Irgendwann beim Ford-Händler

Fährt man heutzutage bei einem Neuwagenhändler vorbei, steht genau das meistens auf dem Hof: Neuwagen. Dann gesellen sich oft noch ein paar Gebrauchtwagen dazu, die heute aber eher Jahreswagen oder ähnliches sind. Ältere Gebrauchte stehen häufig eher auf dem Hinterhof und warten auf den Aufkäufer, der die Karren im Paket kauft und meist exportiert. Alte Autos sieht man so gut wie nie.

1973 Ford Capri IAnders war es vor einigen Jahren bei einem Ford-Händler in der Eifel. Dort stand ein Ford Capri neben den aktuellen Angeboten. Sehr wohltuend. Wenn ich es richtig recherchiert habe, müsste es sich hierbei um einen 73er Capri der ersten Generation handeln und eventuell sogar um einen RS, da bin ich mit aber nicht ganz sicher. Ich fuhr damals vorbei und daher war nur ein schnelles Bild möglich, was die genaue Identifikation erschwert. Danach hab ich ihn nicht mehr gesehen. Vielleicht liest hier ja ein Kenner mit, der meine Vermutung bestätigen oder korrigieren kann. In dem Fall würde ich mich über einen Kommentar freuen. 🙂

Er sollte den 911 ersetzen: der Porsche 928

Der von 1977 bis 1995 gebaute Porsche 928 war nach dem gleichen Prinzip wie der Porsche 924 und 944 gebaut: Motor vorne, Getriebe und Antriebsachse hinten (sie sogenannte Transaxle-Bauweise). Sein Vorteil gegenüber den beiden anderen erwähnten Modellen: er hatte Leistung satt, war also eigentlich ein ehrwürdiger Nachfolger des altgedienten Porsche 911. Aber die (Porsche-) Welt war noch nicht bereit für ein solches Fahrzeug. Der Elfer wurde weitergebaut, der 928 parallel angeboten. Und er verkaufte sich so gut, das er immerhin fast 20 Jahre lang angeboten wurde. Und das Dank des zeitlosen Designs fast unverändert, da selbiges beim Erscheinen topmodern war.

porsche-928s-anfahrtUnter der langen Haube des Sportwagens mit den liegenden Klappscheinwerfern werkelten ausschließlich V8-Motoren. Der Hubraum der Achtzylinder reichte je nach Variante von 4,5 bis 5,4 Liter, aus denen die verschiedenen Varianten Leistungen von 240 PS im „normalen“ Porsche 928 bis hin zu 350 PS im Spitzenmodell Porsche 928 GTS mobilisierten. Die Kraftübertragung erfolgte meist über das serienmäßige 5-Gang-Schaltgetriebe, optional war eine 4-Gang-Automatik erhältlich, die im 928 GT sogar serienmäßig war. Die Beschleunigung des durchschnittlich rund 1.500 kg schweren Coupés lag bei unter 7 Sekunden in allen Varianten, die Höchstgeschwindigkeit immer über 230 km/h, der GTS schaffte sogar 275 km/h.

Trotz dieser tollen Fahrleistungen wurde der Porsche 928 im Gegensatz zum 911 nur wenig im Rennsport eingesetzt. Er galt immer mehr als Luxussportwagen und konnte während seiner Bauzeit diverse Preise und Auszeichnungen einheimsen. Eine geplante viertürige Version wurde (zum Glück?) nie in Serie gebaut.

porsche-928s-seiteHeute sind viele 928 zwar günstig zu bekommen, befinden sich aber bei genauem Hinsehen in einem eher schlechten Zustand. Hier gilt der Grundsatz „Wer billig kauft, kauft zweimal.“ mehr denn je, denn Porsche 928 Ersatzteile sind natürlich nicht günstig und manche Reparaturen für Amateure nur schwer selbständig durchzuführen. Daher sind einige Fahrzeuge auch buchstäblich zu Tode repariert.

Aktuell ist auf dem Gebrauchtwagenmarkt eine annehmbar große Auswahl vertreten. Bei den meisten günstigen Modellen handelt es sich um den weitverbreiteten Porsche 928 S und auch ein paar S4 sind dabei. Los geht es preislich bei rund 5.000 Euro – Zustand fragwürdig. Die Preisspirale endet bei rund 70.000 Euro für einen GTS aus dem letzten Baujahr mit einer geringen Laufleistung. Einige wenige Ausreißer kancken die 100.000-Euro-Marke, was ich aber eher für blühende Phatasie halte. Ob jemand so viel Geld für einen 928 bezahlt, weiß ich nicht, aber der Porsche 928 ist zu vernünftigen Preisen sicherlich ein künftiger Klassiker, in den es sich zu investieren lohnt.

