wagen pilotieren zu können, gen Null tendieren.

Mini 1275GT – anders als andere Minis

Ich muss zugeben, dass mich ein Mini nie gereizt hat. Meine Körpergröße von über 1,90 m verträgt sich mit diesen britischen Miniaturautos irgendwie nicht so recht. Bei einem Bekannten hatte ich mal auf dem Beifahrersitz Platz genommen und wusste da schon nicht, wohin ich meine Beine packen sollte. Die Vorstellung, auch mal hinter dem Lenkrad zu sitzen, strich ich ganz schnell wieder von meiner Wunschliste. Ansonsten finde ich die Dinger natürlich ganz pfiffig, das Fahrverhalten soll dem eines Gokarts ja nicht unähnlich sein und mit den richtigen Motoren gehen die kleinen Flitzer von der Insel wohl auch ganz ordentlich vorwärts.

Mini 1275GT FrontAls ich beim Nürburgring Revival 2011 aus einiger Entfernung in den Reihen der Besucherfahrzeuge einen roten Kleinwagen wahrnahm, dachte ich sofort an eines der bekannten Mini-Modelle und schenkte dem Wagen daher keine weitere Beachtung. Auf dem Rückweg sah ich den Wagen allerdings von vorne und war doch ein wenig verwirrt, denn die üblich rundliche Front mit dem knuffigen Gesicht war hier nicht vorhanden. Vielmehr erblickte ich eine eckige Front mit großem schwarzen Kühlergrill aus Kunststoff. Ein rotes “GT” war dort zu sehen.

Aus der Nähe betrachtet gab ein Schriftzug innerhalb eines Streifendekors auf der Seite zwischen den Radhäusern Aufschluss. Es handelte sich bei dem kleinen Flitzer um einen Mini 1275GT, der zwischen 1969 und 1980 – anfänglich sogar parallel zum “normalen” Mini – gebaut wurde. Als sportliche Variante des Mini beherbergte er den aus dem Mini Cooper S bekannten Motor mit dem Namen nach 1275 ccm. Dennoch war der 1275GT nicht ganz so schnell wie das berühmtere Pendant. Dafür aber wohl günstiger beim Kauf und im Unterhalt.

Der Mini 1275GT, der unter der “Herrschaft” von British Leyland entstand, war der erste Mini, der einen Drehzahlmesser hatte. Außerdem gab es für den Mini erstmalig für ein Auto überhaupt einen Run-flat-Reifen, der im Falle eines Platten nicht auseinanderfiel und mit dem man mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h weiterfahren konnte. Zudem war der Wagen besser ausgestattet als die typischen Minis. Aber reingepasst hätte ich vermutlich dennoch nicht.

Volvo 164 – die schwedische Oberklasse

Nach der Mitte der 60er Jahre überlegte man sich beim schwedischen Autohersteller, ob die Zeit reif für einen großen Volvo mit Sechszylindermotor sei. Zwar sollte es ein eigenständiges Modell werden, zwecks Kostenersparnis griff man aber auf die Basis des kleineren Volvo 140 zurück. Man verlängerte einfach den Radstand, baute auf Basis des B20 Motors ein 3 Liter-Aggregat und zimmerte die entsprechend angepasste Karosserie des 140er darum. Um sich von diesem zu unterscheiden und um zu signalisieren, dass es sich beim Volvo 164 um ein Fahrzeug der Oberklasse handelt, gestaltete man die Front allerdings neu. Es gab einen schicken Kühlergrill und vier runde Scheinwerfer. Der Wagen sollte damit repräsentativ wirken und ich persönlich muss sagen, dass er mir damit fast schon zu britisch aussieht, was nun irgendwie nach einer Beleidigung klingt, aber gar nicht so gemeint ist.

Volvo 164Egal, weiter im Text: 1968 ging es mit der Produktion des 69er Modelljahres los. Der Volvo war toll ausgestattet, bot aber, wie man aufgrund des längeren Wagens vermuten könnte, leider kaum mehr Platz im Innenraum. Dieser wurde für den großen Motor benötigt. Dafür entschädigte das Interieur mit Annehmlichkeiten wie Ledersitzen, einer Klimaanlage und einem Schiebedach.

Der anfänglich angebotene Motor schöpfte aus 3 Litern Hubraum 130 PS, was den hiesigen Journalisten damals wohl zu wenig war, weshalb der Wagen in der Fachpresse ständig schlecht dargestellt wurde. Außerdem galt das Getriebe als nicht mehr zeitgemäß und mit der Automatik soff der Volvo 164 wohl ganz ordentlich. 1971 / 1972 erschien dann der Volvo 164 E mit Einspritzanlage, der immerhin 160 PS leistete. Damit war der Wagen nun endlich flotter unterwegs, schaffte den Sprint von 0 auf 100 km/h in unter 9 Sekunden und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von fast 200 km/h.

Im Laufe der Bauzeit gab es diverse Veränderungen wie zum Beispiel das Versenken der Türgriffe. auf einigen Märkten – so auch in Deutschland – war ab 1974 der Volvo 164 TE erhältlich, der mit einer noch reichhaltigeren Serienausstattung um die Gunst der Kunden kämpfte. In seinem letzten Jahr 1975, bevor er vom Volvo 264 abgelöst wurde, schrieb der 164 nochmals Geschichte, denn er war der erste Wagen, der serienmäßig mit einer durch eine Lambda-Sonde geregelten Benzineinspritzung und einen 3-Wege-Katalysator im Auspuffstrang ausgerüstet war.

Heute ist das Angebot hier in Deutschland eher gering, der Volvo 164 ein günstiger Einstieg in die schwedische Oldtimerszene. Die meisten Ersatzteile sind über entsprechende Fachhändler zu bekommen. Manche Teile, wie zum Beispiel die Nebelscheinwerfer, muss man sich bei Defekt allerdings gebraucht organisieren, da es diese nicht mehr gibt.

Fremdgesichtet: 1932 Alvis Speed 20 SA

Manchmal ist es nicht leicht. Da bekomme ich Bilder zu einem Fahrzeug und manchmal noch den Namen, der darauf zu finden war. Und das war es dann auch schon mit Informationen. Ich muss zugeben, auch mir ist die Marke Alvis nicht geläufig und somit auch noch weniger die entsprechende Modellhistorie. Gut, dass die Informationsbeschaffung in Zeiten des Internets nicht mehr so schwierig ist. Und somit war recht schnell klar, welcher Vorkriegsoldtimer auf diesen Bildern zu sehen ist.

1932 Alvis Speed 20 vorne rechtsEs handelt sich um einen Alvis Speed 20 SA aus dem Jahr 1932. Das “SA” markiert dabei die erste von 1932 bis 1933 gebaute Serie, die dann von der Serie “SB” abgelöst wurde. Der Speed 20 wurde insgesamt bis 1936 produziert, bevor er vom Speed 25 abgelöst wurde.

Der hier gezeigte Alvis hat einen Sechszylindermotor unter der langen Haube, der aus rund 2,5 Litern Hubraum 87 bhp (also PS) schöpft. Diese werden über ein Viergangschaltgetriebe an die angetriebenen Hinterräder übertragen. Den Sprint von 0 auf 100 km/h schafft(e) dieser offene Zweisitzer angeblich in rund 19 Sekunden.

Hier noch weitere Fotos des seltenen Klassikers: