Gesichtet: Ford P7 – ein Scheunenfund?

Als ich vor langer Zeit durch Aachen lief, kam ich bei einem Autolackierer / Karosseriebauer vorbei und entdeckte auf dessen Parkplatz diesen alten Ford P7, dessen Zustand durchaus als fragwürdig zu bezeichnen war:

Ford P7 FrontEr sah schon ein wenig nach Scheunenfund aus und in Teilen schien sich schon mal jemand an diversen Stellen mit Rostschutz und Spachtel ausgetobt zu haben.

Bei dem Oldtimer, der übrigens normale alte Kennzeichen ohne “H”-Zusatz hatte, handelt es sich wohl um die zwischen 1968 und 1971 gebaute Modellreihe P7, die als Ford 17M, 20M oder später auch 26M vertrieben wurde. Um welche dieser Varianten genau, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Ford P7 SeiteDass er beim Karosseriebauer steht, macht allerdings Hoffnung. Anscheinend hat sich jemand seiner angenommen und will ihn wieder in einen schöneren Zustand versetzen, der dem Wagen dann doch eine Zulassung als Oldtimer ermöglicht.

Anzeige: Typisch Ford – digital unterwegs

An Sarah, die von ihrem Freund Stefan als “Schmollbraten” bezeichnet wurde, erinnert ihr euch sicher noch. “Damals” wurde gezeigt, dass der von Sarah pilotierte und mit ihrem Handy via Ford SYNC verbundene Ford Fiesta ihr eingehende SMS-Nachrichten vorlesen kann und sie somit während der Fahrt nicht mehr zum Handy greifen muss. Ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsplus.

Das Ganze lässt sich nun noch ein wenig erweitern. Denn nicht nur SMS kann der Ford Fiesta, nein, dank SYNC mit AppLink kann der Ford Fiesta sich nun auch mit auf dem Handy befindlichen Apps verbinden. Im neuen Werbevideo ist als Beispiel Glympse aus dem Bereich Navigation und Reisen genannt. Noch ist die Auswahl der verfügbaren Apps nicht so groß, aber der erste Schritt ist gemacht und so glaube ich, dass Ford in Zukunft mit weiteren Anbietern kooperieren wird und mehr Apps anbieten kann. Gerade in der digitalen Zeit sicherlich der richtige Weg. Hier greift noch der alte Werbespruch “Ford. Die tun was”, auch wenn dieser schon vor langer Zeit abgelöst wurde. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Und ihr könnt ihr euch ja noch ein paar mal die Milch verschüttende Sarah im obigen Werbefilm ansehen.

VW-Porsche 914 – kein Volks-Porsche

Wenn man einem Oldtimerfreund die Zahl 914 an den Kopf wirft, antwortet dieser ganz schnell “VoPo!”, was aber von Volkswagen und Porsche aufgrund der begrifflichen Nutzung für die Benennung der Polizei der damals noch existierenden DDR so niemals gewollt war. Gemeint ist natürlich der VW-Porsche 914 mit all seinen Varianten. Denn die sind vielfältiger als der Laie vermuten könnte.

VW Porsche 914 vorne und hintenDie Kooperation zwischen VW und Porsche brachte zwar grundsätzlich nur ein Fahrzeug hervor, jedoch sind es die “Kleinigkeiten”, die den feinen Unterschied ausmachen. So wurde der Wagen als VW-Porsche mit Vierzylindermotor (demnach 914/4 genannt) bei Karmann in Osnabrück gebaut, die selteneren Porsche 914 mit Sechszylinderaggregaten (demnach 914/6 genannt) aber bei Porsche in Stuttgart.

VW Porsche 914 RennwagenDie Motoren der 914/4 von VW schöpften aus dem 1,7-Liter-Boxermotor immerhin 80 PS, der von Porsche gebaute 2 Liter aus dem Porsche 911 kam auf stolze 110 PS, die dem eigentlich zweisitzigen Targa mit Mittelmotor ordentlich Beine machten. Eigentlich, weil es zwischen den Sitzen eine Art Notsitz gab, der den 914 im Ernstfall zum Dreisitzer werden lässt.