Weitere Bilder zum Porsche 928:

Fahrzeuge auf Kuba

Denkt man auf Fahrzeuge an Kuba, dann hat man meist die amerikanischen Oldtimer der 50er Jahre vor Augen, die man entweder schon mal live oder zumindest in einer Fernsehdokumentation gesehen hat. Wie es der Zufall so will, waren auf einer DVD, die mir mein Vater schickte, auch Bilder aus seinem Kuba-Urlaub dabei. Und zwar nur diejenigen, die irgendwelche Fahrzeuge zeigen. Diese werde ich hier zeigen und versuchen, die fotografierten Fahrzeuge zu identifizieren.

50chevyfragezeichenDies ist nicht immer ganz einfach, da einerseits der Zustand häufig nicht so gut ist und so auch schon mal das ein oder andere markante Anbauteil fehlt; andererseits werden auch schon mal Teile von Fremdfabrikaten und aus unterschiedlichsten Jahren und Jahrzehnten verbaut, was die Identifizierung nicht gerade einfacher macht. Beim ersten Bild wird diese auch noch durch die Entfernung zum Fahrzeug erschwert, denn selbst wenn man das Bild durch Anklicken vergrößert, sind nur wenige Details zu erkennen. Ich vermute einfach mal, dass es sich um einen Chevrolet aus dem Jahre 1950 handelt. Sollte jemand anderer Meinung sein, bin ich für Hinweise immer dankbar.

50studebaker-pickupDieses Bild ist auch mehr als interessant. Zwar baute Studebaker tatsächlich Pickup Trucks, aber hier handelt es sich um einen 1950er Studebaker PKW, mit der so genannten „bullet-nose“. Viele kennen diesen Wagen, der in einer pinkfarbenen Lackierung zur Dekoration in der 80er-Jahre-Musiksendung „Formel Eins“ gehörte. Der hier gezeigte Wagen wurde zum Pickup umgebaut, was Oldtimerliebhabern sicherlich Tränen in die Augen treiben dürfte.

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51chevrolet02Selbst dieser von vorne noch recht original wirkende 51er Chevrolet blieb vom Anbau nicht originaler Teile nicht verschont. So finden sich auf den hinteren Kotflügeln stehende Rückleuchten, die vermutlich von einem 1955er oder 56er Chrysler Imperial stammen und auf dem Chevrolet wohl als Blinker dienen sollen.

51dodge01Dieser 51er Dodge macht ebenfalls noch einen guten und vor allen Dingen originalen Eindruck. Doch wer schon einmal eine der oben erwähnten Dokus gesehen hat, wird wissen, dass der von außen gut aussehende Oldtimer auch gerne mal mit aktueller Technik ausgestattet wird. So hat das US-Car dann auch gerne mal einen Dieselmotor aus den Ostblockländern unter der Haube und auch der Innenraum wird mit moderneren Sitzen „aufgewertet“. Viele dieser Fahrzeuge laufen nämlich als Taxi und müssen somit leicht zu reparieren sein, um ständige Einsatzbereitschaft sowie entsprechende Einnahmen zum Lebensunterhalt zu garantieren.

53chevy-50dodgeAuf diesem Bild sieht man links einen 1953er Chevrolet, rechts daneben einen Dodge aus dem Jahre 1950. Beide machen zwar einen originalen Eindruck, allerdings haben sie mit den chromblitzenden Klassikern amerikanischen Automobilbaus, wie man sie z. B. aus Filmen wie „American Graffiti“ kennt, nur noch wenig gemeinsam. Im Gegensatz zu Ausfahrten am Wochenende, wozu solche Fahrzeuge von Liebhabern hierzulande genutzt werden, müssen sie sich auf Kuba im Alltag behaupten.

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57fordHier sieht man die Unterschiede ganz gut. Beide Bilder zeigen jeweils ein Fordmodell aus dem Jahr 1957. Während der Ford auf dem ersten Bild einen sehr gepflegten Eindruck macht, erkennt man auf dem zweiten Bild die bereits erwähnte Ersatzteilverwendung. So steht der Ford auf Mercedesfelgen (die ihm gar nicht mal so schlecht stehen) und auch bei ihm befinden sich, wie schon beim weiter oben gezeigten Chevrolet, stehende Leuchten auf den Kotflügeln, die es auf einem 57er Ford nie gab.

1940chevroletRepariert und „getunt“ wird anscheinend auch auf der Straße, wie man am Fahrzeug im Hintergrund ganz gut erkennen kann. Und scheinbar stört sich niemand daran – auf deutschen Straßen fast schon undenkbar. Der 1940er Chevrolet, der im Vordergrund zu sehen ist, fügt sich mit seinem eher schlechten Zustand perfekt ins Bild mit kaputten Straßen und alten Gebäuden ein. Dies ergibt insgesamt ein stimmiges Bild, das einen gewissen Charme versprüht.

gaz-11-fragezeichenDieser Wagen hat mir echt Kopfschmerzen bereitet, denn ich konnte einfach nicht ergründen, um welchen Hersteller es sich handelt. Dies wird durch fehlende Teile noch erschwert. So fehlt zum Beispiel der Kühlergrill, der eine Identifizierung doch sehr erleichtern würde. Fakt ist, dass es sich um ein Vorkriegsfahrzeug handelt, also vor 1942 gebaut. Aufgrund der einteiligen Frontscheibe wird ich auf die erste Hälfte der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts tippen. Meine Vermutung ging Richtung US-Car. Da der Beitrag aber schon in meinem alten Blog existierte, glücklicherweise in einer Zeit, in der man noch in Blogs kommentierte, fanden sich schnell einige Leserantworten und so scheint es, dass es sich um einen GAZ-11 bzw. GAZ-M1 handelt.

kaefer-kubaWeniger schwer ist dieser Wagen zu erkennen, denn der VW Käfer ist sicherlich auf der ganzen Welt bekannt – so wohl auch auf Kuba. Beim Baujahr dieses dunkelblauen Exemplars bin ich mir nicht sicher. Ich meine, liegende Scheinwerfer und dünne Stoßstangen zu erkennen. Aber da selbst hier in Europa die Teile zwischen verschiedenen Baujahren wild hin und her gewechselt werden, um dem Käfer einen anderen Look zu verpassen, weiß man ja nach dem bisher gesehen nicht, ob hier nicht auch schon Teile getauscht wurden. Ich würde ihn auf jeden Fall für ein vor 1970 gebautes Fahrzeug halten. Aber da gibt es sicherlich Spezialisten, die das anhand weiterer Merkmale weiter eingrenzen können.

uaz-gaz-452-geldtransporterWidmen wir uns nun größeren Fahrzeugen. Den Anfang macht dieser Transporter eines mir unbekannten Herstellers. Der Aufschrift nach handelt es sich um ein Fahrzeug der Bank und somit vermutlich um einen Geldtransport. Das Problem scheint dabei nicht zu sein, dass der Wagen überfallen wird, sondern das er das Geld durch Rostlöcher im Boden verliert. 😉 Vertrauenswürdig sieht er zumindest nicht aus. Aber vielleicht ist er auch schon außer Dienst gestellt und wird nun für andere Aufgaben genutzt. Auch zu diesem Fahrzeug gab es eine Antwort im alten Beitrag. Der Kommentator meinte hier einen UAZ 452 (GAZ 452 oder auch UAS oder GAS geschrieben) zu erkennen.

bus03Eine Nummer größer ist dieser nicht mehr ganz so ansehnliche Bus. Auch hier ist mir der Hersteller nicht bekannt. Aber der Kommentator erkannte hier einen  PAZ 3205 aus russischer Produktion. Der Einsatzzweck entzieht sich meiner Kenntnis. In Ermangelung an Fenstern vermute ich einfach mal, dass er nicht für die Personenbeförderung genutzt wurde. Obwohl man sich da nach der Sichtung der noch folgenden Bilder nicht so ganz sicher sein kann, denn anscheinend steigen Kubaner in fast alles ein, was sie von A nach B befördert.

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bus02Hier zum Vergleich ein Bus des gleichen Herstellers, der aufgrund seines Aufbaus garantiert zur Personenbeförderung eingesetzt wurde. Durch seinen Zustand erweckte dieser aber wohl auch wesentlich mehr Vertrauen, in einem Stück am gewünschten Zielort anzukommen.

ifa-w50-buskofferAuch eine interessante Variante für den öffentlichen Personennahverkehr ist dieser IFA W50 LKW aus der ehemaligen DDR, auf dessen Fahrgestell ein Bus-Aufbau hinter der Fahrerkabine installiert wurde. Ob es diesen Bus-Aufbau so gab oder ob er aus einem Koffer selbst gebastelt wurde, entzieht sich leider auch meiner Kenntnis. In den noch immer so genannten neuen Bundesländern gab es ihn aber vermutlich nicht.