Zwischen 1969 und 1976 wurden knapp 120.000 Fahrzeuge gebaut und in dieser Zeit gab es einige Veränderungen in puncto Motorisierung, die sich aber alle in der genannten Größenordnung bewegten. Der Wegfall des 914/6 aufgrund stark rückläufiger Verkaufszahlen brachte einen 2 Liter Vierzylinder von VW auf den Plan, der nur 10 PS weniger als der Porsche-Motor leistete.Es gab weitere wesentlich potentere Versionen, die aber nur in geringen Stückzahlen gebaut wurden oder gar nicht über das Prototypenstadium hinauskamen.

VW Porsche 914 HeckLeider hatte der 914 ein großes Problem, dass viele Einstiegsmodelle haben: sie werden gefahren, getunt, aber kaum gepflegt. Dementsprechend gibt es bedingt durch die anfänglichen Mängel in der Verarbeitung sowie die Anfälligkeit für Rost viele schlechte Exemplare auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Die Originalität lässt sich sehr gut von der Fahrgestellnummer ableiten, denn nicht jeder vermeintliche Porsche 914/6 ist auch wirklich einer. Dafür sind VW-Porsche 914 Ersatzteile ganz gut zu bekommen und einer Rückrüstung in den Originalzustand oder einer Restaurierung eines zerfallenen Scheunenfunds steht außer dem benötigten “Kleingeld” nichts mehr im Wege.

Offenes Fenster am VW Bus

Vor geraumer Zeit brachte ich die Kinder fürs Wochenende zu meiner Mutter. Der Weg führte dabei am Aachener Hauptbahnhof vorbei. Dort stand in einer Seitenstraße ein VW Bus. Eigentlich nichts Besonderes, wäre da nicht die offene Scheibe auf der Beifahrerseite gewesen. Eigentlich auch nicht ungewöhnlich, da die Straße meist voll ist mit wartenden Menschen, die irgendwen vom Bahnhof abholen. So ging ich also auch davon aus, dass der Fahrer des Bullis sich irgendwo in der Nähe befinden sollte.

Offene Seitenscheibe am VW BusRund 30 Minuten später führte mich der Heimweg erneut an besagtem VW vorbei. Noch immer war die Scheibe unten und weit und breit niemand zu sehen. Ich schlenderte zurück Richtung Bahnhof, da ich dort kurz zuvor 2 Polizisten gesehen hatte. Diese fragte ich dann, wer denn wohl zuständig sei. Die zwei kamen mit, einer öffnete die Tür durchs offene Fenster, der andere funkte die Zentrale zwecks Halterkennung an und fragte gleich, ob der Wagen eventuell als gestohlen gemeldet sei. Der Halter wurde ermittelt, deckte sich mit im Wagen befindlicher Post. Der Kollege in der Zentrale sollte dann versuchen, den Leichtsinnigen zu erreichen.

Die zwei Herren in damals noch grüner Tracht versuchten derzeit den Wagen zu sichern. Doch mit elektrischen Fensterhebern keine Chance ohne den Schlüssel. Sie gaben in der Zenrale Bescheid und gingen weiter – die Angelegenheit war für sie erledigt.

Irgendwie merkwürdig. Hätten sie nicht den Wagen sicherstellen müssen? Ist ein offenes Fenster keine Einladung zum Diebstahl? Na ja, als ich zwei Tage später dort vorbei lief, war der VW weg – entweder der Besitzer hat ihn weggefahren oder … ach, dass überlass ich eurer Fantasie.

OSI-Ford 20 M TS Coupé – der italienische Ford

Denkt man an sportliche Coupés aus dem Hause Ford, so denkt man zwangsläufig an den lange und häufig gebauten Ford Capri. Es gab aber auch ein wesentlich selteneres Fahrzeug: das OSI-Ford 20 M / TS Coupé, dass 1966 in auf dem Genfer Autosalon präsentiert wurde. OSI war ein italienischer Karosseriebauer mit Sitz in Turin und Ford beauftragt ihn, eine Art europäischen Ford Mustang zu bauen: aufregendes Design kombiniert mit Großserientechnik aus dem Hause Ford. Die technische Grundlage bildeten dabei die 20M-Modelle.