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pritschen-bus02Immerhin erscheint der „IFA Bus“ aber noch sicherer als dieser LKW zu sein, der anscheinend ebenfalls zur Beförderung von Menschen genutzt wurde, wie das Schild einer Bushaltestelle sowie die Trittstufen am Heck der Ladefläche des Trucks vermuten lassen. Erinnert mich irgendwie an die Bundeswehr, wo man auch auf der Ladefläche des Tonners transportiert wurde. Kann man gut finden, muss man aber nicht.

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kraz-sattelzugomnibus02Und wenn man von Kuba und der Beförderung von Personen spricht, dann darf der so genannte „Camello“ natürlich nicht fehlen. Dabei handelt es sich um einen Sattelzugomnibus, der seinen Namen wegen der zwei Höcker am Anfang und am Ende des Aufliegers bekam. Gezogen wurden sie meist von amerikanischen Trucks, wobei der hier gezeigte laut Leserkommentar ein russischer KrAZ 255 sein soll. 2008 wurde der letzte dieser Camellos, die meist extrem überladen waren, außer Dienst gestellt.

Das war es mit den Bildern von in Kuba im Einsatz befindlichen Fahrzeugen. Sollte überhaupt jemand bis hierher gelesen haben, würde ich mich auch heute mal wieder über einen Kommentar freuen.

Peugeot 304 – Rost und fehlende Ersatzteile

Braucht man heutzutage ein Ersatzteil für seinen alten Wagen, dass über den normalen Händler nicht mehr zu bekommen ist, hat sich bei vielen deutschen Automobilherstellern eine Klassikabteilung etabliert, über die gewünschte Teile noch zu bekommen sind. Bei Franzosen ist dies wohl ein Problem, was auch den hier vorgestellten Peugeot 304 betrifft.

Peugeot 304 Cabriolet FrontDieser wurde 1969 als klassische viertürige Limousine präsentiert, im Folgejahr folgten der Kombi namens Peugeot 304 Break sowie das Coupé und das schnittige Cabriolet, dessen Design aus dem Hause Pininfarina stammte. Technisch gesehen galt der Peugeot 304 als Weiterentwicklung des parallel weiter angebotenen Peugeot 204 (Ausnahme Cabrio und Coupé, die ab März 1970 die jeweiligen 204-Pendants ersetzten), während die Karosserien beider Modellreihen bis auf die beim Peugeot 304 eckigere Frontpartie fast identisch waren. Als innovativ galt damals der quer eingebaute Leichtmetallmotor, der von der Fachpresse im Gegensatz zur altbackenen Karosse viel Lob erhielt. Kritik musste dafür das Getriebe einstecken, dass sich wohl nicht sonderlich gut schalten ließ.

Peugeot 304 Cabriolet Seite1972 erfolgte eine große Modellpflege. Der Wagen hieß nun Peugeot 304 S und bekam beispielsweise Rundinstrumente mit Drehzahlmesser anstatt des Breitbandinstruments. Außerdem gab es nun auch Fortschritte in der Sicherheitsausstattung, denn der „S“ verfügte über Sicherheitsgurte und Kopfstützen, am Heck waren nun Rückfahrscheinwerfer verbaut. Die Produktion von Cabriolet und Coupé endete bereits 1975, die Limousine wurde noch bis 1979 gebaut und der Kombi überlebte sogar noch ein Jahr länger, wurde also erst 1980 eingestellt.

Die Auswahl an Fahrzeugen auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist hierzulande eher gering. Eine aktuelle Suche im Internet förderte bei einer bekannten Onlinebörse gerade einmal knapp 15 Fahrzeuge zu Tage. Die ersten Treffer waren dabei nicht fahrbereite oder sogar teilzerlegte Wagen mit erheblichen Mängeln, die schon für unter 1.000 Euro zu bekommen waren. Bei rund 14.000 Euro war der höchste Punkt auch schon erreicht – natürlich für ein Cabriolet in entsprechend gutem Zustand.

Peugeot 304 Cabriolet HeckDiesen sollte das Objekt der Begierde auch haben, denn wie bei Franzosen aus den 70ern üblich, war die Rostvorsorge eher nicht vorhanden und wie eingangs erwähnt gibt es kaum Peugeot 304 Ersatzteile. Sind also tragende Teile befallen, an denen man nicht schweißen darf, ist ein Nachfertigen von Teilen unerlässlich, was eventuelle Restaurierungsvorhaben finanziell schnell an Grenzen stoßen lässt. Daher gilt es, vorher vor allen Dingen den unteren Teil des Peugeot 304 genau unter die Lupe zu nehmen. Und auch Anbauteile wie Rückleuchten, Chromleisten, etc., sollten in gutem Zustand sein, da hier gebrauchter Ersatz nur schwer zu finden ist und entsprechende Kurse dafür aufgerufen werden.

AC Ace – die Grundlage für die legendäre AC Cobra

Was für uns Aachener das örtliche KFZ-Kennzeichen ist, lässt das Herz der Fans einer ganz besonderen Marke höher schlagen: AC.

1960 AC Ace vorne rechtsDer englische Autohersteller AC wurde vor allen Dingen durch die in Zusammenarbeit mit Carroll Shelby und Ford erschaffene AC Cobra weltberühmt. Doch den Vorgänger, der quasi die Grundlage für die Cobra bot, kennt heutzutage kaum jemand: den AC Ace. Natürlich war dies auch ein zweitüriger und vor allen Dingen zweisitziger Roadster, der aber mit nicht ganz so potenten Motoren wie sein bekannter Nachfolger bestückt war.

Im AC Ace kamen nämlich „nur“ Sechszylindermotoren zum Einsatz. Diejenigen aus der eigenen Produktion verfügten dabei über zwei Liter Hubraum und eine Leistung zum Produktionsbeginn 1953 / 1954 von rund 88 PS. Diese Leistung konnte im Laufe der Bauzeit zweimal gesteigert werden und lag zum Schluss bei rund 103 PS (manche Quellen sagen sogar 110 PS). Leider war der Motor nicht sonderlich gut zu tunen, da sonst die Zuverlässigkeit litt, was im Renneinsatz, für den der Wagen aufgrund des geringen Gewichts von unter 800 kg dank Aluminiumkarosserie ansonsten wie geschaffen war, natürlich fatal war. Bis zum Ende der Produktion 1964 war dieser Wagen im Programm und es wurden 226 Stück gebaut.

1960 AC Ace hinten linksAußerdem gab es zwischen 1956 und 1964 noch den AC Ace Bristol, der über einen Motor von Bristol verfügte. Dies war ebenfalls ein Reihensechszylinder mit 2 Litern Hubraum, der aber im Laufe seiner Bauzeit 106 beziehungsweise 130 PS leistete. Von dieser Version wurden sogar 466 Stück gebaut. Die dritte Version war der AC Ace 2.6, der den Motor des Ford Zephyr unter der Haube hatte. Unschwer zu erraten lag der Hubraum dieses Sechsenders bei 2,6 Litern und er leistete zwischen 91 und 172 PS. Angeboten wurde er nur von 1961 bis 1963 und entsprechend wenig, nämlich nur 36 Fahrzeuge, wurden vom 2.6er gebaut. 160 km/h waren für alle Varianten kein Problem, die ganz schnellen schafften sogar Geschwindigkeiten von bis zu 217 km/h.

Heute sind diese Klassiker natürlich entsprechend selten – bei insgesamt nur 728 gebauten Fahrzeugen kaum verwunderlich. Der hier auf den Bildern gezeigte AC Ace von 1960 stand auf der Essen Motor Show 2011 zum Verkauf, leider aber ohne Preisangabe. Eine stichprobenartige Suche in einer der üblichen Onlineplattformen brachte keinen einzigen Treffer. Sicherlich auch, weil es von diesen Fahrzeugen, im Gegensatz zur Cobra, keine Nachbauten gibt.

AC AceIn den einschlägigen Blättern werden die Fahrzeuge mit Preisen zwischen 41.000,- Euro im Zustand 5 und 227.000,- Euro im Zustand 1 angegeben. Die Fahrzeuge mit Bristol-Motor sind noch etwas teurer, die 2.6-Liter werden gar nicht erwähnt. An die Cobras kommen sie also auch preislich nicht heran, richtig günstig sind sie aber ebenfalls nicht.