Osi Ford 20 M TS Coupé SeiteEigentlich produzierte OSI Sonderkarossen und Prototypen, das viersitzige 20 M TS Coupé bildet hier die Ausnahme und wurde mit knapp 2.200 Stück für OSI-Verhältnisse dennoch recht häufig gebaut. Die Bauzeit ging dabei nur von 1967 bis 1968, bereits 1969 stellte OSI den Karosseriebetrieb ein. Das Design des OSI-Ford Coupés stammte übrigens vom gleichen Mann, der auch den großen VW Karmann-Ghia entworfen hatte: Sergio Sartorelli.

Während das Design – außen sowie auch im zum Vergleich zum Prototypen sehr schön und mit viel Holz gestalteten Innenraums – für Aufsehen sorgte, ernüchterte einen die Technik schnell wieder. Da diese vom Ford 20 M / TS stammte, kamen natürlich auch dessen Motoren zum Einsatz. Der OSI-Ford sah im Stand recht flott aus, unter der Haube werkelten aber letztendlich nur ein Sechszylinder, der aus gut 2 Litern Hubraum gerade einmal 90 PS schöpfte. Da half auch die geänderte Hinterachse mit kürzerer Übersetzung für eine bessere Beschleunigung wenig. Immerhin war er flotter als der Taunus 20M, sonst wäre es auch sicherlich peinlich geworden. Ein stärkerer V6 mit 2,3 Litern Hubraum stellte 107 PS zur Verfügung.

Osi Ford 20 M TS Coupé FrontEin Cabrio wurde auf dem Pariser Salon 1967 präsentiert. Leider blieb es bei diesem Einzelstück. Seit 1987 hält die OSI-Owners-Association das Erbe des OSI am Leben. Laut Informationen im Internet sollen nur noch rund 200 OSI-Ford 20 M TS Coupés existieren. Eine Stichprobe in diversen Online-Gebrauchtwagenmärkten brachte keinerlei Ergebnis, was die Seltenheit dieser Oldtimer unterstreicht. Das hier gezeigte Exemplar war auf der Techno Classica 2011 zu sehen und gehörte zu den wenigen Fahrzeugen, die nicht zu verkaufen waren – der Besitzer wird wissen warum.

Ferrari Dino 308 GT 4 – der erste Serien-Ferrari mit Achtzylindermotor

Bis 1974 wurden die (meist) roten Renner aus Maranello von Motoren mit sechs oder zwölf Zylindern angetrieben.Dann kam der Dino 308 GT 4 auf den Markt, der nun der erste serienmäßige Ferrari mit Achtzylindermotor war. Der Motor war eigentlich eine Entwicklung der Rennsportabteilung aus dem Hause Ferrari und schöpfte mit Hilfe der 4 Weber Doppelvergaser aus 3 Litern Hubraum stolze 255 PS (in der abgeschwächten Version namens 208 GT 4 nur 170 PS).

Ferrari Dino 308 GT 4 FrontDiese hatten mit dem 2+2-sitzigen Coupé, das knapp über 1.300 kg auf die Waage brachte, entsprechend leichtes Spiel und beschleunigten den ausnahmsweise nicht von Pininfarina, sondern von Bertone gestalteten Keil in rund 6,8 Sekunden von Null auf 100 km/h. Die Spitzengeschwindigkeit war in den technischen Daten mit 250 km/h angegeben. Die Kraftübertragung erfolgte dabei mittels 5-Gang-Schaltgetriebe an die angetriebenen Hinterräder.

Ferrari Dino 308 GT 4 HeckDer Motor kam noch weitere Jahre in vielen anderen Modellen zum Einsatz. So zum Beispiel in der 308er Reihe, deren berühmtester Ableger der aus der Fernsehserie Magnum bekannte 308 GTS Targa war. Der hier vorgestellte Dino 308 GT 4 hatte anfänglich keinerlei Ferrari-Schriftzüge, diese erhielt der Enzo Ferarris verstorbenem Sohn gewidmete Sportwagen erst 1976. In den rund 7 Jahren bis 1980, als der GT 4 vom erwähnten Ferrari 308 / 328 abgelöst wurde, wurden knapp über 2.800 Stück gebaut. Zusätzlich kamen noch 840 vom schwächeren 208 hinzu.