Weitere Bilder zum AC Ace findet ihr in der nachfolgenden Galerie:

Fremdgesichtet: Opel Commodore C Zweitürer

Obwohl es sich um einen Klassiker aus dem hiesigen Land handelt, ist der Opel Commodore C heutzutage kaum noch zu sehen. Die mir zugespielten Bilder zeigen einen der mittlerweile raren Wagen, hier in der zweitürigen Variante und in einer für das Baujahr typischen Farbe, die allerdings schon bessere Zeiten gesehen hat. Insgesamt wirkt der Wagen nicht mehr allzu frisch, was der Zuteilung eines H-Kennzeichen aber allem Anschein nach nicht abträglich war. Das Kennzeichen an sich passt sehr gut und lässt als Baujahr das Jahr 1979 vermuten.

opel-commodore-c-vorne-linksDas scheint durchaus wahrscheinlich, denn gebaut wurde der Commodore der dritten Baureihe von 1978 bis 1982. Wobei die sich schlecht verkaufende zweitürige Limousine bereits ein Jahr zuvor aus dem Programm verschwand. Dafür gab es dann aber einen Kombi, dessen britisches Pendant sich laut Wikipedia-Information auch im Besitz der Queen zum Transport der geliebten Vierbeiner befunden haben soll. Ich bezweifle stark, dass Lizzy selbst auch nur einen Fuß in den gleichnamigen Raum des Wagens gesetzt haben wird.

Aber ich schweife ab. Da die Seite ja Motor-inside.com heißt, wird es nun also noch technisch. Unter der eckigen Haube werkelte der aus aus dem Vorgänger Opel Commodore B bekannte Sechszylinder mit 2,5 Litern Hubraum. Dieser leistet in der Vergaser-Version verhältnismäßig bescheidene 115 PS. Die holte man später aus Motoren mit zwei Zylindern weniger und noch weniger Hubraum. Aber in den Anfängen des Commodore C war das wohl noch eine normale Leistung. Später rüstete man auf, ersetzte den Vergaser durch eine Einspritzanlage und mobilisierte so immerhin 15 PS mehr aus dem Sechsender.

opel-commodore-c-innen2Die Kraftübertragung erfolgte üblicherweise über eine klassische Vierganghandschaltung. Da der Neuwagenkäufer des hier gezeigten Opels anscheinend keine Lust aufs Schalten hatte, orderte er die damals optional erhältliche Dreigangautomatik. Das passt bestimmt super zum großvolumigen Motor und macht den Wagen vermutlich noch mehr zum lahmen Cruiser. Auf dem zur Außenfarbe passenden senfgelben Veloursgestühl lässt es sich dann bestimmt prima relaxen.

Natürlich war ich neugierig. Nachdem die Zulassungszahlen in den letzten Jahren mit immer über 300 Stück recht konstant waren, wollte ich wissen, ob diese Fahrzeuge noch zu bekommen sind. Und siehe da, in einer bekannten Onlinegebrauchtwagenbörse gab es noch diverse Fahrzuge. Dabei war nur ein Teileträger mit 650 Euro verhältnismäßig günstig. Bei den „normalen“ Commodore C ging es erst bei rund 3.000 Euro los, was mich sehr überrascht hat. Der teuerste Wagen sollte sogar fast 10.000 Euro kosten. Ein Opel. Aus den Endsiebzigern. Unglaublich. Aber wem es gefällt…

opel-commodore-c-hinten-rechtsWeitere Bilder zum Opel Commodore C findet ihr in der nachfolgenden Galerie:

Erster Renn-Golf der Welt: ein VW Golf I von Nothelle

Nicht nur Volkswagen hatte zur Techno Classica Essen 2012 diverse Fahrzeuge mit Rennsporterfahrung im Gepäck. Die Firma Nothelle, die sich auf das Tunen von Fahrzeugen aus dem Hause Audi und VW spezialisiert hat, war ebenfalls mit zwei Ausstellungsstücken vor Ort. Eines davon war der hier gezeigte VW Golf 1 Nothelle, der nach eigener Aussage erste Renn-Golf weltweit, der im Rahmen der damaligen Techno Classica das erste Mal einer breiten Öffentlichkeit vorgeführt wurde.

vw-golf-1-nothelle-renngolf-hlDieser Wagen wurde von Nothelle bereits 1975 bei einem Rennen in Zolder / Belgien eingesetzt, bei einem späteren Rennen in Hockenheim konnte der erste Sieg mit diesem Renner der Gruppe 2 eingefahren werden. Dabei half ihm vor allen Dingen die Technik. Aus dem 1,6 Liter-Treibwerk , dass in einem Golf GTI üblicherweise 110 PS leistete, konnten stattliche 160 PS mobilisiert werden, die bei einer Drehzahl von 8.000 U/min. anlagen. Verdichtet war der Vierzylinder mit einer oben liegenden Nockenwelle im Verhältnis 11,3:1 und zwei Solex-Vergaser verrichteten ihren Job unter der Haube des leuchtend rot/orangen Wagens.

vw-golf-1-nothelle-renngolf-frontVerzögert wurde der Nothelle Renn-Golf von einer Rennbremsanlage mit 4 Kolben vorne und 2 Kolben hinten. Besonders beeindruckend sind die 8 1/2 x 15 Zoll großen Magnesium-Räder von BBS, die an Vorder- und Hinterachse zum Einsatz kommen. Das Uniball-gelagerte Rennfahrwerk sorgte für eine passende Straßenlage. Gerade einmal 760 kg kamen so zusammen, mit denen die 160 PS im wahrsten Sinne des Wortes leichtes Spiel hatten.

vw-golf-1-nothelle-renngolf-detailMarcus Nothelle hatte den  Golf 1, der in seiner aktiven Zeit schnell zur Legende wurde, nach etlichen Jahren neu aufgebaut und führte somit eine Familientradition fort. Nothelle (die Marke mit dem Schwert) hat sich unter anderem auf die Restaurierung / den Wiederaufbau klassischer Straßen-, Renn- und Rallyefahrzeuge der Marke Audi und VW spezialisiert.

vw-golf-1-nothelle-renngolf-seiteDer VW Golf 1 Nothelle war und ist aufgrund seiner grellen Farbgebung natürlich ein absoluter Hingucker. Da fiel der zweite von Nothelle mitgebrachte VW Golf kaum noch auf, zumal dieser auch eher zu den seriennahen Wagen zählte. Diesen werde ich in einem der nächsten Beiträge präsentieren.

Eine Ente als Umzugswagen

Wenn man ein Faltdach oder Ähnliches hat, ist dies im Falle eines Umzugs äußerst praktisch:

Citroen 2CV Ente TransportPflanzen sollte man so allerdings nicht transportieren, wie die Erfahrung in einem Renault Twingo mit Faltdach gezeigt hat. Der hier gezeigte Citroën 2CV – Fahrer wird beim Matratzentransport allerdings keine Folgeschäden hinnehmen müssen. Es sei denn, es regnet…

BMW E23 – der erste 7er BMW

Der BMW E23 begründete eine neue und bis heute anhaltende Ära: die 7er-Reihe. Der E23 war der erste 7er BMW und löste somit die Baureihe E3 ab, deren Motoren in den ersten 7er Modellen weiterhin zum Einsatz kamen. Neu war demnach auch die Modellbezeichnung, in der die erste Zahl (in diesem Fall die 7) die Modellreihe bezeichnete und zwei folgenden Zahlen ein Hundertstel des Hubraums in cm³ angaben. Hier wurde aber auch schon mal gerne aufgerundet und bei manchen Varianten stimmte es gar nicht wie zum Beispiel beim 745.

BMW 7er E23 Heck 735iDie viertürige Limousine debütierte 1977. Im Jahr 1983 gab es dann ein größeres Facelift am bis 1986 angebotenen 7er BMW, bei dem diverse optische Retuschen vorgenommen wurden und auch seitens der Motoren gab es Veränderungen.

Die Motorenpalette ist eh eine sehr umfangreiche, trotz der Tatsache, dass Dieselmotoren in Fahrzeugen der Oberklasse damals noch verpönt waren und nur Ottomotoren zum Einsatz kamen. Die Benziner waren ausnahmslos Sechszylinder, die über einen Hubraum von 2,5 Litern (nur Behörden und Export) bis 3,5 Litern verfügten und daraus eine Leistung von 150 bis 252 PS schöpften. Pläne und Versuche mit Acht- und Zwölfzylindermotoren wurden aus verschiedenen Gründen niemals zur Serienreife gebracht.

BMW 7er E23 Front 735iDie Leistung reichte aber aus, um die alle Varianten ab dem 728 in 10 Sekunden oder schneller aus dem Stand auf 100 km/h zu beschleunigen und bis zur Höchstgeschwindigkeit von rund 192 bis 227 km/h zu treiben. Für den damals durchschnittlich 1.500 kg schweren BMW 7er der Baureihe E23 sicherlich keine schlechten Werte.

Heute ist der erste 7er BMW ein seltenes Fahrzeug, denn der Rost hat ihm sehr zugesetzt. Und wirklich billig sind die wenigen im Angebot befindlichen Fahrzeuge auch nicht zu bekommen.Um so mehr freute ich mich, als mir dieser Tage ein E23 vor die Linse kam. Dieser befand sich in einem außergewöhnlich guten Zustand. Pilotiert wurde er von einer älteren Dame mit Hut, die ich auf über 70 Jahre schätzen würde. Neben ihr saß vermutlich eine Freundin ähnlichen Alters.