Lange Zeit galt der 308 GT 4 als günstig zu bekommender Einsteiger – Ferrari, doch langsam ziehen die Preise an. Mittlerweile sind alle Baujahre über 30 Jahre alt und hierzulande berechtigt, die begehrte Oldtimerzulassung zu erhalten. Das macht die Fahrzeuge in den Unterhaltskosten interessant, auch wenn man hierauf bei einem Verbrauch von rund 14 bis 20 Litern pro 100 Kilometer kaum achten wird. Die Exportvarianten für den amerikanischen Markt, die zeitweise auf dem hiesigen Gebrauchtwagenmarkt auftauchen, sind aufgrund ihrer dicken Gummistoßstangen weniger gefragt. Ebenso wie die Modelle mit Klimaanlage, da diese als anfällig gilt und Reparaturen entsprechend teuer sind.

Ferrari Dino 308 GT 4 SchriftzugBei rund 26.500 Euro geht es aktuell los, wenn man auch im benachbarten Ausland sucht. Für gute Modelle werden bis zu 80.000 Euro aufgerufen. Allerdings sollte man sich im Klaren sein, dass Ferrari Dino 308 GT 4 Ersatzteile und Reparaturen bei einem Fahrzeug diesen Alters zum Alltag gehören und diese nicht zu einem Preis von Alltagsfahrzeugen zu bekommen sind.

VW Golf V GTI mit Extremtuning

Für den VW Golf gibt es vom minimalsten Tuning bis zum Extremtuning einfach alles, da auch das Angebot an Zubehörteilen oder auch veredelten Ersatzteilen einfach immens groß ist. Und was es nicht gibt, wird dann auch gerne mal selbst hergestellt. Reichen dem einen Golffan ein paar Alus und eine dezente Tieferlegung, um seinen Wagen zu individualisieren, versenken andere Menschen jeden verfügbaren Cent in ihrem “Baby”. Für diese Fraktion kommt ein Standardtuning von der Stange gar nicht in Frage. Der hier gezeigte Wagen ist dafür ein gutes Beispiel. Und es fließt nicht nur viel Geld in so ein Fahrzeug, sondern auch einiges an Zeit. Der Aufbau dieses VW Golf V GTI aus dem Baujahr 2005 dauerte ganze 6 Jahre. Und so wurde er dann auf der Essen Motorshow 2011 präsentiert.

VW Golf Tuning SeiteDas Blatt mit den Veränderungen war trotz vergleichsweise kleiner Schrift relativ voll. Am offensichtlichsten war natürlich schon aus weiter Ferne die aufwändige Zweifarblackierung des Golfs in Peugeot Metallic-rot und VW Uni-schwarz. Hinzu kamen diverse Linierungen, Pinstripes und weitere Stilmerkmale, die den ganzen Wagen von außen zierten. Die Karosserie war natürlich auch nicht mehr so, wie sie die heiligen Hallen bei Volkswagen mal als Golf GTI der fünften Generation verließ. Diverse Teile wie die Front- und Heckstoßstangen wurden gecleant, Embleme und seitliche Stoßleisten ebenfalls. An der Front findet sich eine angepasste Stoßstange von einem R32, auch der Grill stammt vom R32. IN-Seitenschweller und Heckstoßstange runden das Bild ab.

VW Golf Tuning innenInnen geht es nicht minder aufwändig weiter, hier ist auch kaum etwas serienmäßig. Teillackierte VW Motorsportschalensitze, Lüftungsdüsen vom Audi TT sitzen im Armaturenbrett. Alles ist mit echtem Leder und Alcantara versehen (zum Beispiel das Armaturenbrett, die Sitze, das Lenkrad, etc.) oder lackiert (Rückspiegel, Haltegriffe, Zierleisten, usw.). Natürlich gibt es auch einen monströsen HiFi-Ausbau, der mittlerweile ja wortwörtlich zum guten Ton gehört. Und damit das Ganze auch ordentlich vorwärts geht, leistet dieser VW Golf V GTI nun 250 PS – Chiptuning sei Dank!

Aston Martin Lagonda – viertüriger Youngtimer des Sportwagenbauers

Der britische Autohersteller Aston Martin ist vor allen Dingen für zwei Dinge bekannt: den klassischen silberfarbenen Aston Martin DB5 aus den James Bond-Filmen und aktuelle Sportwagen die eigentlich maximal als 2+2-Sitzer ausgelegt sind und natürlich nur über zwei Türen verfügen. Doch Aston Martin hatte bereits von Anfang an immer mal wieder viertürige Limousinen im Angebot wie aktuell auch mit dem Aston Martin Rapide.

Aston Martin LagondaDer Aston Martin Lagonda ist ein typisch eckiger Vertreter dieser Limousinen der Oberklasse. Das kantige Design entstammt den siebziger Jahren und fällt vor allem durch das schmale Scheinwerferband an der Front und den in zwei von drei Serien verwandten Klappscheinwerfern extrem auf. Während die ersten seit 1976 gebauten Lagondas bereits Oldtimer sind, gelten die meisten der bis 1989 gebauten Fahrzeuge noch als Youngtimer.

Wem Lagonda als Name bekannt vorkommt: es gab mal eine Firma Lagonda, die ebenfalls Sportwagen baute, aber nach dem zweiten Weltkrieg von David Brown übernommen wurde. Und so gab es schon recht früh Limousinen mit dem Namen Lagonda. Der hier gezeigte Lagonda war dabei sicherlich ein Prunkstück, dass mit seinen rund 5,30 m Länge schon Eindruck schindete. Ebenso wie das immense Leergewicht des Wagens von zirka 2,1 Tonnen.

Um dieses der Marke Aston Martin entsprechend flott voranzutreiben, verrichtete weit unter der langen Haube zurückversetzt ein V8-Motor seinen Dienst, der aus seinen 5,3 Litern Hubraum anfänglich 280 PS schöpfte. Diese reichten immerhin aus, um die schwere Lagonda Limousine auf 230 km/h beschleunigten. Im Laufe der Jahre beziehungsweise Serien wurde die Leistung zweimal nach oben korrigiert. In der Serie 3 zum Beispiel durch den Einsatz einer Benzineinspritzung. Eine Dreigangautomatik von Chrysler übertrug die Kraft an die angetriebenen Hinterräder.

Heute sind diese Fahrzeuge sehr selten, eine aktuelle Suche in einer Onlinegebrauchtwagenbörse brachte gerade einmal 13 Treffer zu Tage, von denen allerdings nur 7 Lagonda in Deutschland standen. Die Preise begannen dabei bei rund 30.000 Euro, die Obergrenze lag bei aufgerufenen 85.000 Euro. Zwar fährt man damit sicherlich nicht den beliebtesten Aston Martin, dafür aber definitiv einen der ausgefallensten Wagen des Sportwagenherstellers.

VW Golf I Rallye “Pierburg”

Auf der Techno Classica Essen 2012 konnte man unter anderem auch diesen ungewöhnlichen Volkswagen betrachten: den VW Golf 1 Rallye “Pierburg”. Natürlich handelte sich es dabei nicht um das originale Rallyefahrzeug, dass von Per Eklund und Hans Sylvan zum Beispiel bei der Rallye Monte Carlo gefahren wurde. Der hier zusehende Wagen wurde von der Firma KWL Motorsport auf Basis einer originalen Rohkarosse neu aufgebaut.

VW Golf I Rallye Pierburg vorne linksDie eigentliche Basis für den Pierburg-Golf war ein VW Golf GTI 16S, wobei der originale Wagen ursprünglich noch als Zweiventiler ausgelegt war und erst ab dem zweiten Lauf zur Deutschen Rallyeweltmeisterschaft 1981 mit einem Oettinger-16V-Zylinderkopf bestückt wurde, weil es das Reglement für die damalige Gruppe 4 dann erlaubte. Auch in dem hier gezeigten Wagen kommt natürlich die Vierventiltechnik zum Einsatz. Auch trägt der in drei Monaten Bauzeit fertiggestellte Golf 1 den originalen Pierburg-Look, der bis zum Sponsorenwechsel zu Rheila Bestand hatte und dann deren grüner Lackierung weichen musste.

Während das Originalfahrzeug erfolgreich bis zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft vom Team Stock / Schmuck gefahren wurde, erfolgte der erste Einsatz der Replik nach ihrer Fertigstellung im Oktober 2011 bei der Veranstaltung “Rallye Legends 2011″ in San Marino. Dort saß allerdings wieder das eingangs erwähnte Team Eklund / Sylvan im Golf I Rallye “Pierburg” – ganz wie in alten Zeiten.

VW Golf I Rallye Pierburg hinten linksInteressant war, dass zum Zeitpunkt meines Besuchs der Techno Classica die Haube des Golfs geöffnet war, was einen Blick auf den Motor ermöglichte. Der wirkte schon beeindruckend und hatte mit den Motoren der meisten VW Golf I nicht mehr viel gemeinsam. Der wassergekühlte Reihenvierzylinder war wie gesagt als Vier-Ventiler ausgelegt und schöpfte aus den 1,6 Litern stolze 215 PS, die mit dem leichtgewichtigen Golf natürlich leichtes Spiel hatten. Und wenn er dann abends mit den gewohnt vielen Scheinwerfern angebraust kam, war das sicherlich ein Spektakel – nicht für für VW Golf-Fans.

Nachfolgend weitere Bilder vom Pierburg Golf:

Lamborghini 400 GT – nur 273 Stück wurden gebaut

Dieser silberne Lamborghini war auf der Techno Classica Essen 2011 zu sehen. Es handelt sich um einen von, wie im Titel bereits erwähnt, 273 gebauten Lamborghini 400 GT, einem klassischen 2+2-sitzigen Coupé. Dieses wurde von 1965 / 66 bis 1968 produziert und entsprach weitestgehend dem Vorgänger Lamborghini 350 GT. Wie die Modellbezeichnung aber vermuten lässt, kam im 400 GT ein Zwölfzylinder mit größerem Hubraum zum Einsatz. Der auf knapp vier Liter vergrößerte Hubraum war für eine Leistung von 320 PS gut, das Drehmoment von 355 Nm lag bei 4.700 U/min. an.

Lamborghini 400 GT FrontDies reichte, um den rund 1.300 bis 1.400 kg schweren Lamborghini 400 GT auf eine Höchstgeschwindigkeit von gut 260 bis 270 km/h zu beschleunigen. Die Kraftübertragung erfolgte dabei mittels 5-Gang-Schaltgetriebe an die angetriebenen Hinterräder. Die Verzögerung übernahmen rundum angebrachte Scheibenbremsen. Der Verbrauch lag bei über 20 Litern, die 6 Doppelvergaser fluteten den Motor entsprechend. Auf Basis des 350 GTS entstand wohl auch ein Lamborghini 400 GTS, ein Cabriolet mit dem neuen Motor des 400 GT. Außerdem gab es eine Kombi-Coupé-Version namens 400 GT Flying Star II.

Letztendlich ist es schade, dass man im Internet nur wenige fundierte Informationen findet, Angaben zu Bauzeiten und produzierten Stückzahlen schwanken. Eins ist allerdings Fakt: diese Fahrzeuge sind selten und auf dem Gebrauchtwagenmarkt kaum zu finden. 2011 soll der ehemalige Wagen von Ex-Beatle Paul McCartney versteigert worden sein. In einer aktuellen Suche im Internet gab es in einer bekannten Gebrauchtwagenbörse gerade einmal einen Treffer. Der rote Lamborghini 400 GT sollte fast 450.000,- Euro kosten. Im Vergleich zu den knapp 60.000 DM, die so ein Sportwagen mal neu gekostet haben soll schon eine interessante Steigerung des Preises.

Und sicherlich findet sich auch dafür über kurz oder lang ein interessierter Sammler. Mein Fall ist der Wagen nicht, die Konstruktion der Scheinwerfer und der entsprechend nach hinten weiterlaufenden Karosserie sagt mir persönlich überhaupt nicht zu. Aber zum Glück sind die Geschmäcker der Menschen auch in der Oldtimerszene verschieden. Ein schönes Detail finden ich allerdings den Einarmwischer. Wenigstens etwas.