BMW 7er E23 innen 735iDer BMW sah nicht nur aus wie neu, vermutlich hatte sie oder ihr Mann ihn auch neu gekauft. Er hatte noch die alten Kennzeichen ohne den blauen Bereich auf der linken Seite. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass es sich um einen 735i mit Einspritzung und Automatik handelte. Der Aufkleber in der Frontscheibe deutete auf einen Katalysator hin, so dass sich das Baujahr auf die letzten Produktionsjahre 1984 bis 1986 einschränken lässt.

Im Innenraum fielen dann noch die Sitzkeilkissen auf, die die Damen wohl für eine bessere Sitzposition benötigten. An Übersicht mangelte es wohl dennoch, denn nicht nur hier stand der 7er BMW schief in der Lücke. Am Folgetag sah ich den Wagen durch Zufall wieder. Die Seniorin, diesmal alleine unterwegs, parkte gerade entgegen der Fahrtrichtung mit der linken Fahrzeugseite am Bordstein. Allerdings mit mindestens 30 cm Abstand. Sie bemerkte dies beim Aussteigen aber immerhin und stieg wieder ein, um dies zu korrigieren. Für den Bruchteil einer Sekunde überlegte ich, ob ich sie mal ansprechen sollte. Vielleicht würde sie den Wagen verkaufen wollen. Ich tat es nicht – warum auch immer.

Gefahren: 1968 / 69 Opel Kadett B Limousine

Das Garagentor öffnet sich und gibt den Blick auf einen babyblauen Oldtimer frei. Diverse Monate wurde dieser Wagen über den Winter nicht mehr bewegt. Auf etliche Startversuche und elendig lange Anlasserorgeleien eingestellt, schließe ich die Tür des alten Opel Kadett aus den Endsechzigern auf und nehme Platz. Natürlich war die zweitürige Limousine nicht ordnungsgemäß eingelagert worden. Die Batterie war noch immer angeschlossen.

opel-kadett-b-hinten-linksIch ziehe den Choke, drehe am Zündschlüssel und nach gefühlt nur rund anderthalb Umdrehung des Anlassers erwacht der kleine Vierzylindermotor zum Leben. Nachdem ich den Schalthebel des Vierganggetriebes in die Stellung „R“ gebracht habe, rolle ich langsam rückwärts aus der Garage. Ich kurble das Fenster ein Stück herunter und fahre die Straße entlang. Als der 1,1-Liter Betriebstemperatur erreicht hat, schiebe ich den Choke zurück. Die Drehzahl senkt sich und der kleine Motor läuft einfach vor sich hin.

Mit seinen 45 PS im Standardmotor mit der Kennung 11N reißt der kleine Opel sicherlich keine Bäume aus, fährt aber halbwegs passabel von A nach B. Angeblich erreicht der Kadett damit eine Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h. Ich finde alles über 100 Kilometern pro Stunde eher stressig und pendle mich auf der Autobahn auf ca. 90 ein.

opel-kadett-b-vorne-rechts-hochSo fuhr ich den Opel Kadett B, der zwar 1968 erstmals zugelassen wurde, aber schon ein Modell 1969 gewesen sein soll, einige Male um den Block und begleitete ihn auch bei Werbeaufnahmen, über die ich im Beitrag „Opel Kadett B Oldtimer gegen Mitsubishi Eclipse Fast and Furious“ bereits in diesem Blog berichtet habe. Der damalige Besitzer – ein Bekannter von mir – hatte ihn von der Erstbesitzerin übernommen. Sie hatte den Wagen hier in Aachen neu gekauft und trennte sich 2006 von ihm.

Danach wurde er nur wenig bewegt. Der Opel war sicherlich kein Zustand 1, aber er war ein ehrliches Fahrzeug, das nicht durch mehrere Hände ging und / oder irgendwie verbastelt wurde. Bei der älteren Vorbesitzerin wurde wohl mal ein Kotflügel getauscht und nachlackiert. So gibt es einige Kleinigkeiten innen sowie außen, die man mit der Zeit wieder in Ordnung bringen kann. Aber erst einmal kann man den Kadett einfach fahren. Kein Wunder also, dass er damals den TÜV-Termin auch ohne größere Probleme bestand. Da er aber nur wenig genutzt wurde und zum Rumstehen zu schade war, veräußerte mein Bekannter den Wagen 2009 wieder.

Nachfolgend noch ein paar Bilder der Opel Kadett B Limousine: